Kritik an Nationalspielern Gündogan und Özil bekommen Unterstützung von ganz oben

Angela Merkel hat sich in der Debatte um die Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil zu Wort gemeldet. "Die beiden haben nicht bedacht, was das Foto mit Präsident Erdogan auslöst", sagte die Kanzlerin bei "Anne Will".

Özil und Gündogan in Leverkusen
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Özil und Gündogan in Leverkusen


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für die wegen ihrer Erdogan-Fotos in die Kritik geratenen Fußballnationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan eingesetzt. "Ich glaube, die beiden Spieler haben nicht bedacht, was das Foto auslöst mit dem Präsidenten Erdogan", sagte Merkel bei Anne Will in der ARD.

Sie sei überzeugt, dass beide Spieler die deutschen Fans in keiner Weise enttäuschen wollten. Sie habe es als sehr berührend empfunden, dass Gündogan trotzdem gesagt habe, er spiele gerne für Deutschland und sei gerne Mitglied der Nationalmannschaft.

Eine Woche vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Mexiko (17.6., 17 Uhr, Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) sagte Merkel: "Ich finde, wir brauchen die jetzt alle, damit wir gut abschneiden." Gündogan und Özil gehörten zur Nationalmannschaft, "und deshalb würde ich mich freuen, wenn mancher Fan auch klatschen könnte".

Auf die Frage, ob sie trotz ihrer Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Spielen der deutschen Mannschaft reisen werde, sagte Merkel, dies "könne gut sein". Solche Reisen verstießen nicht gegen ihre Prinzipien. Sie müsse ihre Entscheidung aber an die sonstigen Verpflichtungen anpassen.

Die Fußballweltmeisterschaft sei an Russland vergeben worden, sie wünsche dem deutschen Team alles Gute. Falls sie nach Russland fahre, könne sie dies vielleicht sogar zu politischen Gesprächen nutzen - ohne Sprechen werde man in Konflikten überhaupt keine Lösung finden.

Özil und Gündogan hatten mit gemeinsamen Fotos mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für Wirbel gesorgt, der die WM-Vorbereitung der DFB-Auswahl überschattete. Über ihren Sprecher Steffen Seibert hatte Merkel Mitte Mai mitgeteilt, dass es eine Situation gewesen sei, "die Fragen aufwarf und zu Missverständnissen einlud".

Gündogan hatte sich zuletzt erklärt und ein öffentliches Bekenntnis zu seinem Geburtsland Deutschland abgelegt. Beim letzten Testspiel vor der WM gegen Saudi-Arabien war er von Fans in Leverkusen ausgepfiffen worden. Von Özil gibt es dagegen noch keine Stellungnahme.

luk/dpa

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