Beleidigungen gegen Zieler 1. FC Köln identifiziert mutmaßliche Täter

Ultras und Fan-Gruppierungen seien nicht verantwortlich: Der 1. FC Köln hat die beiden Personen ermittelt, die Stuttgarts Torhüter Ron-Robert Zieler angefeindet hatten. Eine Anhörung soll folgen.

Ron-Robert Zieler
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Ron-Robert Zieler


Der 1. FC Köln hat die mutmaßlichen Verursacher der Beleidigungen gegen Stuttgarts Torhüter Ron-Robert Zieler ermittelt. Die verbalen Ausfälle gegen Zieler seien von zwei Einzelpersonen ausgegangen, teilte der FC mit. Weder die Kölner Ultras noch andere Fan-Gruppierungen seien verantwortlich. Das stehe nach Auswertung der TV-Bilder und eigener Aufnahmen des Spiels gegen den VfB Stuttgart (2:3) fest. Der Verein hat ein Stadionverbotsverfahren gegen die mutmaßlichen Verursacher eingeleitet.

Zieler war in der zweiten Hälfte beleidigt worden. Danach hatte auch der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Ermittlungen eingeleitet. "Die schwerwiegenden Beleidigungen gegen Ron-Robert Zieler insbesondere im Zusammenhang mit dem Tod von Robert Enke widersprechen allen Werten des FC und des Sports", erklärte der FC. Enke litt an Depressionen und hatte sich am 10. November 2009 das Leben genommen.

Das Verhalten der betreffenden Personen sei massiv vereinsschädigend gewesen. Die beiden Betroffenen sollen vor einem möglichen Stadionverbot kurzfristig die Gelegenheit zu einer persönlichen Anhörung bekommen.

Wegen der Akustik im Stadion seien die Beleidigungen über die TV-Mikrofone gut zu verstehen gewesen, in der Arena selbst jedoch nur in unmittelbarer Nähe des Südtribünen-Tores, teilte der 1. FC Köln mit. Der Ordnungsdienst habe daher offenbar keinen Anlass gesehen, noch während der Spiels aktiv einzugreifen.

mru/dpa



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Robert_Rostock 07.03.2018
1.
"Ultras und Fan-Gruppierungen seien nicht verantwortlich: Wegen der Akustik im Stadion seien die Beleidigungen über die TV-Mikrofone gut zu verstehen gewesen, in der Arena selbst jedoch nur in unmittelbarer Nähe des Südtribünen-Tores, teilte der 1. FC Köln mit." Genauer gesagt war ers überhaupt kein Kölner. In der Rheinebene gibt es nämlich ein wenig bekanntes akustisches Phänomen. Wenn an bestimmten Stellen, vor allem in Leverkusen oder Mönchengladbach, bestimmte Geräusche erzeugt werden, gelangen diese durch das akustische Phänomen in das Kölner Stadion. Sind dort aber nur für den gegnerischen Torwart und die Fernsehmikrophone hörbar. Mit Kölnern, gar mit Fans oder Ultras des FC, hät dat also janix zo dunn.
Rmoenikes 07.03.2018
2. Was soll das ?
Ich denke, die Aussagen waren klar veständlich ? Toll, eine "Einleitung eines Stadionverbotsverfahrens". Vorher sollen die beiden noch die Chance bekommen, ihre menschenverachtenden Beleidigungen zu erklären ! Der FC Köln scheint Angst vor den eigenen Fans zu haben. Anders ist dieser Kinderzirkus nicht zu erklären.
bürgerundwähler 07.03.2018
3. @Robert Rostock
Vorab: Ich finde die Verbalattacken widerwärtig und unentschuldbar. Aber Fakt ist, dass man diese beschämenden Pöbeleien im Stadion tatsächlich nicht gehört hat (sitze im Oberrang Süd). Auch wenn ich Ultras zum K... finde. Hier war es offenkundig keine der üblichen konzertierten Aktionen dieser als FC-Anhänger getarnten Vereinsschädiger. Also sparen Sie sich den überflüssigem Sarkasmus.
a.meyer79 07.03.2018
4. @1
Es ist kein Köln-Problem. Jede Mannschaft hat die Ultras und die Ultras Ultras und die Ultras Ultras Ultras und in jeder der Gruppierungen gibt es geistig Verwirrte oder Psychopathen. Fußball zieht sie nunmal alle an, auch die Looser. Seien wir froh, dass die betreffenden Personen identifiziert wurden und jetzt endlich Anzeige wegen Beleidigung gestellt werden kann. Die Strafe im Tausender Bereich wird den jungen Mann zum Nachdenken anregen.
Plasmabruzzler 08.03.2018
5.
Fakt ist, man konnte die Beleidigungen während des Spiels hören - wenn auch vielleicht nicht im ganzen Stadion. Es wäre also ein Leichtes gewesen, mit einem oder mehreren Ordnern/Sicherheitsfachkräften zum Störenfried zu gehen und das Hausrecht zu vollziehen. Der 1. FC Köln war zu dem Zeitpunkt Gastgeber und gehört dafür an die Kandare genommen, für Ordnung im Stadion zu sorgen.
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