Bundesliga-Abstiegskandidat Hannover trennt sich von Trainer Bergmann

Seit dem Tod von Torhüter Robert Enke hat Hannover 96 kein Spiel mehr gewonnen - jetzt hat der Club Trainer Andreas Bergmann beurlaubt. Ein Nachfolger soll schnell präsentiert werden.

Trainer Bergmann: "Leider nicht die notwendigen Siege"
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Trainer Bergmann: "Leider nicht die notwendigen Siege"


Hamburg - Hannover 96 hat Trainer Andreas Bergmann beurlaubt. "Wir werden versuchen, kurzfristig eine Nachfolgelösung zu präsentieren", wird Sportdirektor Jörg Schmadtke auf der Homepage des Clubs zitiert. "Nach drei Niederlagen hintereinander und einer Negativ-Serie von mittlerweile sieben Spielen ohne Sieg hatten die Verantwortlichen von Hannover 96 nicht mehr das Gefühl, dass Andreas Bergmann der Mannschaft die nötigen Impulse für den Verbleib in der Bundesliga geben kann." Die für den Nachmittag geplante Trainingseinheit wurde abgesagt.

Bergmann, 50, hatte das Team am dritten Spieltag übernommen, nachdem Trainer Dieter Hecking zurückgetreten war. Schmadtke lobte Bergmann, der noch einen Vertrag bis 2014 als Jugendleiter besitzt: "Andreas Bergmann hat gute Arbeit geleistet, die Mannschaft gerade auch in der Phase nach der furchtbaren Tragödie um Robert Enke gefühlvoll geleitet. Aber die notwendigen Siege, die uns die Punkte für den Klassenerhalt bringen müssen, sind leider in den vergangenen Wochen nicht gelungen." In 16 Spielen unter Bergmanns Leitung holte Hannover nur vier Siege. Am vergangenen Samstag hatte es eine peinliche 0:3-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Hertha BSC Berlin gegeben.

Der letzte Erfolg Hannovers in einem Bundesligaspiel liegt bereits mehr als zwei Monate zurück. Am 31. Oktober gewann der Club 1:0 in Köln, eine Woche später endete das Heimspiel gegen den Hamburger SV 2:2. Es war gleichzeitig das letzte Spiel von Torhüter Enke, der sich am Abend des 10. November das Leben nahm.

Als potentielle Nachfolger Bergmanns werden im 96-Umfeld die derzeit vereinslosen Mirko Slomka und Hans Meyer sowie Holger Stanislawski vom Zweitligisten FC St. Pauli gehandelt. Bergmann ist der 321. Trainer in der Geschichte der Bundesliga, der vorzeitig seinen Posten räumen musste. Zuvor hatten in dieser Saison Hecking, Michael Oenning (1. FC Nürnberg), Marcel Koller (VfL Bochum), Lucien Favre (Hertha BSC Berlin) und Markus Babbel (VfB Stuttgart) gehen müssen. Noch vor Saisonbeginn war Aufstiegstrainer Jörn Andersen beim FSV Mainz 05 durch Thomas Tuchel ersetzt worden.

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goe/sid/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
langsamer 19.01.2010
1. Ist in Ordnung
Diesmal ein richtige Entscheidung - wenn ein autoritärer Schleifer kommt. Die Streicheleinheiten nach Enkes Tod waren menschlich ok., aber Gift für die Mannschaft, was den Fußball anbetrifft. Erst wenn die Spieler auf dem Platz wieder Gras fressen und denn Gegner blutig grätschen, ist die Tragödie ausgestanden.
stevie76 19.01.2010
2.
schön, dass wieder slomka als topfavorit gehandelt wird. wobei, diesmal bietet es sich an, er wohnt ja hannover.
truller10 19.01.2010
3. Stani nicht!!
Der bleibt bei uns, das wäre ja noch schöner, das der FC ST. Pauli als neue Trainerfiliale für Hannover herhalten muß!!
krohcs 19.01.2010
4. Zeitpunkt...
Für mich etwas unverständlich.. Ab dem Fall Enke lief doch schon nix mehr zusammen. Nun wartet man die komplette Winterpause ab und feuert dann den Trainer nach dem ersten Rückrundenspieltag. Da war doch schon vorher klar, dass man nicht mehr von diesem Trainer überzeugt ist. Hätte man diesen Schritt direkt nach der Vorrunde vollzogen, hätte man Zeit gehabt einen passenden Trainer zu suchen und dieser wiederum hätte die Vorbereitung nach seinen Wünschen gestalten können und der Mannschaft sein Spielkonzept verinnerlichen können. Man wird sehen wie es weiterläuft. Aber in meinen Augen war das wenig professionell Herr Schmadtke.
ballyhoo 19.01.2010
5. Um 10.30 Uhr ...
... habe ich die Mannschaft einschließlich Trainer noch um den Maschsee laufen sehen. Und die Meldung ist von 10.21 Uhr? *grübel*
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