Toptalente in der Bundesliga Diese kommenden Stars sollten Sie kennen

Eine brasilianische Nachwuchshoffnung fordert Nationalspieler Julian Brandt heraus, und er ist nicht der einzige Youngster, der sich in der kommenden Saison in den Vordergrund spielen kann. Die fünf Toptalente der Bundesliga.

Ibrahima Konaté: Eine Waffe in der Luft und am Boden
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Ibrahima Konaté: Eine Waffe in der Luft und am Boden

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Borussia Dortmund und dem neuen Trainer Lucien Favre stehen in der neuen Bundesligasaison drei spannende Talente zur Verfügung. Der Engländer Jadon Sancho hat bereits in der vergangenen Saison sein Talent angedeutet. Jacob Bruun Larsen könnte dies in dieser Spielzeit ebenfalls gelingen, Favre hat den 19-Jährigen in der Vorbereitung häufig spielen lassen - bis sich der Däne verletzt hat. Die Entwicklung des 17 Jahre alten Spaniers Sergio Gómez ist noch nicht abzusehen. Hier sind fünf weitere Toptalente aus der Bundesliga.

Jadon Sancho: Der Brite wird auch unter Favre spielen
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Jadon Sancho: Der Brite wird auch unter Favre spielen

Name: Ibrahima Konaté
Alter: 19 Jahre
Verein: RB Leipzig
Position: Innenverteidiger
Bundesliga-Einsätze (davon Startelf): 16 (14)

Bei RB Leipzig werden junge Fußballer besonders stark gefördert. Das zeigt auch die selbst auferlegte Transferpolitik, keine Spieler im Alter von über 23 Jahren zu verpflichten. Ibrahima Konaté war bei seiner Verpflichtung vor einem Jahr 18 Jahre alt. Seither kam er in zwölf Bundesligaspielen über 90 Minuten zum Einsatz.

Konaté wirkt für sein Alter erstaunlich abgeklärt. Diese Qualität wird besonders in der Balleroberung deutlich, im Vorjahr hatte der Franzose bessere Zweikampfwerte als die beiden Teamkollegen und Innenverteidiger-Konkurrenten Willi Orban und Dayot Upamecano. Konaté ist mit seinen 1,92 Metern auch stark im Luftzweikampf und überzeugt mit guter Technik am Boden. Diese Stärken sind auch Leipzigs neuem Trainer Ralf Rangnick nicht verborgen geblieben, er hat Konaté in den bisher fünf Pflichtspielen (Europa League und DFB-Pokal) immer eingesetzt.

Arne Maier: Könnte schon bald ein Kandidat für Joachim Löw sein
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Arne Maier: Könnte schon bald ein Kandidat für Joachim Löw sein

Name: Arne Maier
Alter: 19 Jahre
Verein: Hertha BSC
Position: zentrales Mittelfeld
Bundesliga-Einsätze (davon Startelf): 18 (14)

"We try. We fail. We win." So lautete der Hertha Slogan der vergangenen Saison, viele Fans hielten den Werbespruch für unpassend. Das neue Motto könnte schon eher ankommen, zumindest passt es besser zum aktuellen Kader der Berliner: "Die Zukunft gehört Berlin."

Symbolisch für diesen Slogan steht Mittelfeldspieler Arne Maier, den Herthas Manager Michael Preetz erst kürzlich als "Flaggschiff" der Jugendakademie bezeichnet hat. In Berlin arbeiten die Verantwortlichen offenbar gerne mit großen Worten. Aber tatsächlich: Maier hat das Talent, eine der prägenden Figuren der neuen Hertha-Saison zu werden. Das hat sich bereits in der vergangenen Spielzeit angedeutet, als der 19-Jährige sieben Mal über 90 Minuten in der Bundesliga zum Einsatz gekommen ist.

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Spektakuläre Zugänge: Hallo, wir sind die Neuen in der Bundesliga!

Was Maier auszeichnet, ist seine Ruhe am Ball. Ihm gelingt es, den Ball schnell unter Kontrolle zu bringen und sicher an den Mitspieler weiterzuleiten. Das zeugt von starker Technik und einer hohen Passsicherheit. Maiers Quote erfolgreicher Zuspiele lag im Vorjahr bei 84 Prozent - ein sehr guter Wert für einen Spieler seines Alters. Eine Zukunft von Maier im Nationaltrikot ist gut vorstellbar.

Was ebenfalls für eine Saison als Stammspieler spricht: Trainer Pál Dárdai setzt auf Talente, der Altersschnitt im Pokalspiel gegen Braunschweig lag bei 24 Jahren. Ein sehr junger Schnitt, wenn man bedenkt, dass Rune Jarstein (33 Jahre), Salomon Kalou (33) und Vedad Ibisevic (34) dem Team angehörten.

Dennis Jastrzembski: So schnell wie David Odonkor, aber besser im Abschluss
imago/Revierfoto

Dennis Jastrzembski: So schnell wie David Odonkor, aber besser im Abschluss

Name: Dennis Jastrzembski
Alter: 18 Jahre
Verein: Hertha BSC
Position: Linksaußen
Bundesliga-Einsätze: 0

Dennis Jastrzembski ist ein Spieler, den Trainer in der Schlussphase einer engen Partie einwechseln. Einer, der den entscheidenden Treffer vorbereiten kann. Kurz: Dennis Jastrzembski ist der perfekte Joker. Genau diese Rolle hat er auch im Pokalspiel gegen Braunschweig eingenommen, als der 18-Jährige kurz nach seiner Einwechslung den Assist zum Siegtreffer durch Ibisevic geliefert hat.

