Sieg über Hoffenheim: Augsburg lebt

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Augsburg vs. Hoffenheim: Getauschtes Drama Fotos
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Zählte nur die Rückrunde - der FC Augsburg läge auf Rang fünf. Im Abstiegsduell gegen Hoffenheim feierte der Club zwar erst seinen dritten Saisonsieg, übernahm damit aber den Relegationsrang von 1899. In Hoffenheim scheint sich bei den Verantwortlichen Resignation breit zu machen.

Hamburg - Eigentlich stand der FC Augsburg schon als sicherer Absteiger fest. In seinem zweiten Bundesliga-Jahr schien der Club nicht mehr mithalten zu können, bei der Punkteausbeute und der Tordifferenz in der Hinrunde war der FCA genauso schlecht wie der chancenlose Aufsteiger Greuther Fürth. Augsburg, darüber war sich Fußball-Deutschland einig, sei für die erste Liga gestorben. Doch seit der Winterpause ist der Patient auf dem Weg der Besserung, "die Mannschaft lebt", sagte Trainer Markus Weinzierl optimistisch.

Zuvor hatte sein Team das Abstiegsduell gegen 1899 Hoffenheim 2:1 gewonnen und sich in der Tabelle auf Relegationsrang 16 verbessert. "Wir werden jetzt alles daran setzen, diesen Platz zu verteidigen", so Weinzierl. Auch für ihn hatten die Prognosen nicht gut ausgesehen. Der 38-Jährige, der zuvor in der dritten Liga Jahn Regensburg betreut hatte, verzichtete dennoch auf eine Abkehr von seinem Konzept und auf das Verordnen einer radikalen Defensivtaktik. Das zahlte sich aus. Neun Punkte holte Augsburg in den ersten sechs Partien nach der Winterpause - und damit schon so viele wie in der gesamten Hinrunde.

Die Ausgangssituationen für den FCA und Hoffenheim waren vor der Rückrunde ähnlich. Doch während die Augsburger sich im Abstiegskampf aufrafften, erweckten die Hoffenheimer den Anschein, sich ihrem Schicksal ergeben zu haben. "Mindestens 50 Prozent der Mannschaft hat den Abstiegskampf nicht angenommen", sagte 1899-Trainer Marco Kurz, der ermattet wirkte, "das ist enttäuschend".

Augsburg hat sich günstig, aber effektiv verstärkt

Dabei hatte sich 1899-Sportdirektor Andreas Müller vor der Partie noch kämpferisch gegeben. "Es gibt kein schönes Spiel. Es ist eine Schlacht", so Müller, "da muss man schon beim Warmlaufen Schienbeinschützer tragen." Doch die martialische Rhetorik half nichts. Die Gäste traten auf wie fast immer in dieser Saison: ohne Engagement, ohne Einsatz, ohne Mut. Nur in der Nachspielzeit, in der Igor de Camargo noch das schmeichelhafte 1:2 schoss, war so etwas wie ein Aufbäumen zu erkennen. Kurz fasste zusammen: "Es war keine Mannschaft auf dem Platz." Um den Patienten Hoffenheim ist es schlecht bestellt.

In der Winterpause hatte Sportchef Müller für 13,5 Millionen Euro neue Profis verpflichtet - bislang ohne Wirkung. Verstärken konnten David Abraham (4 Millionen Euro), Eugen Polanski (3), Heurelho Gomes (400.000 Leihgebühr) und Igor de Camargo (600.000 Leihgebühr), die gegen Augsburg spielten, den 1899-Kader nicht.

Augsburg dagegen besserte gezielt und effektiv nach, für nur 300.000 Euro. Insbesondere der Südkoreaner Dong-Won Ji, der gegen Hoffenheim sein erstes Bundesliga-Tor erzielte, steht für das spielerisch hochwertigere Auftreten des FCA in der Rückrunde. "Wir haben die Zweikämpfe gewonnen und auch ordentlich gespielt. Das 2:0 war eine Befreiung", sagte Weinzierl.

Hopp will Engagement auch bei 1899-Abstieg fortsetzen

Ein weiterer Grund für den Aufschwung in Augsburg ist Sascha Mölders. In der Rückrunde hat der Torjäger bereits sechsmal getroffen, machte gegen 1899 das 2:0. Der 27-Jährige steht aber auch für den Kampfgeist des FCA. Als Stürmer bestritt er insgesamt 39 Zweikämpfe - mehr als jeder andere Spieler an diesem Nachmittag.

Müller, der zuletzt mit Wutreden aufgefallen war, blieb nach der Pleite und ob des desolaten Hoffenheimer Zustands überraschend ruhig. "Wir werden in Ruhe über die nächsten Schritte nachdenken", so der Sportdirektor im TV-Sender Sky: "Es waren harte Tage." Hoffenheim hat zehn der vergangenen zwölf Begegnungen verloren, und am Sonntag in einer Woche (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) geht es gegen den FC Bayern. Besserung ist nicht in Sicht.

