Confed-Cup-Finale: Brasilien besiegt Weltmeister Spanien

Die Seleção entzaubert den Weltmeister. Im Finale des Confederadtions Cups hat Brasilien Spanien mit drei Toren besiegt - und den Favoriten eine Lektion erteilt.

Brasiliens Matchwinner Fred und Neymar: Spanien deutlich bezwungen Zur Großansicht
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Brasiliens Matchwinner Fred und Neymar: Spanien deutlich bezwungen

Hamburg - Das sitzt. Mit einer beeindruckenden Leistung hat Gastgeber Brasilien beim Confed Cup im Finale Spanien geschlagen. Mehr noch: Der müde Welt- und Europameister, der bis dahin 29 Pflichtspiele ungeschlagen gewesen war, hatte keine Chance gegen die starken Südamerikaner - allen voran: Superstar Neymar.

Mit dem 3:0 (2:0) am Sonntagabend (Ortszeit) in Rio de Janeiro schaffte die Seleção den dritten Gewinn des Confederations Cups in Serie und krönte ihren Triumphzug beim Testlauf für die Weltmeisterschaft 2014 im eigenen Land. Fred (2./47. Minute) mit einem Doppelpack und Neymar (44.) machten den Sieg vor 73.581 Zuschauern im Maracanã-Stadion perfekt.

Brasiliens Trainer Luiz Felipe Scolari vertraute von Beginn an seiner Stammformation - und die legte einen Traumstart hin. Nach nur 95 Sekunden bugsierte Fred den Ball im Liegen nach Vorarbeit von Neymar zum zweitschnellsten Treffer der Confed-Cup-Geschichte ins Tor. Die überrumpelten Spanier mussten sich neu sortieren - erstmals seit zehn Turnierspielen war das Team von Coach Vicente del Bosque in Rückstand geraten.

Brasilien erkannte die Verwirrung und hätte durch Oscar (8.) beinahe erhöht. Knapp verfehlte dessen Schuss das Tor, doch das Feuerwerk der Seleção ging weiter. Paulinho (13.) wollte Iker Casillas mit einem Lupfer überlisten, dann hatte Alvaro Arbeloa (15.) Glück, dass ihm Schiedsrichter Björn Kuipers aus den Niederlanden für eine Notbremse an Neymar nicht Rot zeigte.

Fred zieht in Torschützenlisten mit Torres gleich

Ein Schuss von Iniesta (20.) war ein erstes kleines Zeichen spanischen Widerstands. Die beste Chance der Gäste vergab Pedro (41.), David Luiz klärte mit einer spektakulären Grätsche kurz vor der Torlinie. Auf der Gegenseite war Fred (32.) zuvor am hervorragend parierenden Casillas gescheitert. Dann kam der Moment von Neymar: Intelligent ließ er sich auf links anspielen, drosch dann den Ball ins Netz.

Für Spanien geriet die zweite Halbzeit zum Alptraum. Freds zweites Tor gleich nach dem Seitenwechsel sorgte für die Entscheidung, Ramos vergab den Ehrentreffer, indem er einen Strafstoß nach Foul von Marcelo an Jesus Navas klar neben das Tor setzte. Als Piqué Neymar vor dem Strafraum foulte, sah er zu allem Überfluss noch die Rote Karte.

WM-Gastgeber Brasilien gewann das Endspiel damit auf den Tag genau elf Jahre nach dem seither letzten WM-Triumph gegen Deutschland. Eine Negativbilanz von europäischen Mannschaften hingegen setzt sich fort: Noch nie haben sie ein großes Turnier in Südamerika gewinnen können.

Brasiliens Doppeltorschütze Fred sicherte sich neben dem Pokal eine persönliche Auszeichnung: Mit seinem fünften Turnierteffer zog er mit dem Spanier Fernando Torres an der Spitze der Torjägerliste gleich. Mit dem Goldenen Ball als bester Spieler des Confed Cups wurde Jungstar Neymar ausgezeichnet, er setzte sich gegen Iniesta und seinen Teamkollegen Paulinho durch. Der Goldene Handschuh für den besten Torhüter ging an seinen Teamkollegen Júlio César. Spanien erhielt - als wohl schwachen Trost - den Fair-Play-Preis.

