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Brasiliens Verteidiger Dante: Vertrau mir, Trainer

Aus Belo Horizonte berichtet

Innenverteidiger Dante: Mehr als ein Ersatzmann Fotos
AFP

Ziemlich unverhofft kommt Dante im Halbfinale wohl zu seinem ersten Einsatz bei dieser WM. Und dann darf der Profi des FC Bayern auch noch ausgerechnet gegen Deutschland auflaufen. Das Glück hat sich der 30-Jährige erarbeitet.

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Der schönste Moment in seinem Leben? Da muss Dante Bonfim Costa Santos, kurz Dante, in Brasilien "Dantschi" ausgesprochen, nicht lange überlegen. Die Geburt seiner Kinder Diogo und Sophia steht privat über allem, sportlich ist ein anderes Erlebnis prägender. Eines aus dem Confederations Cup im vergangenen Jahr: Endlich durfte der Profi des FC Bayern für die Seleção auflaufen, ausgerechnet in seiner Heimatstadt Salvador da Bahia. Und dann dauerte es nicht lange, bis der Wuschelkopf den Ball beim 4:2 gegen Italien im Tor versenkt hatte. "Das sind Emotionen, die mit Geld nicht zu bezahlen sind", sagte Dante damals, dessen Verwandtschaft versammelt auf den Rängen saß.

Fast genau ein Jahr später sieht es wieder so aus, als habe ein dem Kitsch zugeneigter Regisseur das Drehbuch geschrieben. Fünf WM-Spiele der brasilianischen Nationalelf erlebte die Nummer 13 von Anfang bis Ende als Reservist, nun soll Dante ausgerechnet gegen Deutschland im WM-Halbfinale (22 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) sein 13. Länderspiel bestreiten. Die Sperre für Kapitän Thiago Silva, der im Viertelfinale gegen Kolumbien die zweite Gelbe Karte gesehen hatte, bietet ihm die nächste Chance des Lebens. "Es wäre unglaublich, das erste Spiel bei einer WM gegen meine Kollegen zu bestreiten. Das ist das Beste, was es gibt. Ich spiele zu Hause eine WM, und mein Leben ist in Deutschland."

Seine Augen leuchten, wenn er daran denkt, aber niemand soll sich sorgen, richtet der 30-Jährige aus: "Ich habe viel Erfahrung. Ich werde alles geben. Ich freue mich sehr - ich bin ein bisschen heiß." Über die Deutschen sagt er: "Wir haben gesehen, dass sie gut drauf sind. Ihre größte Waffe ist, dass sie mit jeder Situation während eines Spiels zurechtkommen, auch wenn sie unter Druck geraten. Die Deutschen sind hier schon heimisch geworden, sie kennen das Wetter und den Rasen."

Offenbar hat sich Trainer Luiz Felipe Scolari längst entschieden, seinem in Deutschland spielenden Verteidiger, der 2008 von Standard Lüttich zu Borussia Mönchengladbach gewechselt war, zu vertrauen. "Die Situation ist so, dass sich alles ändert gegen Deutschland", sagt Scolari mit Blick auf die Ausfälle von Thiago Silva und Neymar, "aber wir haben große Spieler wie Dante."

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Solch eine Wertschätzung zu erlangen, hat gedauert. Dante ist im Grunde ein Spätstarter. Er kam zwar schon vor zehn Jahren nach Europa, hatte es beim OSC Lille anfangs aber schwer. "Es waren minus zwei Grad, überall lag Schnee", hat Dante einmal über seine ersten Tage in Frankreich gesagt, "und ich hatte noch nie Schnee gesehen." Doch er biss sich durch. Sein Wille, seine Zweikampfstärke, seine Präsenz sind seit jeher sein größtes Plus gewesen. Und unter der Regie von Lucien Favre hat er am Niederrhein auch noch die entscheidenden taktischen Fortschritte gemacht, so dass ihn die Münchner vor zwei Jahren für eine vergleichsweise läppische Ablöse von fünf Millionen Euro verpflichteten.

