Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Kampf um Champions-League-Plätze: Vier gewinnt

Gladbach-Trainer Schubert: Wünscht sich auch in der nächsten Saison Auftritte in der Champions League Zur Großansicht
DPA

Gladbach-Trainer Schubert: Wünscht sich auch in der nächsten Saison Auftritte in der Champions League

Das Rennen um die Champions League spitzt sich zu: Vier Bundesliga-Mannschaften kämpfen um Platz vier. Neben den arrivierten Teams könnte ein Außenseiter von der Schwäche der anderen profitieren.

Mit dem 1:0-Sieg der Hertha in Köln konnten die Berliner den ersten Ligaerfolg im Kalenderjahr 2016 feiern. Damit widerlegte die Mannschaft von Pál Dárdai die Kritiker, die dem Überraschungsdritten nach dem Jahreswechsel einen baldigen Absturz aus den Europapokalrängen prognostiziert hatten. Beachtliche 39 Punkte hat Berlin jetzt gesammelt, hinter dem Hauptstadtverein liegen die Konkurrenten allerdings dicht beieinander. Die viertplatzierten Leverkusener und den FSV Mainz 05 auf Rang sieben trennen lediglich zwei Zähler.

Am heutigen Sonntag treten mit Bayer, Borussia Mönchengladbach, dem FC Schalke 04 und besagten Mainzern gleich vier Anwärter auf den begehrten Tabellenplatz vier an, der zur Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League berechtigt. Die Königsklasse ist bekanntermaßen der attraktivste Wettbewerb im europäischen Vereinsfußball. Da geht es nicht nur gegen die großen Namen der Branche - es winken auch die üppigsten Einnahmen.

Zur Großansicht
Getty Images

Bayer 04 Leverkusen (35 Punkte, Platz vier)

Bayer Leverkusen, das sich im Vorjahr über den Umweg der Qualifikationsrunde einen Platz im Teilnehmerfeld der Champions League gesichert hatte, sorgte nach dem Eklat um Roger Schmidt mit einer guten Leistung in der Europa League wieder für positive Schlagzeilen. Nach zwei souveränen Auftritten gegen Sporting Lissabon zog man ins Achtelfinale ein, in dem man es mit dem FC Villarreal zu tun bekommen wird.

Im Rennen um den begehrten Bundesligaplatz vier werden die Leverkusener also vorerst weiter einer Doppelbelastung ausgesetzt sein, angesichts der aktuellen Verletzungsprobleme könnte dies der Werkself jedoch zum Verhängnis werden. Derzeit fallen mit Ömer Toprak, Kyriakos Papadopoulos, Kevin Kampl, Hakan Calhanoglu und Stefan Kießling fünf Spieler aus, die fit als ernsthafte Optionen für die Startelf gelten würden.

Da auch Lars Bender und Charles Aránguiz nach langwierigen Verletzungen noch lange nicht wieder ihr Top-Niveau erreicht haben, könnte Bayers dünne Personaldecke im weiteren Saisonverlauf das Erreichen der eigenen Ziele ernsthaft gefährden. Zumal Leverkusen auch in dieser Spielzeit wieder einmal nicht konstant gute Leistungen abliefert. Noch nie gelangen in der laufenden Saison mehr als zwei Siege in Folge.

Zur Großansicht
DPA

Borussia Mönchengladbach (35 Punkte, Platz fünf)

Die Konkurrenz vom Niederrhein kann sich nach dem Aus in der Gruppenphase der Champions League und dem DFB-Pokal hingegen mit voller Konzentration der heimischen Liga widmen. Die ganz große Euphorie nach dem Trainerwechsel zu André Schubert ist allerdings lange abgeebbt, zwei Siege im neuen Jahr stehen drei Ligapleiten gegenüber. Zumal es auch unter Neu-Coach Schubert nicht gelungen ist, die akute Defensivschwäche abzustellen. Mit 38 Gegentoren stellt Gladbach mit Abstand die löchrigste Defensive aller Anwärter auf Platz vier.

