Bayern-Spieler Robben und Ribéry Noch einmal zaubern

Bayerns Flügelspieler Arjen Robben und Franck Ribéry stehen wohl vor ihrer letzten großen gemeinsamen Saison in München. Eine neue Generation drängt nach vorn.

DPA

Ein Jahr ist im modernen Profifußball eine Ewigkeit. In einem Jahr können Sieger zu Verlierern werden, Karrieren unerwartet beginnen und genauso schnell zu Ende gehen. Trainer und Spieler können viel Neues übereinander lernen. Beim FC Bayern mit seinem katalanischen Trainer Josep Guardiola war das in den vergangenen zwölf Monaten so, beide entdeckten immer wieder neue Seiten des anderen.

Besondere Entwicklungen haben dabei die Beziehungen Guardiolas zu seinen Stars Franck Ribéry und Arjen Robben durchgemacht, hätten sie unterschiedlicher doch kaum verlaufen können. Ihre Fortsetzung dürfte eine der spannendsten Bayern-Geschichten der neuen Saison werden - auch weil das gerade beginnende Fußballjahr ihr vielleicht letztes großes gemeinsames Kapitel ist.

Denn mangelt es den Münchnern nach der schweren Verletzung von Javier Martínez zwar gerade an fitten wie fähigen Verteidigern, sind sie in der Offensive so stark wie selten zuvor aufgestellt, aktuell und perspektivisch. Sind sie gesund und gut drauf, werden Robben und Ribéry, mittlerweile 30 und 31 Jahre alt, wichtige Rollen im Bayern-Angriff spielen. Fällt einer von ihnen aus, stehen mit Thomas Mülller und Mario Götze zwei Weltmeister parat, die gemeinsam mit dem im Sturm gesetzten Robert Lewandowski zaubern sollen.

Gerade erst sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge über Götze: "Er hat herausragende Talente, von denen wir natürlich noch viele, viele Jahre profitieren wollen. Ich hoffe, dass er ein Herzstück einer neuer Bayern-Generation wird." Käme im nächsten Jahr tatsächlich der Dortmunder Marco Reus dazu, an dem die Bayern jetzt bereits heftig baggern, hätte die junge Konkurrenz einen weiteren Verbündeten.

"Ich will immer spielen"

Ribéry bringt sich deshalb schon jetzt in Position. "Ich will immer spielen. Ich bin nicht mehr 24, sondern bald 32. Vielleicht brauche ich ab und zu eine Pause, aber bitte nicht zu oft", sagte der Franzose der "Sport Bild". "Nur wenn ich im Rhythmus bin, bin ich der echte Franck. Ich brauche Rhythmus und Spiele für meine Explosivität." Beim Bundesligaauftakt gegen Wolfsburg (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird er allerdings wie schon im Supercup und im DFB-Pokal mit Patellasehnen-Problemen fehlen. Ribéry weiß, dass seine Situation in München schon einmal besser war.

Als Guardiola die Mannschaft im vergangenen Sommer übernahm, soll er sich besonders auf Ribéry gefreut haben. Es sei etwas Besonderes, mit so einem Spieler arbeiten zu dürfen, verriet er damals seinem Umfeld. Robben betrachtete Guardiola dagegen skeptisch. Ein hervorragender Spieler, doch auch ein Sturkopf, einer, der bockt, wenn er nicht zur Startelf gehört und Anweisungen befolgen soll, die ihm nicht passen.

Nun, die kleine Ewigkeit eines Fußballjahres später, haben sich die Vorzeichen umgekehrt. Während die Kurve Ribérys ab der Winterpause nach unten zeigte, bewegte sich Robbens immer weiter nach oben. Laut Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge war der Niederländer der "vielleicht beste Spieler der WM", Ribéry ist wegen seiner Rückenverletzung gar nicht erst dabei gewesen.

2014 hatte für den Franzosen schon mit einer Enttäuschung begonnen, als er bei der Wahl zum Weltfußballer gegen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi verlor. Es folgte der unrühmliche Prozess in der Sexaffäre um eine minderjährige Prostituierte und eine Operation am Gesäß. Ribéry war blockiert, auf dem Platz konnte er seine Leistung nicht mehr abrufen, und je länger dieser Zustand dauerte, desto größer wurde die Angst davor, nicht mehr zum alten Niveau zurückzufinden.

Ribéry fand nicht zu seiner Form zurück

Im März, gut zwei Wochen vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester United, appellierte Guardiola an Ribéry: "Franck, wenn du in Top-Form bist, wie zu Beginn der Saison, und so wie Arjen im Moment drauf ist, dann können wir die Champions League gewinnen. Aber ich brauche dich in Top-Form. Sonst werden wir keine Chance haben. Von dir hängt viel ab", so schreibt es Martí Perarnau in dem Buch "Herr Guardiola". Aber Ribéry kam nicht in Form, und sein Team schied im Halbfinale gegen Real Madrid aus.

