Eklat in Brasilien Fußballderby nach neun Roten Karten abgebrochen

Erst Tor, dann Massenschlägerei: In Brasilien musste das Derby zwischen Vitória und Bahía abgebrochen werden, weil zu viele Spieler des Feldes verwiesen wurden. Auslöser war ein Torjubel.

Fußballer von Bahía und Vitória
Globo

Fußballer von Bahía und Vitória


Eine Massenschlägerei zwischen den Spielern auf dem Platz hat in Brasilien zu einem Spielabbruch geführt. Insgesamt stellte der Schiedsrichter bei dem Derby zwischen Vitória und Bahía am Sonntag neun Profis beider Mannschaften vom Platz.

Der Auslöser für die Prügelei war ein Jubeltänzchen: Bahía-Spieler Vinícius feierte seinen Ausgleichstreffer zum 1:1 vor der Fankurve von Gastgeber Vitória (50. Minute). Torwart Fernando Miguel fühlte sich davon offenbar provoziert und packte den Mittelfeldspieler am Nacken. Dann eskalierte die Situation, immer mehr Spieler kamen hinzu, es flogen Fäuste.

Rund eine Viertelstunde lang musste die Partie unterbrochen werden, sieben Platzverweise wurden ausgesprochen, neben Ersatzspielern, die an den Krawallen beteiligt waren, musste auch Torschütze Vinícius vom Feld. Diesen hatte Vitória hinterher als Schuldigen für die Ausschreitungen ausgemacht. "In der ganzen Woche hat Vinícius schon viele Dinge in den sozialen Netzwerken gesagt. Und dann hat er vor den Fans von Vitória gefeiert", sagte Trainer Vagner Mancini dem Nachrichtenportal "Esporte Uol". Sein Kollege von Bahía, Guto Ferreira, sagte: "Ein Fehler rechtfertigt nicht einen anderen."

Das Spiel konnte nach der Unterbrechung zwar fortgesetzt werden, regulär beendet wurde es aber nicht. Als kurz vor Schluss zwei weitere Vitória-Profis innerhalb weniger Sekunden mit Gelb-Roten Karten des Feldes verwiesen wurden, musste die Partie abgebrochen werden. Mit nur noch sechs Spielern hatten die Gastgeber zu wenige Profis auf dem Platz, mindestens sieben Akteure sind laut Statuten erforderlich. Damit dürfte das Derby 3:0 für Bahía gewertet werden.

Schon im Vorfeld der Partie war es in der Stadt nach Kämpfen zwischen verfeindeten Fangruppen zu 13 Festnahmen gekommen. Dabei war das Spiel eigentlich als "Friedensduell" ausgerufen worden. Erstmals nach zuvor sechs Auflagen waren wieder Fans beider Teams zugelassen.

mon/dpa/sid

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Seite 1
treime 19.02.2018
1. Fussball halt...
Apropos... Das kein "Tänzchen", sondern eine "Kopulierungsgeste" in Richtung Heimfans. Also eine ziemlich deftige "Beleidigung". Naja, rechtfertig nichts von dem, was da passiert ist. Zwei Saisons lang Geisterspiele zur Strafe zwischen beiden Vereinen, sollte evtl. helfen.
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