Der Tabellenletzte aus Hannover musste genauso viele Treffer hinnehmen, einzig die Torhüter von Stuttgart (44) und Bremen (46) mussten häufiger hinter sich greifen. Dennoch verfügt die Gladbacher Borussia insbesondere in der Offensive über ausreichend spielerisches Potenzial, um in der Endabrechnung auf Platz vier zu landen. Am vorletzten Spieltag empfängt man im eigenen Stadion Bayer Leverkusen - ein Detail, das eventuell den Ausschlag zugunsten der heimstarken Borussia geben könnte.

Zur Großansicht
AP/dpa

FC Schalke 04 (34 Punkte, Platz sechs)

Bei Schalke 04 macht sich derzeit Unruhe breit. Nach der wenig zufriedenstellenden letzten Saison sollte unter André Breitenreiter alles besser werden. Immer wieder wurde kommuniziert, dass man vor allem die Unterstützung des eigenen Anhangs zurückgewinnen wolle. In der Europa League setzte es zuletzt allerdings eine deutliche 0:3-Heimpleite gegen Schachtjor Donezk, die Fans der Königsblauen quittierten die Leistung ihrer Lieblinge mit Hohn und Spott.

Und gerade aus Gelsenkirchen ist ja hinlänglich bekannt, dass sich Empfindlichkeiten im Umfeld des Vereins auf die Leistungen der Spieler auswirken. Bereits im letzten Jahr kippte die Stimmung im Anschluss an die Derbypleite gegen den BVB, in den verbleibenden elf Ligapartien konnten nur noch drei Siege eingefahren werden. Auch in dieser Saison droht ein ähnliches Schicksal, stehen doch viele junge Profis im Kader, die noch nicht allzu viele Erfahrungen im Profigeschäft gesammelt haben.

Zusätzlich scheint die Personalie Horst Heldt weiter wie ein Damoklesschwert über dem Verein zu schweben. Der scheidende Sportvorstand, der zur neuen Saison vom langjährigen Mainzer Manager Christian Seidel abgelöst wird, wird mit allen Mitteln versuchen, einen abermaligen Bruch zwischen dem Schalker Anhang und der Mannschaft zum Ende seiner Zeit auf Schalke zu verhindern.

Zur Großansicht
Getty Images

FSV Mainz 05 (33 Punkte, Platz sieben)

Zumindest nach ihrem eigenen Selbstverständnis zählen sich drei der genannten Teams zum exklusiven Zirkel der Champions-League-Vertreter, einzig im Umfeld von Mainz 05 würde eine Qualifikation für die europäische Königsklasse für außergewöhnliche Freudensprünge sorgen. Seit dem 13. Spieltag arbeitete man sich von Tabellenplatz elf bis auf Rang sieben nach oben. Trotz ihrer Heimsiege über die direkten Konkurrenten aus Mönchengladbach und Schalke fliegen die Rheinhessen nach wie vor unter dem Radar vieler Experten.

Selbstverständlich kann die individuelle Qualität des Mainzer Kaders sich nicht mit der der anderen drei Teams messen. Aber Martin Schmidt hat es nach guter Mainzer Tradition geschafft, ein funktionierendes Kollektiv zu formen, das es dank mannschaftstaktischer Automatismen und viel Herzblut regelmäßig schafft, auch höher eingeschätzten Konkurrenten Punkte abzunehmen. Der 48-jährige Schweizer kann seit seinem Amtsantritt im Februar 2015 eine Siegquote von 38,9 Prozent in Pflichtspielen vorweisen - das könnte die Mainzer Fans zuversichtlich stimmen.

Die Rivalen um Rang vier sollten gewarnt sein: Bei eigenen Ausrutschern könnten die 05er zur Stelle sein.

lst

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Das große Bilderrätsel

Fotostrecke
Millionen für Spieler: Die teuersten Bundesliga-Transfers

Themenseiten Fußball
Tabellen


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: