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Aufholjagden in der Bundesliga: Vier Mutmacher für den BVB

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Bundesliga-Aufholjagden: Kutzops Fehlschuss, Wolfsburgs Bestmarke Fotos
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Der FC Bayern ist so gut wie Meister. Für den Tabellenzweiten Dortmund dürfte es schwer werden, in der Rückrunde acht Punkte Rückstand aufzuholen. Doch in der Bundesligageschichte gab es schon einige Überraschungen.

Thomas Tuchel ist dafür bekannt, sich akribisch vorzubereiten. Normalerweise bedeutet das für den Dortmund-Trainer: Der Gegner wird analysiert, die Fehler der eigenen Mannschaft werden ausgewertet und Lösungen erdacht. Halbe Sachen macht der 42-Jährige nicht. Deshalb kann nicht ausgeschlossen werden, dass Tuchel sich im Winter ins Zitate-Vermächtnis von Felix Magath eingelesen hat, vor allem in dessen späte Wolfsburger Phase.

Im Dezember 2008 ging Magaths Mannschaft mit neun Punkten Rückstand auf Bayern München und 1899 Hoffenheim in die Winterpause, im Mai 2009 war der VfL Meister. Magath wollte bis zum letzten Schlusspfiff der Saison nichts vom möglichen Titelgewinn wissen. "Ach, Quatsch", antwortete er denen, die seine Mannschaft zum Favoritenkreis zählen wollten, oder "wir sind noch nicht Spitze". So lange wiederholte Magath sein Mantra, bis sein Team eben doch Spitze war und die erste Meisterschaft der Klubgeschichte perfektmachte.

Im Dezember 2015 ging Borussia Dortmund mit acht Punkten Rückstand auf Bayern München in die Winterpause. Und was ist im Mai 2016? Der BVB hat einen Punkt weniger aufzuholen als der VfL damals. Der große Unterschied aber ist der Gegner: 2008/2009 waren die Bayern unter Jürgen Klinsmann eine tief verunsicherte Mannschaft, die im direkten Duell mit den Wolfsburgern beim 1:5 gedemütigt wurden. Unter Josep Guardiola hingegen dominiert das Team die Liga wie wohl noch nie zuvor in der Bundesligageschichte.

2008 lagen die Bayern noch punktgleich mit dem damaligen Aufsteiger 1899 Hoffenheim an der Spitze, Hertha und der HSV hatten zwei Punkte Rückstand, Wolfsburg war nur Neunter. Diesmal ist der BVB ähnlich abgeschlagen wie damals die "Wölfe" - und das als Zweiter. Trainer Tuchel hat die Münchner schon vor der Saison als Maß der Dinge bezeichnet und Guardiola als den wichtigsten Coach der Gegenwart. Im Hinspiel gingen die Dortmunder 1:5 unter, die zweitbeste Hinrunde der Vereinsgeschichte wurde zudem getrübt von einer 1:2-Niederlage in Köln. Seine Mannschaft sei aber "auf einem guten Weg, eine Haltung zu entwickeln, wie sie Spitzenmannschaften auszeichnet", sagte Tuchel.

2012 drehte der BVB nach schwachem Start auf

Diese Stärke hatte der BVB lange unter Jürgen Klopp. 2012 gewann der Klub erstmals in der Vereinsgeschichte das Double aus Meisterschaft und Pokal. Dabei war das Team schwach in die Saison gestartet - nach sechs Spielen stand Dortmund mit sieben Punkten auf Platz elf.

Obwohl es danach besser lief, reichten 34 Punkte nicht für die Herbstmeisterschaft. Die sicherte sich der FC Bayern mit drei Zählern Vorsprung. Doch in der Rückrunde drehte der BVB auf und sorgte am 30. Spieltag mit einem 1:0-Sieg gegen die Münchner für die Vorentscheidung. Dortmund wurde Meister - mit acht Punkten Vorsprung auf den FC Bayern.

Auch dem Rekordmeister gelangen in der Bundesliga-Geschichte historische Aufholjagden: 1971/1972 etwa im Duell mit dem FC Schalke. Und 14 Jahre später wurde ein Klub eingeholt, der vom 2. bis zum 33. Spieltag auf Platz eins stand.