Rund um das Spiel ist es in Rio zudem erneut zu massiven Auseinandersetzungen gekommen. Kurz vor Anpfiff gingen Polizisten mit Tränengas gegen Demonstranten und Steinewerfer vor, mehr als 11.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Bei den Auseinandersetzungen wurden zwei Polizisten und sechs Demonstranten verletzt. Ein Ordnungshüter wurde von einem Molotow-Cocktail am Bein getroffen, der andere wurde am Kopf verletzt.

Brasilien - Spanien 3:0 (2:0)
1:0 Fred (2.)
2:0 Neymar (44.)
3:0 Fred (47.)
Brasilien: Julio César - Dani Alves, Thiago Silva, David Luiz, Marcelo - Paulinho (88. Hernanes), Luiz Gustavo - Hulk (73. Jádson), Oscar, Neymar - Fred (80. Jô)
Spanien: Casillas - Arbeloa (46. Azpilicueta), Piqué, Sergio Ramos, Jordi Alba - Busquets - Xavi, Iniesta - Pedro Rodríguez, Torres (59. Villa), Mata (52. Jesús Navas)
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 73.581 (ausverkauft)
Rote Karte: Piqué (68./Notbremse)
Gelbe Karten: Arbeloa, Sergio Ramos

buc/dpa/sid

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insgesamt 27 Beiträge
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1. Überraschend grosser Unterschied
raber 01.07.2013
Zur Abwechslung gute Nachrichten für die Brasilianer und die Spanier etwas zum Nachdenken. Es hätte auch höher ausfallen können was doch verwunderlich ist. Mal sehen wie dies alles nächstes Jahr aussehen wird.
2. Schönes Spiel, aber...
to5824bo 01.07.2013
Zitat von sysopDie Seleção entzaubert den Weltmeister. Im Finale des Confed-Cups hat Brasilien Spanien mit 3:0 besiegt - und den Iberern eine Lektion erteilt. [url]http://www.spiegel.de/sport/fussball/brasilien-siegt-im-confed-cup-gege
Das war beeindruckend und im Blick auf nächstes Jahr allemal ein dickes Ausrufezeichen! Ein schönes Spiel, für das sich das Aufbleiben lohnte. Glückwunsch Brasilien! Gar nicht gefallen hat mir freilich das Publikum, das vor dem 2:0 so gut wie jede Aktion der Spanier gnadenlos ausgepfiffen hat. Ein solches Benehmen ist nicht WM-würdig. Das war nicht "Zu Gast bei Freunden". Das klang wie "Zu Gast bei Fanatikern".
3. vierten gewinn
daniel.groh 01.07.2013
nicht den dritten gewinn, sondern den vierten!
4. ajo ...
sir_grady 01.07.2013
Glückwunsch .... bin sehr gespannt auf die WM nächtes Jahr ...
5. Schiri-Frage
to5824bo 01.07.2013
Zitat von sysopDie Seleção entzaubert den Weltmeister. Im Finale des Confed-Cups hat Brasilien Spanien mit 3:0 besiegt - und den Iberern eine Lektion erteilt. [url]http://www.spiegel.de/sport/fussball/brasilien-siegt-im-confed-cup-gege
Wieso hat denn jetzt doch mit Mijnheer Kuipers aus den Niederlanden ein Europäer gepfiffen? Es hieß doch vorab - auch in einem Artikel hier - bei einem europäisch-südamerikanischen Finale dürfe kein Schiri aus einer dieser Konföderationen das Spiel leiten. Ich finde das zwar gut, weil m.E. immer nur die besten und erfahrensten Schiris pfeifen sollten (und Kuipers hat seine Sache recht gut gemacht), aber ein bisschen verwirrt bin ich jetzt doch.
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