Ein ganz anderes Preisschild haftet seinen direkten Konkurrenten im Nationalteam an. Thiago Silva soll bei Paris St. Germain rund zwölf Millionen Euro Jahresgehalt bekommen, David Luiz stößt in eine ähnliche Gehaltsklasse vor, wenn er jetzt für 50 Millionen Euro Ablöse vom FC Chelsea zu PSG wechselt. Ironie der Geschichte: Auch die Bayern hatten sich um Luiz bemüht, konnten aber beim Angebot der Pariser nicht mithalten. Sonst würde am Dienstag in Belo Horizonte schon die künftige Münchner Innenverteidigung auflaufen.

Beim FC Bayern gilt Dante als Stimmungskanone. Gerne schleppt die Frohnatur eine überdimensionale Boombox in die Kabine, um seine südamerikanische Rhythmen aufzulegen. Nicht alle Bayern-Spieler wirken dabei immer begeistert, doch mit dem lebenslustigen 1,89-Meter-Mann kann eigentlich jeder gut. Und Dante selbst freut sich darauf, auf dem Spielfeld nun vielleicht ein halbes Dutzend Klubkameraden zu treffen.

"Klar haben wir Kontakt - wir sind doch Freunde und haben uns immer viel Glück gewünscht", sagt Dante. Laut Bastian Schweinsteiger würde es die deutschen Nationalspieler freuen, wenn Dante spielt. "Er hätte es verdient. Er hat einen unglaublichen Charakter", sagt Schweinsteiger. "Wir kennen ihn zwar genau, seine Stärken und Schwächen. Er kennt unsere aber auch."

Weil der Brasilianer mit Wahlheimat Deutschland in den sozialen Netzwerken überaus aktiv ist, gibt es auch Filmchen zu sehen, in denen der Musikfan im Flieger mit den brasilianischen Kollegen auf der Mandoline spielt. Scolari schaut dabei ein bisschen verdutzt, aber Dante scheint mit seiner Mimik auszudrücken: Vertrau mir, Trainer.

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insgesamt 11 Beiträge
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1. bringt trotzdem nix...
auf_dem_Holzweg? 08.07.2014
im Fifa-Drehbuch steht dass heute der Bessere gewinnen darf. Also selbst Brasilien darf dieses Mal theoretisch das erste Mal verlieren. Mal sehen was der Schiri pfeifft, als Mexikaner dürfte er die Brasilianer nicht allzusehr lieben. Wenn es ein faires Geüfeiffe wird dann stehen die Cahncen wesentlich besser für Deutchland als diese bisher sehr schwache brasilianische Selecao...
2.
dherr 08.07.2014
Zitat von auf_dem_Holzweg?im Fifa-Drehbuch steht dass heute der Bessere gewinnen darf. Also selbst Brasilien darf dieses Mal theoretisch das erste Mal verlieren. Mal sehen was der Schiri pfeifft, als Mexikaner dürfte er die Brasilianer nicht allzusehr lieben. Wenn es ein faires Geüfeiffe wird dann stehen die Cahncen wesentlich besser für Deutchland als diese bisher sehr schwache brasilianische Selecao...
Nun, es wäre wohl taktisch recht unklug gewesen, einen Kolumbianer als Schiri anzusetzen. :D
3. Hoffen auf Dante
MiniDragon 08.07.2014
denn der wird es wohl nicht wagen. seine Kollegen vom FC Bayern umzuhauen.
4.
Harald G. 08.07.2014
Mir tun bereits schon jetzt unsere Stürmer Leid, wenn die von Dante rasiert werden. Er spielt unfair, sobald er erkennt, dass er gegen seinen Gegenspieler keine Chance hat.
5. @harald g.
garfield77 08.07.2014
achso und sie sind so ein Gegenspieler gegen den Dante unfair gespielt hat,weil er keine Chance gegen sie hatte. oder woran machen sie ihre Behauptung fest ?
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1990 Italien Deutschland
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1978 Argentinien Argentinien
1974 Deutschland Deutschland
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