Immerhin: Auch im Falle eines Abstiegs will Mäzen Dietmar Hopp, der seit 1989 insgesamt 350 Millionen Euro in den Club investiert hat, Hoffenheim weiter unterstützen. "Es würde mit großem Elan und Begeisterung weitergehen", so der 72-Jährige, "auch andere sind schon ab- und wieder aufgestiegen."

FC Augsburg - 1899 Hoffenheim 2:1 (1:0)
1:0 Ji (45.)
2:0 Mölders (79.)
2:1 De Camargo (90.+2)
Augsburg: Amsif - Vogt, Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek - Baier - Hahn, Koo, Ji (73. Ottl), Werner (81. De Jong) - Mölders (90. Oehrl)
Hoffenheim: Gomes - Beck, Abraham, Delpierre (22. Vestergaard), Johnson - Weis (68. De Camargo), Polanski - Firmino (45.+1 Schröck), Joselu - Derdiyok, Volland
Schiedsrichter: Meyer
Zuschauer: 28.211
Gelbe Karten: Hahn - Volland (3), Beck (5), Polanski (5), Vestergaard (2), Schröck (2)

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Sascha Mölders
dasbeau 24.02.2013
Guter Mann! Ich vermisse ihn noch immer bei RWE !!
2. sehr gut augsburg
ziegenzuechter 24.02.2013
toller sieg. jetzt wird der retorten und reagenzglasverein hoffenheim, das spielzeug eines gelangweilten milliardärs hoffentlich tatsächlich absteigen. doch es stellt sich eine frage: was passiert mit dem sinsheimer stadion? nächstes jahr vor 50 heim"fans" und 1000 auswärtsfans in liga 2 wird hoffeneheim ja wieder im hoffenheimer stadion spielen. was wird aus der sinsheimer arena???? hat jemand vorschläge?
3. ich als...
derlabbecker 24.02.2013
Zitat von sysopGetty ImagesZählte nur die Rückrunde - der FC Augsburg läge auf Rang fünf. Im Abstiegsduell gegen Hoffenheim feierte der Club zwar erst seinen dritten Saisonsieg, übernahm damit aber den Relegationsrang von 1899. In Hoffenheim scheint sich bei den Verantwortlichen Resignation breit zu machen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-augsburg-hat-das-abstiegsduell-gegen-hoffenheim-gewonnen-a-885201.html
... Hoffenheim-Trainer würde der Mannschaft in den kommenden Tagen statt Training immer und immer wieder das Spiel vorführen. Insbesondere die Szenen mit Mölders, wie es sich die Nase verletzt, wieder reinkommt, kämpft wie ein Tier und dann noch das Tor macht. So geht Abstiegskampf. Stelle mir gerade einen Hoffenheimer mit der Nasenverletzung vor. aua, Trainer, ich will raus, Auswechselung, und ab in die Kabine. Welchen Charakter die Spieler haben siehr man doch bestens beim Wiese. Zum Torwart Nummer 3 degradiert, auf die Tribüne gesetzt, und er wehrt sich nicht mal. Warum auch? Die kohle kommt reichlich und pünktlich, und wenn man im Sommer absteigt, nun, was solls, mangels Vertrages für Liga 2 ist man ablösefrei, und es gibt auch noch fettes Handgeld vom neuen Verein.
4. Vorschlag
tomkey 24.02.2013
Zitat von ziegenzuechtertoller sieg. jetzt wird der retorten und reagenzglasverein hoffenheim, das spielzeug eines gelangweilten milliardärs hoffentlich tatsächlich absteigen. doch es stellt sich eine frage: was passiert mit dem sinsheimer stadion? nächstes jahr vor 50 heim"fans" und 1000 auswärtsfans in liga 2 wird hoffeneheim ja wieder im hoffenheimer stadion spielen. was wird aus der sinsheimer arena???? hat jemand vorschläge?
Mit Malerfolie abdecken und als Denkmal nachkommenden Fußballgenerationen erhalten. Dazu noch die pfeifende Lautsprecheranlage des Stadiongärtners vorm Gästeblock aufbauen, um die Peinlichkeit von Kadavergehorsam vorzuführen.
5. Lautsprecher
Freifrau von Hase 24.02.2013
Zitat von tomkeyMit Malerfolie abdecken und als Denkmal nachkommenden Fußballgenerationen erhalten. Dazu noch die pfeifende Lautsprecheranlage des Stadiongärtners vorm Gästeblock aufbauen, um die Peinlichkeit von Kadavergehorsam vorzuführen.
Der pfeifende Lautsprecher war aber eine coole und witzige Aktion. Das hat gezeigt, wie man sich auf lustige und intelligente Weise gegen pöbelnde Prolls im Stadion wehren kann. Ich habe herzhaft gelacht damals.
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