Bundesliga-Auftakt: Bremen mit spätem Glück

Die Bundesliga ist turbulent in ihre 42. Saison gestartet: Wegen eines Stromausfalls konnte das Auftaktspiel zwischen Werder Bremen und Schalke 04 erst mit 66 Minuten Verspätung angepfiffen werden. Nach einer mäßigen Partie sicherte Bremens eingewechselter Stürmer Nelson Valdez dem Titelverteidiger kurz vor Schluss den Sieg.

 Knapper Sieg im verspäteten Eröffnungsspiel: Bremen bezwingt Schalke in letzter Minute
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Knapper Sieg im verspäteten Eröffnungsspiel: Bremen bezwingt Schalke in letzter Minute

Bremen - "Joker" Valdez bescherte den Norddeutschen damit einen glücklichen Bundesliga-Auftakt. Der eingewechselte Paraguayer erzielte in der 83. Minute den Siegtreffer zum 1:0 (0:0)-Erfolg im Schlagerspiel gegen Schalke 04. Möglicherweise war der verspätete Beginn der Partie mitverantwortlich dafür, dass das Spiel der beiden Mannschaften zuvor allenfalls durchschnittlich ausgefallen war.

Der mit Spannung erwartete erste Auftritt des Ex-Bremers Ailton für seinen neuen Arbeitgeber im Weserstadion verlief unspektakulär. Der Brasilianer war vor 42.100 Zuschauern bemüht, konnte seinem Bewacher Valerien Ismael unmittelbar nach dem Gegentor ein einziges Mal entwischen, schoss aber Werder-Keeper Reinke an. Auch Bremens Neuzugang Miroslav Klose konnte die Fans der Hanseaten noch nicht zufrieden stellen, der Nationalspieler wurde in der 73. Minute durch Valdez ersetzt.

Nur drei Minuten nach seiner Einwechselung hatte der Südamerikaner zum ersten Mal die Chance zum Siegtor, sein Kopfball strich jedoch knapp über das Schalker Gehäuse. Die beste Schalker Gelegenheit entsprang einem Missverständnis in der Bremer Hintermannschaft, wobei Frank Fahrenhorst seinen Teamkollegen Ismael anschoss, der Ball jedoch knapp am Pfosten vorbeitrudelte.

Ismael und Mittelfeldspieler Tim Borowski waren die stärksten Akteure bei den Norddeutschen, die die "Königsblauen" zum fünften Mal in Folge in einem Heimspiel besiegten. Der Ex-Bremer Mladen Krstajic und der kampfstarke Verteidiger Lewan Kobiaschwili verdienten sich bei den Gästen die besten Noten.

"Sensationelle Zuschauer"

Bremens Trainer Thomas Schaaf zog nach dem Spiel erwartungsgemäß ein positives Fazit: "Das waren nicht die besten Voraussetzungen für ein Bundesligaspiel, aber unsere Zuschauer waren sehr geduldig und fröhlich, sensationell. Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Wir wussten, dass wir vier gute Stürmer haben und uns auf Nelson Valdez verlassen können. Von Miroslav Klose muss noch mehr kommen, aber das klappt nicht von heute auf morgen."

Schalkes Coach Jupp Heynckes reagierte trotz der Niederlage im ersten Saisonspiel relativ gelassen: "Meine Mannschaft hat in der Anfangsphase sehr guten Fußball gespielt und das Spiel dominiert. Wir haben durch unnötige Ballverluste den Gegner ins Spiel kommen lassen. Es war ein gutes Auftaktspiel, wenn man das, was im Vorfeld passiert ist, berücksichtigt. Ich glaube, dass wir mehr verdient hätten", meinte Heynckes.

Wegen Stromausfalls in Bremen blieben die Mattscheiben lange Zeit schwarz: Das Saison-Eröffnungsspiel konnte erst mit Verspätung angepfiffen werden.
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Wegen Stromausfalls in Bremen blieben die Mattscheiben lange Zeit schwarz: Das Saison-Eröffnungsspiel konnte erst mit Verspätung angepfiffen werden.

Wegen des Stromausfalls hatte das Spiel erst mit 66 Minuten Verspätung beginnen können. Vier Minuten vor dem geplanten Anpfiff war ein lauter Knall zu hören. Dann fielen die Lautsprecher und die Anzeigetafel aus, später erlosch auch das Flutlicht. Beide Mannschaften blieben in den Kabinen, der rote Teppich für die geplante Eröffnungs-Zeremonie wurde wieder eingerollt, später wurden die Feierlichkeiten ganz abgesagt. Der Grund für den Zwischenfall waren Bauarbeiten in der Nähe des Weserstadions: Ein Baggerfahrer hatte versehentlich ein Stromkabel durchtrennt.

"Zeitweise an Absage gedacht"

Die Verantwortlichen der Deutschen Fußball Liga (DFL) reagierten zunächst mit Hektik auf die unerwartete Verzögerung, konnten die Lage dann aber beruhigen. "Wir hatten die Situation immer im Griff. Die Zuschauer haben sich vorbildlich und diszipliniert verhalten. Dennoch haben wir zeitweise an eine Absage gedacht", sagte Wilfried Straub, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung.

Die übertragenden Fernsehsender ARD und Premiere überbrückten die Pause mit Werbeclips, Fußballrückblicken und einer Unterhaltungsshow. Die Anhänger beider Klubs im Stadion duellierten sich unterdessen mit Fangesängen und vertrieben sich so die Wartezeit. "Wir wollen Fußball sehen, Fußball geht auch ohne Strom", skandierten sie.

Nach knapp 20 Minuten Wartezeit erschienen die Spieler beider Teams auf dem Rasen und hielten sich mit einer lockeren Trainingseinheit warm. Nach über einer Stunde war dann endlich wieder so viel Strom da, dass das Licht eingeschaltet und das Spiel angepfiffen werden konnte. Ton- und Bildqualität im Fernsehen waren allerdings mehr schlecht als recht und weckten Erinnerungen an Aufzeichnungen aus den sechziger Jahren.

Werder Bremen - FC Schalke 04 1:0 (0:0)

1:0 Valdez (83.)

Bremen: Reinke - Pasanen, Ismael, Fahrenhorst, Stalteri (65. Magnin) - Borowski, Baumann, Ernst (80. Lagerblom) - Micoud - Klose (74. Valdez), Klasnic

Schalke: Rost - Oude Kamphuis, Waldoch, Krstajic, Pander - Poulsen, Altintop (51. Varela), Vermant (80. Lincoln), Kobiaschwili - Ailton, Hanke (65. Delura)

Schiedsrichter: Trautmann (Florstadt) Zuschauer: 42.109 Gelbe Karte: Kobiaschwili

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