Guardiola habe damals erkennen müssen, so sagen es nahestehende Beobachter, dass er nicht zu Ribéry habe vordringen können. Dass der Spieler oft nicht in der Lage war, seine taktischen Anforderungen umzusetzen, auch weil er zu sehr mit sich selbst beschäftigt war. Ribéry, der vielleicht brillanteste Spieler des Jahres 2013, tat sich schwer, sich in den Guardiola-Fußball hineinzudenken, der stark vom Mannschaftsgedanken und der Unterordnung des Einzelnen abhängt.

Robben dagegen schaffte genau das - obwohl Guardiola zuvor vom Gegenteil ausgegangen war. Vielleicht war es auch diese Entwicklung, die ihn während der Weltmeisterschaft in Brasilien so stark sein ließ; er hat im vergangenen Jahr in München Geduld und ein wenig Demut gelernt. Robben hat es sowohl unter Guardiola als auch unter Louis van Gaal, bis vor wenigen Wochen niederländischer Nationalcoach, geschafft, seine persönlichen Befindlichkeiten hintanzustellen.

Im Gegensatz zu Ribéry konnte Robben ohne größere Beschwerden in die neue Saison starten. Doch sollte auch der Franzose es schaffen, in den kommenden Wochen wieder der Alte zu werden: Das geniale Duo könnte noch einmal einen großen Auftritt haben.

insgesamt 8 Beiträge
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schwaebischehausfrau 22.08.2014
1. Weil dem so ist...
und diese beiden Leistungsträger schon über 30 sind, ist es schwer verständlich, dass der Verein Ihnen in der Euphorie nach der CL-Erfolg die Verträge nochmal langfristig verlängert hat. Beide können wenn wirklich alles gut läuft noch 2-3 Jahr, auf hohem Niveau spielen. Aber beide haben auch eine gewisse Verletzungs-Anfälligkeit (Robben glücklicherweise seit 2 Jahren weniger, dafür Ribery um so intensiver) und das wird tendenziell ja altersbedingt zunehmen statt abnehmen. Bayern muss aufpassen, dass sie die kontinuierliche schrittweise Verjüngung des Kaders nicht verpassen und die jungen Spieler wie Shaqiri, Götze und Höjbjerg mehr und mehr Einsatzzeiten bekommen
hansdampf77 22.08.2014
2. Naja...
Ich habe selten einen konstruierteren Sportartikel gelesen, da ist einfach unfassbar viel Kaffeesatzleserei dabei. Natürlich werden Spieler mit zunehmenden Alter irgendwann nicht mehr attraktiver, aber das hört sich alles schon nach "Abschiedssaison" an. Wer sagt denn, dass Ribery nach seinem Rückzug aus der Nationalmannschaft nicht nochmal 2-3 Jahre verletzungsfrei bleibt und auf allerhöchstem Niveau spielen kann? Lahm ist nur wenige Monte jünger als Ribery, würde man soetwas auch über Lahm schreiben? Und Arjen Robben war einer der besten Spieler der WM und ist fitter denn je... für mich kein Artikel mit viel Substanz, den man zudem als Kommentar/Meinung hätte kennzeichnen sollen.
Raúl gonzales 22.08.2014
3.
Die beiden sind derzeit nicht zu ersetzten.
Wupperflipper 22.08.2014
4.
Woche für Woche ein Fußballartikel über Bayern. Nur mal so zur Info, es gibt 18 Bundesligavereine! Würde gerne mal was über den sensationellen Aufsteiger Padaborn lesen. Aber nein, lieber irgend eine Belanglosigkeit über alternde Spieler des FCB. Soll man das jetzt Qualitätsjournalismus nennen?
noonecares 22.08.2014
5. irreführend
Die erweiterte Überschrift ist irreführend, da sie besagt; dass die jüngere Generation nachrücken werde. Jedoch wurden nur einmal Müller und Götze erwähnt und darüber spekuliert, ob Reus kommt oder nicht. Alle weiteren Spieler, die diese Positionen besetzen können oder je nach System die Plätze einnehmen könnten, wurden nicht erwähnt. So könnte Shaquiri sowohl auf der Position Riberys als auch auf der von Robben spielen, Alaba ebenso auf links rücken, da mit Bernat ein neuer Linksverteidiger kam und Alaba vielseitig einsetzbar ist, Højberg kann auch dort eingesetzt werden, Thiago könnte Zentral spielen und Müller auf rechts oder links drängen... etc. Also die Herren Spiegel-Redakteure umfangreicher informieren!
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