Aber der Reihe nach: Der 18-Jährige steht vor seiner ersten Profisaison. 2018 wurde Jastrzembski mit der A-Jugend der Berliner Deutscher Meister. Dort zählte der Linksaußen mit 13 Torvorlagen und vier Treffern zu den Besten. Was Jastrzembski von den meisten Fußballern abhebt, ist seine brutale Geschwindigkeit. Gegen offensiv ausgerichtete Gegner kann der Herthaner als Konterstürmer eine Waffe sein, der auch selbst den Abschluss sucht. Aber zugegeben, Jastrzembski als kommenden Star einzuordnen, ist ein gewagter Tipp. Denn: Will er mehr als ein Spezialist sein, muss er an seinen Schwächen arbeiten. Er ist kein besonders guter Techniker, sein Passspiel wirkt teilweise unkontrolliert.

Paulinho: Ein Mann für Fußballfeste
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Paulinho: Ein Mann für Fußballfeste

Name: Paulinho
Alter: 18 Jahre
Verein: Bayer Leverkusen
Position: Flügelstürmer
Bundesliga-Einsätze: 0

Tita, Emerson, Zé Roberto oder Lucio: Bei Bayer Leverkusen sind bereits viele hochtalentierte Brasilianer zu Topstars gereift. Mit dem 18 Jahre alten Paulinho könnte diese Erfolgsgeschichte um ein Kapitel fortgesetzt werden. Für knapp 18 Millionen Euro Ablöse hat sich der Klub den schnellen Flügelstürmer vom brasilianischen Verein Vasco da Gama (Vertrag bis 2023) gesichert. Das Geschäft wird sich lohnen: Paulinho verspricht Spektakel.

Wie Herthas Jastrzembski ist der neue Leverkusener außergewöhnlich schnell. Das ist aber auch das einzige gemeinsame Merkmal, Paulinho vereint noch weitere Qualitäten: Er wirkt trotz seiner Geschwindigkeit äußerst ruhig am Ball, er hat ein Auge für freie Räume und das Gespür für den Pass im richtigen Moment. Paulinho ist ein exzellenter Techniker, stark im Dribbling und körperlich robust. Aber mit Julian Brandt und Leon Bailey hat das Toptalent auch verdammt starke Konkurrenten, die auf seiner Position gesetzt sind. Deswegen wird Paulinho nicht als Stammspieler in die Saison gehen.

Michaël Cuisance: Die Chancenkreation ist seine Stärke
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Michaël Cuisance: Die Chancenkreation ist seine Stärke

Name: Michaël Cuisance
Alter: 19 Jahre
Verein: Borussia Mönchengladbach
Position: Zentrales Mittelfeld
Bundesliga-Einsätze (davon Startelf): 24 (9)

Die französische Nachwuchsarbeit gilt als herausragend. Ein Beleg dafür ist der WM-Titel, den die Équipe Tricolore auch dank junger Spieler wie Benjamin Pavard (22 Jahre, VfB Stuttgart) oder Lucas Hernández (22 Jahre, Atlético) gewonnen hat. Michaël Cuisance ist (neben dem Leipziger Konaté) ein weiteres Toptalent, das bis zur U19 in allen französischen Juniorenteams gespielt hat. Noch ist er von der A-Auswahl weit entfernt - die Chancen auf einen Stammplatz in der Bundesliga stehen besser.

Der 19-Jährige war in der vergangenen Saison von der AS Nancy zur Borussia gekommen und hat in seiner ersten Spielzeit fünf Einsätze über 90 Minuten bestritten. Was fiel auf? Cuisances Offensivpässe sind teilweise brillant. Er selbst hält sich für einen "Instinktfußballer", der gerne Risiko geht und eigene Ideen umsetzt. Solche Fußballer sind selten.

Seine Stärke im Spiel nach vorne wird von seinen Zahlen in der Chancenkreation gestützt, mit 20 Torschussvorlagen bereitete er mehr Möglichkeiten vor als die gesetzten Teamkollegen Christoph Kramer (13 Torschussvorlagen) und Denis Zakaria (14). Die Belohnung: Die Fans wählten Cuisance trotz weniger Einsätze zum Mann der Saison. Das zeigt auch, dass Gladbach ein insgesamt eher schwaches Jahr hatte (Liga-Neunter). Für einen Stammplatz muss Cuisance noch präsenter im Spiel gegen den Ball werden. Zudem hat sich die Konkurrenzsituation durch die Rückkehr von Florian Neuhaus im zentralen Mittelfeld verschärft.

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
knorpel 22.08.2018
1. Favoriten mit Fragezeichen
Man sieht an der Mini-Nicht-Repräsentativ-Umfrage ,dass die gelb-schwarzen SPIEGEL Sportredakteure IHREN Favoriten ein Krönchen aufsetzen.Ein anderer, noch unbekannter Kandidat wird s richten...Wetten, dass der SPIEGEL seine Haus-Berichterstattung über Dortmund und München in der kommenden Bundesligasaison mengenmässig wieder fortsetzen wird!! Von wegen, nix wird sein mit dem Credo auch von Sportjournalisten : "unabhängig,neutral,gerecht"....
hape2412 22.08.2018
2. Wo bleibt in dieser Hitliste
Alphonso Davies, der ab Januar zum FC Bayern München wechseln wird?
Palle91 22.08.2018
3. SPON und Hertha
SPON ist in Sachen Hertha mal wieder dezent uninformiert, bzw. ein Jahr hinterher. Der tatsächlich gewöhnungsbedürftige Slogan "We try. We fail. We win." ist nun schon zwei Jahre alt. "Die Zukunft gehört Berlin" gilt schon seit letztem Jahr. Ansonsten richtig: Maier und Jastrzembski sind zwei von mehreren Top-Talenten der Hertha, die dieses Jahr auf sich aufmerksam machen werden. Auch auf Torunarigha und Mittelstädt wird man achten müssen.
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