Drei Thesen zur Bundesliga Bayerns Einbruch kommt - aber nicht in dieser Saison

Bayerns Leistungen zum Saisonstart lassen wenig Hoffnung auf Spannung zu. Die gibt es nur im Verfolgerfeld hinter den Münchnern. Korkuts Stuttgarter werden dabei keine Rolle spielen.

Robert Lewandowski (links) und Thomas Müller
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Robert Lewandowski (links) und Thomas Müller

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1. Die Bayern werden schwächeln - aber frühestens in der nächsten Saison

21 Punkte Vorsprung hatten die Bayern am Ende der vergangenen Spielzeit - übrigens nach einem 1:4 gegen den VfB Stuttgart - vor Vizemeister Schalke 04. Wie langweilig war das denn? Doch nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Frankfurt und vor Beginn der neuen Spielzeit keimte ein wenig Hoffnung auf bei der Konkurrenz in der Liga: Vielleicht hat der FCB seinen Zenit ja überschritten. Und vielleicht bringt ein Umbruch unter dem neuen Trainer Niko Kovac ja die anderen Teams in Schlagdistanz.

Pustekuchen: Die Bayern zeigen sich an den ersten Spieltagen nicht nur hellwach, sondern auch körperlich und mental in Bestform und vor allem spielstark. Die zwei Siege gegen Hoffenheim und Stuttgart belegen: Das Gerüst mit den älteren Spielern trägt. Die Achse aus Manuel Neuer, Mats Hummels, Jérôme Boateng, Arjen Robben, Franck Ribéry, Thomas Müller und Robert Lewandowski ist eingespielt, erfahren, abgezockt und gefährlich zugleich.

Hinzu kommen punktuelle Verstärkungen wie Leon Goretzka, die den FCB in gewisser Hinsicht unberechenbarer machen. Erst, wenn die Münchner Veränderungen an den Grundfesten ihres Teams vornehmen müssen, wird die Konkurrenz wirklich auf Titelchancen hoffen dürfen - das aber frühestens in der nächsten oder übernächsten Saison.

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Bayerns Sieg gegen Stuttgart: Drei Spieler, drei Tore, drei Assists

2. Spannung gibt es nur hinter den Bayern

Fast-Absteiger Wolfsburg startet mit zwei Siegen gegen die Europapokal-Starter Schalke und Leverkusen überraschend erfolgreich in die neue Saison, auch Augsburg und Bremen sind relativ gut aus den Startlöchern gekommen. Die Bayern müssen sich vor diesem Teil der Konkurrenz wohl nicht fürchten. Aber die ersten Partien zeigen: Der Kampf um die internationalen Ränge könnte in dieser Saison noch interessanter werden. Die etablierten Klubs Schalke, Hoffenheim, Dortmund, Leverkusen und Leipzig sollten nicht den Fehler machen, auf die über allen schwebenden Bayern zu schauen, sondern sich darauf konzentrieren, wer ihnen von unten das Leben schwer macht.

Vor allem, wenn die Spiele in der Champions und Europa League beginnen, wird sich zeigen, wer mit der Doppelbelastung gut klarkommt - und welche Vereine profitieren können. Wenn die schwächer eingestuften Teams auch an den kommenden Spieltagen den vermeintlich stärkeren Mannschaften Punkte klauen, rückt die Liga unterhalb der Münchner immer enger zusammen. Das verspricht Spannung - wenn auch nicht im Kampf um den Titel.

3. Korkut tut Stuttgart nicht gut

Es war die 57. Minute im Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München: Anastasios Donis wurde aus-, Eric Thommy eingewechselt. So weit, so gewöhnlich. Aber: 60.000 Zuschauer in der Stuttgarter Arena brachen in ein gellendes Pfeifkonzert aus, sahen sie doch ihren bis dato besten Offensivspieler vom Platz schleichen. Es waren keine Pfiffe gegen Donis, es waren Pfiffe gegen VfB-Trainer Tayfun Korkut und seine destruktive Spielweise. Schon beim Pokal-Aus in Rostock und der Auftaktniederlage gegen neuformierte Mainzer deutete sich an, dass die neue Spielzeit für Korkut schwieriger wird als die vergangene. Da rettete der Trainer, kurz nach der Winterpause gekommen, den VfB erst vor dem Abstieg, um dann sogar fast in die Europa League einzuziehen.

