Borussia Dortmund Da kann noch viel verloren gehen

Borussia Dortmund hatte auf eine ruhigere Saison gehofft, doch daraus wurde nichts. Sportlich hängt viel am letzten Spiel gegen Hoffenheim - und wichtige Fragen für die Zukunft sind noch nicht geklärt.

BVB-Kapitän Sokratis, Maskottchen Emma
REUTERS

BVB-Kapitän Sokratis, Maskottchen Emma

Von , Dortmund


Zwei Feldspieler aus dem Kader von Borussia Dortmund werden in dieser Saison aufgrund langwieriger Verletzungen ohne Einsatz bleiben. Einer der beiden ist Erik Durm, ein Weltmeister von 2014. Ja, den gibt es auch noch. Der andere, Sebastian Rode, war ebenfalls in Vergessenheit geraten. Er brachte sich in der Fußball-Talkshow "Wontorra" in Erinnerung.

Rode plauderte dort am vergangenen Wochenende aus, was seit Wochen zu hören und lesen war, allerdings noch der offiziellen Bestätigung des an der Börse notierten Unternehmens bedarf: dass in der kommenden Saison schon wieder ein neuer Trainer beim BVB anfangen wird. "Er muss das nicht sagen, aber er kann das sagen", kommentierte Trainer Peter Stöger Rodes Quasi-Mitteilung. Der Spieler wurde dafür vom Klub bestraft. "Es gibt viele Dinge, die nicht optimal laufen", sagte Stöger während derselben Pressekonferenz. Die Analyse war allgemein gemeint, dürfte aber auch für die Episode um Rode gelten.

Noch ein Spiel, dann ist die Saison vorbei, und in Dortmund werden sie sehr froh darüber sein - wie im vergangenen Jahr. Da gab es einen sportlichen Erfolg mit dem Gewinn des DFB-Pokals und eine schmutzige Scheidung von Thomas Tuchel. Die Trennung von Stöger dürfte weit harmonischer ablaufen, dafür lauert die Gefahr eines sportlichen wie wirtschaftlichen Malheurs: Der BVB würde durch eine Niederlage mit mindestens zwei Toren Unterschied bei der TSG Hoffenheim (alle Spiele Samstag 15.30 Uhr im Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) und einem in der Höhe passenden Sieg von Bayer Leverkusen noch die Qualifikation zur Champions League verpassen.

Es kann noch viel verloren gehen

Das würde Millionen an Euro kosten und vermutlich einige Spieler abschrecken, die als Neuzugänge ausgemacht wurden. Der "Umbruch", von dem seit vielen Monaten geredet wird, dürfte dann anders aussehen als von Hans-Joachim Watzke gewünscht. Der Geschäftsführer und sein Sportdirektor Michael Zorc haben mit vielen Entscheidungen in den vergangenen Jahren und Monaten daneben gelegen. Sie räumten das teilweise selbst ein.

Auf die Trennung von Tuchel folgte die von Peter Bosz, dessen Nachfolger Stöger nur einen kurz befristeten Vertrag erhielt. Die ständigen Fragen nach dem Trainer wurden in Kauf genommen. Sie sind eines der "Mosaiksteinchen", die Stöger für den rumpeligen Verlauf der Saison verantwortlich machte. "Es war insgesamt eine schwierige Saison, die schwierigste überhaupt", sagte Watzke den "Ruhr Nachrichten".

Der Prozess um den Anschlag auf das Leben von Spielern, Ousmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang, die ihre Wechsel per Arbeitsverweigerung durchsetzen, die Entlassung von Bosz, interne Probleme in der Mannschaft, die Zorc sogar öffentlich einräumte, ein lange verletzter Marco Reus, fußballerische Dürre - es kam tatsächlich viel zusammen. Und es gibt nun noch dieses eine Spiel, in dem viel verloren gehen kann.

Watzke und Zorc haben sich Hilfe geholt

Watzke und Zorc haben sich für die kommende Saison schon Hilfe geholt. Matthias Sammer wird als Berater seine Meinung einbringen, der ehemalige Kapitän Sebastian Kehl soll vor allem die Störfaktoren in der Mannschaft aufspüren und sie auf den rechten Pfad bringen. Noch ein Spiel, dann ist die Zeit für Bekenntnisse gekommen.

Wird Lucien Favre tatsächlich der neue Trainer?
Kommt mit Stephan Lichtsteiner ein rechter Verteidiger von Juventus Turin, der zwar schon 34 Jahre alt ist, aber trotzdem eine Verstärkung sein dürfte?
Kommt Marwin Hitz, wie kolportiert, als Nachfolger von Roman Weidenfeller?

Der BVB würde sich damit einen Konkurrenzkampf aus der Schweizer Nationalmannschaft in den Verein holen, falls Roman Bürki bliebe. Auf eine schwierige Saison wird eine sehr interessante Sommerpause und Vorbereitung folgen. Am Rande dürfte es auch darum gehen, wann Erik Durm und Sebastian Rode wieder spielen können. Falls sie denn blieben.

34. Spieltag

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Seite 1
Turbo 12.05.2018
1. Am seidenen Faden
Die Zukunft des Vereins hängt am seidenen Faden. Ein Verpassen der CL wäre in der Tat eine Zensur. In den jetzigen Zeiten des Aufrüstens und in denen sich gerade Europas Spitzenfußball 3.0 formt, ein folgenschweres Resultat. Wer die Entscheidungen des Vereins der letzten 2-3 Jahre anschaut, nicht sonderlich überraschend. Und SPON findet dabei semi-kritische Worte, obwohl der BVB doch der „beliebteste Verein Deutschlands“ ist (laut Uni Braunschweig und dem BVB Geschäftsbericht)? DAS ist zum Ende der Saison aber wirklich eine kleine Überraschung.
genaumeinding 12.05.2018
2. Der droege Stoeger passt perfekt zum BVB
Gemeinsam mit Schalke kann der BVB den Wettbewerb um den unattraktivsten Fußball starten. Ich freue mich schon auf die neue Saison.
Oihme 12.05.2018
3.
Zitat von TurboDie Zukunft des Vereins hängt am seidenen Faden. Ein Verpassen der CL wäre in der Tat eine Zensur. In den jetzigen Zeiten des Aufrüstens und in denen sich gerade Europas Spitzenfußball 3.0 formt, ein folgenschweres Resultat. Wer die Entscheidungen des Vereins der letzten 2-3 Jahre anschaut, nicht sonderlich überraschend. Und SPON findet dabei semi-kritische Worte, obwohl der BVB doch der „beliebteste Verein Deutschlands“ ist (laut Uni Braunschweig und dem BVB Geschäftsbericht)? DAS ist zum Ende der Saison aber wirklich eine kleine Überraschung.
Inzwischen müsste doch auch dem letzten Beobachter klar sein, dass der BVB zu den Vereinen in D gehört, die genug finanzielle Reserven haben, um sich auch das Verpassen der CL finanziell leisten zu können.
liverbird 12.05.2018
4.
Zitat von OihmeInzwischen müsste doch auch dem letzten Beobachter klar sein, dass der BVB zu den Vereinen in D gehört, die genug finanzielle Reserven haben, um sich auch das Verpassen der CL finanziell leisten zu können.
Das schon. Aber potentielle hochkarätige Neuzugänge dürfte ohne CL deutlich schwieriger zu bekommen sein. So attraktiv ist der BvB nun auch wieder nicht.
Sal.Paradies 12.05.2018
5. Hoffentlich ist das so?
Zitat von OihmeInzwischen müsste doch auch dem letzten Beobachter klar sein, dass der BVB zu den Vereinen in D gehört, die genug finanzielle Reserven haben, um sich auch das Verpassen der CL finanziell leisten zu können.
Hoffentlich ist das so, weil nach dieser Aussage Reflexe gewisser Foristen ausgelöst werden, die uns jetzt gebetsmühelartig erläutern, warum Aki Watzke längst im roten Bereich agiert. Also auf diese Aussage hätte ich heute gerne verzichtet, lieber @Oihme. Heute 15:30 auf dem Sinsheimer Platz ist wichtig, den anderen Quark könnte man sich heute sparen.....
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