Dortmunds Krise in der Bundesliga Albtraum Alltag

Borussia Dortmund befindet sich in der Bundesliga weiter im freien Fall. Auch im Heimspiel gegen Hannover gelang der Klopp-Elf nicht der Befreiungsschlag, es setzte die vierte Niederlage in Folge. Wo soll das hinführen?

Von

Niedergeschlagene Borussen: In der Liga gibt's nur Pleiten
Getty Images

Niedergeschlagene Borussen: In der Liga gibt's nur Pleiten


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Wille und Einstellung haben gestimmt, individuelle Fehler wurden diesmal vermieden, und trotzdem hat der BVB wieder verloren. Die Niederlage im Heimspiel gegen Hannover 96 war bereits die vierte in Folge, aus den vergangenen sechs Partien holte Borussia Dortmund nur einen einzigen Punkt. Die Elf von Trainer Jürgen Klopp befindet sich im freien Fall.

Dabei präsentierte sich seine Mannschaft im Vergleich zur Niederlage in Köln verbessert. Diesmal aber vergab der Vizemeister beste Möglichkeiten, den Hannoveranern reichte allein ein perfekt getretener Freistoß von Hiroshi Kiyotake zum Auswärtssieg. "Wir haben vier, fünf hundertprozentige Chancen herausgespielt, aber nichts daraus gemacht. Wir müssen uns belohnen, aber das tun wir nicht", übte Klopp Kritik an seinem Team: "Wir waren in den entscheidenden Momenten wieder einmal nicht konsequent genug."

Die Statistiken der vergangenen Wochen lesen sich wie ein Horrorszenario: Erstmals seit 14 Jahren verliert die Borussia vier Spiele in Folge, der BVB-Start mit sieben Punkten aus neun Partien ist der drittschlechteste in der Vereinsgeschichte. Dabei versuchte die Borussia alles, bemühte sogar den Aberglauben und trat extra in den Champions-League-Trikots auf, mit denen man am Mittwoch noch 4:0 bei Galatasaray gewonnen hatte.

Doch Jubel war bei Klopp schon da nicht aufgekommen. Offenbar ahnte der Coach, dass es im Tagesgeschäft Bundesliga wieder zu Problemen kommen könnte. Ihm gehen langsam die Erklärungen dafür aus, warum es sein Team nur in der Königsklasse kann. "Solche Spiele könnten dazu führen, dass man sagt, es hat alles keinen Sinn mehr. Aber wir werden weiterkämpfen", sagte der 47-Jährige.

Jedes Spiel mit einer neuen Anfangsformation

Tatsächlich waren die Dortmunder die spielbestimmende Mannschaft, drückten die Hannoveraner aber nur in wenigen Phasen der Partie in die Defensive und erspielten sich dann auch große Chancen. Es stellt sich die Frage, warum Klopp sein Team bei jedem Spiel verändert aufstellt. Gegen die Niedersachsen begann Erik Durm auf der linken Abwehrseite anstelle des starken Sokratis, im defensiven Mittelfeld rückte Ilkay Gündogan für Sebastian Kehl in die erste Elf. In dieser Saison wechselte Klopp bislang vor jeder Partie durch - oft notgedrungen, oft aber auch freiwillig. Seine Akteure scheint das zu verunsichern, vor allem die Zugänge zeigen unkonstante Leistungen.

Den Angreifern Adrián Ramos und Ciro Immobile, die die Nachfolge des nach München abgewanderten Robert Lewandowski angetreten haben, ist bewusst, dass sie nicht gemeinsam das Sturmzentrum besetzen können. Häufig suchen sie deswegen zu schnell den Abschluss, um sich durch eigene Tore zu empfehlen - die dann nicht fallen.

Tore, die der Borussia auch im vierten Spiel in Folge nicht zur Genüge gelangen. Doch Nationalspieler Marco Reus warnte davor, nun in Panik auszubrechen: "Wir müssen jetzt einen kühlen Kopf bewahren." Auch Kapitän Mats Hummels beschwichtigte: "Wenn wir unsere Chancen nutzen, dann gehen wir mit einem 3:0 nach Hause. Manchmal ist es bescheiden. Wir haben einige Partien, die ähnlich laufen."

Der BVB ist nun gezwungen, in den kommenden Bundesligapartien zu gewinnen. "Wir müssen jetzt punkten - völlig wurscht, wer demnächst unser Gegner ist", fordert Klopp. Einfacher wird es allerdings nicht. In den nächsten beiden Partien warten der FC Bayern und Borussia Mönchengladbach, die morgen das Spitzenspiel des Spieltags (17.30 Uhr Liveticker, SPIEGEL ONLINE) austragen.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 139 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Trainspotter 25.10.2014
1. Ausreden
Tja, langsam gehen Klopp die Ausreden aus, warum es nicht funktioniert. Die Verletztenmisere kann er jedenfalls nicht mehr anführen.
wollebvb 25.10.2014
2. Es mag sein,
dass wir eine Krise durchleben. Nichtsdestgotrotz stehen wir zu dieser Mannschaft. Prügel gebührt nur denjenigen, die 4 Jahre lang über den Erfolg gejubelt haben und die sich jetzt abwenden. Schämt Euch!
axelmueller1976 25.10.2014
3. Klopp habe fertig würde Trapp sagen
Der Trainer hat mit seinem durchschaubaren Pressing-System abgewirtschaftet und die Spieler durch das viele Laufen zur Erschöpfung gebracht. Hinzu kommen die vielen Fehleinkäufe .Der BVB braucht eine Erneuerung.
Mara Cash 25.10.2014
4. Wohin das führt?
Das führt Richtung Tabellenende, denn Mannschaften wie Hannover, Köln, Schalke, Hamburg, Schalke, Mainz und Leverkusen waren gegen Dortmund bekanntlich der Sieger. Dieses Jahr wird der BVB nicht mehr die CL-Plätze erreichen können und nächstes Jahr wird der Kader zu teuer sein - danach wird sich der BVB aus den oberen Tabellenregionen zumindest mittelfristig verabschieden.
chuckal 25.10.2014
5. Kritik an Klopp
Er verunsichert seine Mannschaft durch das Wechselspiel. ...das ist ja schon richtig Kritik an dem Mann. Respekt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.