Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Bayern-Sieg in Hamburg: Als hätten sie verloren

Aus dem Volksparkstadion berichtet

DPA

Bayern München hat zum Rückrunden-Auftakt gegen den HSV gewonnen, doch von Freude war beim Meister wenig zu spüren. Das liegt vor allem am angekündigten Abschied von Trainer Josep Guardiola.

Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.


"Lame Duck" oder "jetzt erst recht" - das war die große Frage vor dem ersten Pflichtspiel des FC Bayern nach der Ankündigung des Trainers, den Verein am Saisonende zu verlassen. Entweder würde Josep Guardiolas Autorität leiden, weil er ohnehin nicht mehr lange da ist. Oder das Wissen um den bevorstehenden Abschied würde neue Kräfte beim Spanier und der Mannschaft freisetzen, so wie es unter Joseph Heynckes geschah, der drei Titel gewann, nachdem der Klub seinen Nachfolger bereits benannt hatte.

Der 2:1-Sieg beim Hamburger SV zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde hat diese Frage noch nicht ganz beantworten können, ließ aber erste Rückschlüsse zu. Und er zeigte deutlich, dass die Münchner trotz der souveränen Tabellenführung enorm unter Druck stehen.

Die "Bild"-Zeitung hat vor Kurzem verfügt, "dass Guardiola am Ende seiner Bayern-Zeit ausschließlich daran gemessen wird, ob er im dritten Anlauf die Champions League gewinnen wird oder nicht". Aber bis die Champions League wieder losgeht, wollten die Kollegen von der "Sportbild" nicht warten: "Erste Zweifel an Pep" titelte die Zeitschrift in dieser Woche.

Fotostrecke

9  Bilder
Bundesliga: Bayern schlägt den HSV knapp
Vielleicht auch deshalb wirkten Spieler und Verantwortliche des FC Bayern nach dem Sieg in Hamburg, als befänden sie sich in einem Belagerungszustand. Außer Arjen Robben wollte kein Profi mit den wartenden Reportern sprechen, und auch der Niederländer sagte Sätze, die man normalerweise nach einer Niederlage hört: "Wir werden alles ganz genau analysieren. Wir arbeiten gut und wir trainieren gut und wir versuchen, uns auch zu verbessern."

In der anschließenden Pressekonferenz gab es nur kritische Fragen an Guardiola: Lag die Verletzung von Jérôme Boateng am falschen Training? War die Leistung von Thiago ausreichend?

Dabei hatten die Münchner bei einem unangenehm zu spielenden Gegner verdient den Rückrundenauftakt gewonnen. Aber eben nicht mit dem Glanz, der Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, wie man das von dem Team gemeinhin gewohnt ist. Auch HSV-Coach Bruno Labbadia wiederholte mehrmals, dass die Bayern-Tore diesmal nicht schön herausgespielt waren. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass der zwischenzeitliche Hamburger Ausgleich zumindest als kurios bezeichnet werden darf.

Bayern-Trainer Guardiola (l.): Will seine Mannschaft viel trainieren lassen Zur Großansicht
DPA

Bayern-Trainer Guardiola (l.): Will seine Mannschaft viel trainieren lassen

Hoffen auf Hoeneß

Guardiola betonte trotz des Siegs, wie viel die Mannschaft in den kommenden Wochen trainieren werde. Auch Matthias Sammer, dessen Miene noch etwas finsterer wirkte als gewohnt, sah sich genötigt, Dinge zu wiederholen, die eigentlich Selbstverständlichkeiten für einen Klub wie den FC Bayern und einen Trainer wie Guardiola sind: "Er ist im Trainingsalltag sehr intensiv dabei und natürlich auch in den taktischen Besprechungen."

Es könnte noch eine lange und anstrengende Rückrunde für den FC Bayern werden, wenn das so weitergeht; wenn die Stimmung schon nach Siegen so angespannt ist, was soll dann erst passieren, wenn es zum Beispiel eine Niederlage im Champions-League-Hinspiel in Turin geben sollte?

Vielleicht fehlt den Bayern, die sportlich kaum Sorgen kennen, neben dem Platz momentan tatsächlich die berühmte "Abteilung Attacke". Jemand wie Uli Hoeneß hätte sich zu seinen Hochzeiten wohl kaum auf den Rechtfertigungsdiskurs eingelassen, in den die Münchner aktuell verwickelt werden. Der langjährige Manager und Präsident wird Ende Februar vorzeitig aus der Haft entlassen. Rechtzeitig zum Rückspiel gegen Juventus.

Zusammengefasst: Nach dem 2:1-Sieg in Hamburg wirkten Spieler und Trainer von Bayern München unzufrieden. Der Abgang von Trainer Josep Guardiola hat den Klub unter Druck gesetzt. Das merkte man auf dem Platz und anhand der Reaktionen nach dem Spiel.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 31 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. So ein Unsinn
doobiebrother 23.01.2016
Außer robben wollte also niemand mit dem Reportern sprechen... Ich habe nach dem lewandowski Interview abgeschaltet...
2. hallo?w
uksubs 23.01.2016
ich bin wahrlich kein bayernfan. allein - es ist rückrundenauftakt, mal schön den ball flach hal!ten
3. Wie immer
holgiplo 23.01.2016
Kein Wort über den Gegner der Überbayern. Pep und co sind mal wieder alleine für die 90min verantwortlich. Ohne Worte
4. Der Versuch, eine Krise herbeizureden,
ptb29 23.01.2016
ist so offensichtlich, wie immer. Diesmal also bei den Bayern.
5. @holgiplo
jkutzner 23.01.2016
Der Artikel beschäftigt sich mit der derzeitigen Stimmungslage beim FC Bayern nach Guardiolas Abschiedsankündigung und dem knappen Auswärtssieg. Der HSV wird mehrfach erwähnt, aber er ist nun mal nicht Thema des Artikels. Für Spielberichte bitte den Kicker lesen und für HSV Lobpreisungen die Hamburger MoPo.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Bundesliga: Bayern schlägt den HSV knapp

Das große Bilderrätsel
Fotostrecke
Millionen für Spieler: Die teuersten Bundesliga-Transfers

Themenseiten Fußball

Tabellen

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: