Bayern-Sieg gegen Werder Guardiolas Gemeinheiten

Werder Bremen hat seinen Zweck erfüllt: In München erlaubte der Nordklub dem FC Bayern, sich für die Champions League warmzuschießen. Sogar Mario Götze durfte mitspielen. Alles Wichtige zum Top-Spiel.

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Bayern-Coach Guardiola
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Die Ausgangslage: Werder, der Bayern-Schreck. Stimmt, das war mal so, 26 Siege in 99 Ligaspielen konnten die Bremer gegen den Rekordmeister feiern, mehr als jede andere Bundesligamannschaft. Das ist Vergangenheit. In den vergangenen zehn Partien hieß der Sieger des Nord-Süd-Duells immer: Bayern München. Trotz der jüngsten Werder-Erfolge gegen Leverkusen und Hannover sprach wenig dafür, dass diese Serie reißen würde. Die Chancen dafür hätten auch nicht viel besser gestanden, wenn Bremen mit den verhinderten Claudio Pizarro, Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz hätte spielen können.

Das Ergebnis: 5:0 (3:0) - hier geht's zum Spielbericht.

Die erste Hälfte: Es gab eine Zeit, da war Werder mal für Wunder zuständig. Das Wunder im Spiel gegen die Bayern bestand darin, dass die Bremer zur Halbzeit nur zwei Tore kassiert hatten. München hatte nach 68 Sekunden die erste Torchance, in ähnlichem Tempo ging es weiter. Wären zu den Toren von Thiago (9. Minute) und Thomas Müller (31.) noch drei, vier Treffer mehr hinzugekommen - Werder hätte sich nicht beschweren dürfen. In Zahlen las sich die erste Hälfte so: 84 Prozent Ballbesitz für den FCB, 90 Prozent der Pässe in der gegnerischen Hälfte kamen beim Mitspieler an. Überragend.

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Bundesliga: Werder geht in München unter
Die zweite Hälfte: Die Bayern machten genau so weiter, Thiago traf mit einem Dropkickschuss das Lattenkreuz (48.), Felix Wiedwald hielt einen Schuss von Götze (49.), der eingewechselte Sebastian Rode schlenzte den Ball knapp über die Latte (57.) und so weiter. Müller war es dann, der traf. Wiedwald hatte zuvor eine Volleyabnahme von Franck Ribéry nach einem Eckball nur mit Mühe parieren können, der deutsche Nationalspieler verwandelte im Nachschuss (65.) - es war bereits sein 19. Saisontor. Robert Lewandowski traf noch zum 4:0 (86.), David Alaba an den Pfosten und erneut Thiago zum 5:0 (90.). Dann war Werder Bremen erlöst.

Rückkehrer des Spiels: Mario Götze durfte nach 160 Tagen sein Comeback geben. Er schaffte es trotz mangelnder Spielpraxis in einer lässig-dominanten Bayern-Mannschaft nicht negativ aufzufallen. Und das ist durchaus als Kompliment gemeint. Nach 54 Minuten musste Götze ausgewechselt werden, der zur Begründung sagte: "Ist ganz schön dick geworden." Gemeint war sein Ellenbogen, auf den er einen Schlag bekommen hatte.

Rafinha und Lewandowski
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Rafinha und Lewandowski

Zuschauer des Spiels: Der BVB hat es vergangenes Wochenende verpasst, München in der Tabelle noch mal so richtig gefährlich nahe zu kommen, in der Torjägerliste geht es etwas enger zu. Nach jeweils 24 Einsätzen lag Lewandowski mit 23 Toren nur einen Treffer vor Pierre-Emerick Aubameyang. Ausgerechnet in diesem Spiel musste Lewandowski bis zur 74. Minute von der Bank aus zusehen, wie seine Mitspieler sich Chance auf Chance herauskombinierten. Josep Guardiola kann so gemein sein. Elf Minuten brauchte Lewandowski nach seiner Einwechslung, bis er zum 4:0 traf.

Ungleiches Duell der Partie: Bremens Linksverteidiger Santiago García ist 80 Kilogramm schwer, 1,91 Meter groß und hat seine Stärken vor allem bei Kopfbällen. Wollte man sich einen Spieler basteln, der das Zeug dazu hätte, García einen albtraumhaften Abend zu bescheren - es wäre ein Typ wie Kingsley Coman. Der Franzose beschleunigt aus dem Stand ähnlich schnell wie die Rennwagen, die während des Bayern-Trainings auf dem Spielerparkplatz an der Säbener Straße stehen. Anders als ein Lamborghini kann Coman aber auch grandios flanken, wie er vor den beiden Toren in der ersten Hälfte bewies. In der 76. Minute erlöste Viktor Skripnik seinen schwindelig gespielten Verteidiger. Coman aber machte weiter und bereitete auch noch das 5:0 vor.

Statement des Spiels: Im Freistaat schmücken sich die Mächtigen gern mit dem FC Bayern München. "Wenn es dem FC Bayern gut geht, dann geht es auch der CSU gut", hat Horst Seehofer mal gesagt. Die Äußerungen, die der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident in den vergangenen Monaten zur Flüchtlingskrise getätigt hat, scheinen bei den Fans des Klubs deutlich schlechter angekommen zu sein. Während der Partie zeigte die Münchner Ultravereinigung Schickeria zwei Banner, auf denen Seehofer und Staatsminister Joachim Herrmann heftig kritisiert wurden.

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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
beckerchristian498 12.03.2016
1. tja was wollt ihr denn?
bremen laesst sich am spieltag vorher karten abholen, d.h. schenkt das spiel fast her,oder hofft auf 2-3 mal die hand gottes....., aber bayern hats ehrlich runtergespielt und verdient 5:0 gewonnen! so ist das halt , wenn man nach muenchen kommt und ned wirklich gewinnen will! maiz und dortund habens vorgemacht! man bayern auch fordern! aber man sollte schon auch wollen! mich freuts - als bayern kunde- (leider zeit ins stasdion zu gehen - notdienst in der apo z.b.:) daher nur bei sky geguckt! aber war ein schienes spiel der bayern , gegen schwache bremer! ned mehr, ned weniger!
senfgeberberlin 12.03.2016
2. Halbfinale
Werder schlägt im Halbfinale des DFB-Pokals zurück!!!
er,ka 12.03.2016
3. Spruchbänder
Interessante Spruchbänder. Ich bin mal gespannt, wi die Borussenfront (Achtung doppeldeutig) darauf reagiert. Schön zu sehen, dass die Fußballanhänger nicht nur aus dumpfbackigen Spackos und Faschos bestehen.
ortibumbum89 12.03.2016
4. Korruption
Bremer Spieler haben unsportlich gehandelt. Bayern hat doppelten Vorteil, kann mit Ersatzmannschaft spielen und sich für EuropaPokal schonen. Eigentlich ein Fall für den Staatsanwalt. Damit wird nicht nur der Sport konterkarriert, sondern auch die Menschlichkeit des Sportsmannes. Also Werder Bremen sperren oder 10 Punkte abziehen!! Aber das System im Profifußball ist überholt. Wer Geld hat, gewinnt, kauft gute Spieler von anderen Vereinen, nur um sie zu schwächen. Götze ist das beste Beispiel, der ist nur geldgierig. Wenn er das gut findet; als Fussballer steht er auf dem Abstellgleis. Wem macht das alles noch Spaß?? Nur noch den Irren mit der Vereinsbrille. Sollen sie ordentlich Eintrittsgeld zahlen!!
NauMax 12.03.2016
5.
Zitat von er,kaInteressante Spruchbänder. Ich bin mal gespannt, wi die Borussenfront (Achtung doppeldeutig) darauf reagiert. Schön zu sehen, dass die Fußballanhänger nicht nur aus dumpfbackigen Spackos und Faschos bestehen.
Als Bayernfan sind mir diverse Borussen-Fanclubs bekannt, die Mitglieder nach Rassistischen Äußerungen ausgeschlossen haben - fände es toll, wenn man an dieser Stelle das Vereinsdenken fallen lassen und stattdessen gemeinsam gegen dieses Problem angehen würde. Diese Dumpfbacken gibt es (leider) bei jedem Verein, wenn auch unterschiedlich stark konzentriert.
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