Bremens Djilobodji Kopf-ab-Geste gegen Mainzer Spieler

Werder droht erneut Ärger: Abwehrspieler Papy Djilobodji hatte sich gegen Mainz zu einer geschmacklosen Geste gegenüber Pablo De Blasis hinreißen lassen. Sportchef Thomas Eichin beschönigte den Vorfall.

Der Mainzer Pablo De Blasis (li.), Bremens Papy Djilobodji
Getty Images

Der Mainzer Pablo De Blasis (li.), Bremens Papy Djilobodji


Papy Djilobodji führte den Zeigefinger von links nach rechts über den Hals, die "Kopf-ab-Geste" galt seinem Gegenspieler Pablo de Blasis vom FSV Mainz 05. Mit seinem Aussetzer nach einem Zweikampf in der zweiten Halbzeit sorgte der Innenverteidiger von Werder Bremen beim 1:1 gegen Mainz für einen Eklat.

Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte die Szene nicht gesehen, Ex-Bundesliga-Referee Thorsten Kinhöfer forderte in der "Bild am Sonntag" Konsequenzen: "So eine Szene muss ein Nachspiel haben". Er geht von einer Sperre aus: "Alles andere wäre für mich ein Skandal."

Der Kontrollausschuss des Deutsches Fußball-Bunds (DFB) hat bestätigt, Ermittlungen gegen den Senegalesen eingeleitet zu haben. "Alles Weitere wird das Gremium morgen zeitnah entscheiden", teilte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker mit.

Werder-Trainer Viktor Skripnik sprach von einer "emotionalen Sache", Djilobodji habe "Temperament", sei ein "afrikanischer Typ. Ich hätte das nie gezeigt", sagte der Ukrainer. Eine mögliche Sperre wollte er nicht ausschließen: "Ich akzeptiere alles, was kommt."

"Das war eine unfaire Geste, da muss man noch etwas machen", forderte der Mainzer Trainer Martin Schmidt: "Diese Handbewegung gehört nicht auf den Platz".

Das fand auch Sportchef Thomas Eichin und kündigte ein ernstes Gespräch an: "Ich werde mit ihm vernünftig darüber reden, und er wird es künftig nicht mehr machen." Er wollte die Szene aber auch nicht dramatisieren: "Für mich war das eine Geste, die zeigen sollte, dass er nicht den sterbenden Schwan machen soll." Folgen befürchtet er nicht: "Wir brauchen nicht wegen jeder Aktion ein Ermittlungsverfahren", sagte er bei Sky.

In einem ähnlichen Fall wurde im November 2009 sehr wohl ermittelt und auch eine Sperre ausgesprochen. Der damalige St.-Pauli-Profi Deniz Naki bekam eine Drei-Spiele-Sperre aufgebrummt, nachdem er die Geste in Richtung der Rostocker Fans gezeigt hatte. Djilobodji wollte sich bislang nicht zu dem Vorfall äußern, nach der Länderspielpause wird er im Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund wegen seiner fünften Gelben Karte ohnehin fehlen.

mrr/sid/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 52 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
reihenhaus01 20.03.2016
1. Tja,
bei einem Großteil unserer verehrten Fußballsportsfreunden gilt nun mal 'viel Geld für wenig Hirn'..........
johannesraabe 20.03.2016
2. Ende von Spielkultur
Diese Verweichlichung des Fußballs ist traurig. Fußball lebt von Emotionen und nicht von dieser Maßregelung. Emotionen sind doch schön und jeder der schon einmal auf dem Platz stand, weiß, was das heißt. 90 Minuten volle Emotionen und danach kann man darüber sprechen. Der DFB soll sich einfach zurückfahren. Das beste Beispiel dafür war am Mittwoch FCB gg Juve. Keine der Bayern Flaschen hat sich getraut mal richtig zu zuhauen, um wieder Leben in die Bude zu bekommen. Fußball ist Kampf, also lasst sie auch kämpfen.
power.piefke 20.03.2016
3. na und
wenn die Mainzer sich wie Fallobst benehmen dann werden sie halt darauf aufmerksam gemacht. Schwalben sind ebenfalls unsportlichen Gesten...
ecbert 20.03.2016
4. Eine Morddrohung !
Wer eine "Hals-ab-Geste" macht will den Tod des Gegenüber ! Wer so etwas in einem Fussballspiel macht gehört mit einer lebenslangen Sperre bestraft !
Broko 20.03.2016
5.
Basler, Matthäus und Effenberg haben es doch schon angemahnt: Endlich gibt es wieder "Typen" im Fußball ...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.