Klicken Sie sich durch die spannendsten Meisterrennen der Bundesliga-Geschichte.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 25 Beiträge
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    Seite 1    
1. Bvb
nummer50 19.01.2016
Solange der BVB Spiele wie gegen Köln oder den HSV verliert, solange bleibt die Meisterschaft 2016 nur ein Traum.
2. Was soll denn das?
Wunderläufer 19.01.2016
Hat da irgendwer Angst, dass unter der anhaltenden Langeweile in der Meisterschaftsfrage die gesamte Liga leiden könnte?
3. Aus der Deckung
briancornway 19.01.2016
Das war 2009 wirklich sehr praktisch: Vorne zogen die direkten Verfolger der Bayern die Aufmerksamkeit auf sich, während Wolfsburg ganz diskret Spieltag für Spieltag ein Stück vorrücken konnte. Es ist leichter, sich nur auf 1 Rivalen konzentrieren zu müssen als auf eine Verfolgerschar. Aber kann man sich vorstellen, dass der FCB noch ein paar Spiele so richtig verhaut ? Ich meine ... mindestens 3 mehr als der BVB ? Letzten Mai gab's 4 Pflichtspielniederlagen nacheinander, aber das war zum ersten Mal seit 24 Jahren, ist also erst in 23 Jahren wieder fällig. Lesen wir den Artikel nochmal, wenn der Abstand sich auf höchstens 3 Punkte verkürzt hat. Also spätestens zum nächsten Saisonbeginn.
4. Kutzop 89. Minute
ich-geb-auf 19.01.2016
daran erinner ich mich als Bayernfan zugern.. Kindheit.. Abendsspiel, heimlich unter der Decke (musste eigentlich schlafen) mit Radio am Ohr... 89. Minute... Elfmeter.. Kutzop wird schießen.. ich hatte Tränen in den Augen.. obwohl mit J.M. Pfaff mein Lieblingstorwart auf der Linie stand, denn ich wusste... Kutzop ist einer der sichersten Elferschützen der Bundesliga.. der ist defintiv drin.. und Bremen Meister... und dann verschiesst er... ich musste so laut jubeln, dass meine Mutter ins Zimmer kam.. Ärger gab es keinen ;) Und am letzte Spieltag dann auch noch die Meisterschaft...
5. Lustiger Artikel
raihower 19.01.2016
Also ich kann mir ja mehrere Gründe vorstellen warum dieser Artikel verfasst wurde. An allererster Stelle - weit vor allen anderen - kommt für mich in Betracht, dass es v.a. um die Forenbeiträge geht, die ein Artikel zum Thema BVB und/oder FC Bayern generiert. Das ist legitim. Dann kann ich mir auch vorstellen, dass mancher beim spon-Sport wirklich Hoffnung hat, dass es noch einmal spannend werden könnte. Das halte ich allerdings für eine sehr gewagte Annahme. Zum einen spricht die Erfahrung der vergangenen beiden Rückrundenverläufe ebenso stark dagegen wie die Gesamtentwicklung seit dem Sommer 2013 - zumindest was die Stabilität der hohen Leistungen beim FC Bayern angeht. Damit bleibt nur zu hoffen, dass die anderen, also eventuelle Verfolger, ähnlich gute Leistungen ähnlich stabil bringen - und selbst dann wird der Vorsprung immer noch mind. 5 Punkte betragen. Selbst wenn wir also annehmen, dass der FC Bayern 2-3 Spiele der Rückrunde verlieren sollte (immerhin 2-3 mal so viele wie in der Vorrunde), dann müsste der BVB es schaffen keines seiner Spiele zu verlieren. Sollte der BVB allerdings auch das eine oder andere Spiel verlieren (nehmen wir mal eine Niederlage an) und vielleicht zweimal Remis spielen, dann würden ihm bereits 7 Punkte fehlen. Das wiederum würde bedeuten, dass die Bayern nicht nur 3 Spiele verlieren müssten sondern sogar gleich deren fünft, oder noch häufiger Remis spielen müssten. Wer das annehmen möchte - meinen Segen hat er. Aber auch wenn die Hoffnung zuletzt stirbt, sie stirbt.
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