Tayfun Korkut
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Tayfun Korkut

Es war ein trügerischer Erfolg: Denn auch in der Vorsaison war die Spielweise von Korkut ähnlich destruktiv, er hatte aber in Daniel Ginzcek und Mario Gomez zwei wuchtige Mittelstürmer, die seinem Spiel offensive Entlastung brachten.

Ginzcek trifft inzwischen für Wolfsburg, bleibt noch Gomez. Der zurückgetretene Nationalspieler wirkt im Stuttgarter Spiel in der neuen Saison wie ein einsamer Wolf ohne Bindung zum Spiel. Gomez hatte gegen die Münchner mit 24 Ballaktionen die wenigsten aller Spieler, die 90 Minuten auf dem Platz standen. Selbst Bayern-Torwart Neuer hatte mehr, obwohl er keinen einzigen Schuss auf sein Tor bekam. Das System Korkut zündet fehl - und ob es in Stuttgart überhaupt noch einmal zündet, darf zumindest bezweifelt werden.

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joke61 02.09.2018
1. Bin bei weitem kein Bayern fan,
frage mich allerdings, was trainieren die anderen BL Manschaften? Fehlpassorgien ohne gleichen. Da sind Profis nicht in der Lage einen Pass über 5 Meter an dn Mann zu bringen. Geben Ihren Gegenspielern Geleitschutz bis zum 16 Meter Raum. Kein Wunder, dass die altherren Mannschaft., eingespielt in der Lage ist alle anderen ins Leere laufen zu lassen. Vielleicht werden die alten Herren ja nach und nach müder und unkonzentrierter. Ist eigentlich die einzige Möglichkeit Bayern die Meisterschale zu entreißen. International wird Bayern aber nicht standhalten können. Zumal die entscheidene internatioalen Spiele dann kommen, wenn die Bayern ausgelaugt sind. Sollten die Bayern bis zu diesem Zeitpunkt in der BL Tabelle noch nicht genug Vorsprung haben, wird es eng! Es gibt durchaus Mannschaften in der BL, die zwar nicht vernünftig Fußball spielen können, aber in der Lage sind, die Bayern nieder zu kämfpen.
spmc-131456386838485 02.09.2018
2. Der Kern des Problems
Alle warten mit großer Vorfreude auf den Münchner Einbruch. Aber wie soll der bei dieser finanziellen Ausstattung kommen? Warum nicht lieber den Aufbruch suchen? Der BVB hat es 2011/2012 ja vorgemacht.
hj.binder@t-online.de 02.09.2018
3. In Sachen Meisterschaft
ist die Sache gelaufen, die Firma FCB wird Meister. Die Trainer der anderen Mannschaften sind gut beraten, wenn sie ihre besten Leute nicht gegen die Bayern+Schiedrichter+Videoschiedsrichter verheize; sie sollten der 2. Reihe den Auftritt gegen die Bayern gönnen incl. dem Lernfeld in ein aussichtsloses Spiel zu gehen. Das stählt; vielleicht gibt es irgendwann Schiedrichter die auf die Alte-Herren-Schwalben der Bayern nicht hereinfallen und vielleicht gibt es Video-Leute die sich trauen einen Bayernspieler vom Platz zu stellen. Spielerisch ist in Bayern nichts los, man wird es in der CL sehen.
brandmauerwest77 02.09.2018
4. Trainer Korkut
war letzte Saison genau der richtige Mann am richtigen Platz. Aber nun ist es höchste Zeit nach den bisherigen Darbietungen, den Trainer zu wechseln. Die Mannschaft hat sich verändert, Gomez scheint endgültig in die Jahre gekommen, man braucht schnellstens ein Spielsystem, was passt und Erfolg bringt. Es sieht nicht so aus, als könnte Noch-Trainer Korkut da liefern. Die Vorbereitungsphase auf die Saison sah zwar richtig gut aus, aber anscheinend haben sich dieVerantwortlichen davon blenden lassen, der Scherbenhaufen ist nun erstmal da. Es wird schwer, Ihn zusammenzukehren und rechtzeitig in die Spur zu finden. Schnelles Handeln ist angesagt. Auf gehts Reschke !
Thorkh@n 02.09.2018
5. Eure ...
... Thesen nach einzelnen Spielen oder wie hier nach noch nicht einmal zwei vollständigen Spieltagen sind doch ein schlechter Witz. Sämtliche Teams sind noch in der Spätfindungs- oder frühen Konsolidierungsphase, die erfahrungsgemäß erst zwischen dem 5. und 10. Spieltag abgeschlossen ist. Frühestens dann lassen sich Thesen hin zur "Herbst-Meisterschaft" aufstellen.
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