Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Buch-Autor Lahm in der Kritik: "So wird man keine Persönlichkeit"

Die Kritik an DFB-Kapitän Philipp Lahm und dessen Buch nimmt zu: Zahlreiche Trainer und Manager aus der Bundesliga sind empört, Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic sagt, er würde Lahm "nie mehr etwas erzählen". Jetzt will sich der DFB zu dem Fall äußern.

DFB-Kapitän Lahm: "Gewisse Regeln, die man einhalten sollte" Zur Großansicht
Bongarts/Getty Images

DFB-Kapitän Lahm: "Gewisse Regeln, die man einhalten sollte"

Hamburg - Der Kritik an der Buchveröffentlichung von DFB-Kapitän Philipp Lahm haben sich weitere Fußball-Prominente angeschlossen. Wolfsburgs Trainer Felix Magath griff Lahm direkt an: "So wird man keine Persönlichkeit." Magath gehörte zu denen, deren Trainingsmethoden Lahm in seinem Buch "Der feine Unterschied" anprangert.

Auch Bremens Sportchef Klaus Allofs kann Lahms Motivation nicht verstehen. "Ich bin schon lange in diesem Geschäft, aber ich habe noch nie den Drang verspürt, ein Buch darüber zu schreiben. Es gibt einfach gewisse Regeln, die man einhalten sollte." Stuttgarts Manager Fredi Bobic bewertet das Buch derweil als Vertrauensbruch. " Ich würde ihm nie mehr was erzählen. Es wird ihm schaden, Gratulation dazu! Ich verstehe das nicht und kann die Aussagen von Rudi Völler nur bestätigen. Muss er als aktueller Spieler ein Buch schreiben? Welchen Nutzen hat das? Es ist das Schlechteste, was du als Spieler machen kannst!", sagte Bobic.

Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski warf Lahm "schlechten Stil" vor. "Zu erzählen, was der oder jener nachts im Hotel macht. Das macht man nicht. Ob man in diesem Alter schon ein Buch schreiben muss, weiß ich nicht. Diese Leute haben in meinen Augen viel zu viel Zeit, sich über andere Menschen Gedanken zu machen. Das ist unfassbar und spricht auch dafür, wie uninteressant das eigene Leben ist und wie interessant das Leben anderer ist. Zu meiner Zeit wäre das innerhalb unserer Mannschaft problematisch geworden", sagte Stanislawski.

Da Lahm in seinem Werk auch Interna aus dem EM-Jahr 2008 preisgibt, muss der 27-Jährige möglicherweise Konsequenzen befürchten. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte für den späten Donnerstagnachmittag eine Erklärung an.

Die "Bild"-Zeitung legte am Donnerstag mit einem weiteren Vorab-Auszug aus Lahms Buch nach. Demnach war die deutsche Nationalmannschaft unter dem damaligen DFB-Teamchef Völler im Jahr 2004 nicht mehr als ein zusammengewürfelter Haufen von Freizeitkickern. "Ich glaube, dass damals viele Playstations geglüht haben. Das Training läuft erstaunlich locker ab. Mir kommt das so vor, als würden ein paar Kumpels miteinander in die Ferien fahren, um Fußball zu spielen", schreibt der DFB- und Bayern-Kapitän in seinem Buch.

Völler hatte bereits am Mittwoch erbost auf Lahms Aussagen reagiert und dem Kapitän "null Charakter" attestiert.

aha/sid/dapd

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 154 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. eieiei
MadMad 25.08.2011
Zitat von sysopDie Kritik an DFB-Kapitän Philipp Lahm und dessen Buch nimmt zu: Zahlreiche Trainer und Manager aus der Bundesliga sind empört, Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic würde "Lahm nie mehr etwas erzählen". Jetzt will sich der DFB zu dem Fall äußern. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,782384,00.html
Da scheint Lahm doch fast an sich selbst zu scheitern. Wer, um Himmels Willen, hat ihm denn den Floh, ein Buch schreiben zu müssen, ins Ohr gesetzt? Und warum hört er diesen Ratgeber? Natürlich bringt ihm solche Presse Leser und somit Geld, aber ist der fußballerische Schaden für ihn nicht größer? Mit solchen Büchern haben sich schon andere ins Abseits gestellt.
2. Ich habe fertig...
lautleise 25.08.2011
Jeder macht mal einen Fehler, aber sich dergestalt in die Nesseln zu setzen, dem kann man nur noch zurufen: Ich habe fertig...
3. .
breisig 25.08.2011
ich kann kaum glauben, dass die unter völler 1 std am tag trainierten, für den völler-standfußball hätten auch 25 min gereicht. mensch rudi, warum hältst du nicht die klappe, dann hat der lahm weniger werbung. positiver nebeneffekt des buchs für lahm: er muss sich nicht mehr die kamellen vom bobic anhören.
4. ...........
robrien 25.08.2011
"Demnach war die deutsche Nationalmannschaft unter dem damaligen DFB-Teamchef Völler im Jahr 2004 nicht mehr als ein zusammengewürfelter Haufen von Freizeitkickern. "Ich glaube, dass damals viele Playstations geglüht haben. Das Training läuft erstaunlich locker ab. Mir kommt das so vor, als würden ein paar Kumpels miteinander in die Ferien fahren, um Fußball zu spielen", schreibt der DFB- und Bayern-Kapitän in seinem Buch" Das Abschneiden des Teams: Aus nach der Vorrunde ohne Sieg, scheint dies zu belegen Das Rudi Völler daran nicht mehr erinnert werden mag ist klar aber so war's eben....
5. Bild
schollenhammer 25.08.2011
Ich kann Dir sagen welcher Floh das war - die Bild natürlich, vor dessen Karren dieser mittelmäßig begabte Kicker Lahm sich mal wieder hat spannen lassen. Schön doof, der Kleine. Wenn die Entscheidungsträger und allen voran der Bundestrainer auch nur ein Ei in der Hose haben suspendieren sie ihn oder nehmen ihm zumindest die Kapitänsbinde ab. Auf den hört doch jetzt eh keiner mehr.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Buchtipp

Themenseiten Fußball
Tabellen

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: