Bundesliga Dortmund gewinnt Eklat-Spiel in Leverkusen

Der Höhepunkt war kein sportlicher: Bei Dortmunds Sieg in Leverkusen führte das Verhalten von Roger Schmidt zu einer Spielunterbrechung. Der Trainer weigerte sich, für sein Reklamieren über Dortmunds Siegtor auf die Tribüne zu gehen.

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Borussia Dortmund hat seinen Vorsprung auf den dritten Tabellenplatz weiter ausgebaut. Die Dortmunder gewannen bei Bayer Leverkusen 1:0 (0:0) und stehen als Zweiter nun 15 Punkte vor Hertha BSC. Das einzige Tor erzielte Pierre-Emerick Aubameyang in der 64. Minute.

Der Höhepunkt in einer über weite Strecken schwachen Partie war eine Szene nach dem Dortmunder Siegtor. Schiedsrichter Felix Zwayer unterbrach die Partie für neun Minuten, weil sich Bayers Trainer Robert Schmidt weigerte, auf die Tribüne zu gehen. Der Trainer hatte reklamiert, dass das 0:1 irregulär zustande gekommen war.

Thomas Tuchel überraschte mit seiner Aufstellung. Im Vergleich zum Porto-Spiel am Donnerstag veränderte der Trainer das Team auf fünf Positionen. Die wichtigste Maßnahme: Marco Reus saß auf der Bank, für ihn spielte der 17-Jährige Christian Pulisic. Der Ex-Leverkusener Gonzalo Castro stand nicht im Kader, genauso wie Ilkay Gündogan, der krank fehlte. Bei Leverkusen rückte der zuletzt verletzte Toptorjäger Javier Hernández wieder in die erste Elf.

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Eklat in Bundesliga: ...dann geh ich halt!
Auf dem Papier war die Begegnung das Topspiel des Spieltags: Dortmund, mit 48 Punkten nach 21 Partien der beste Tabellenzweite der Liga-Geschichte, gegen Leverkusen. Bayer ist Vierter und zeigte zuletzt kämpferisch-starke Leistungen gegen Sporting Lissabon und Bayern München.

Auf dem Feld war die Partie ruhig und blieb hinter den Erwartungen zurück. Dortmund hatte anfangs mehr Ballbesitz und Leverkusen mehr Aktionen in der Hälfte des Gegners - Torchancen waren hingegen Mangelware.

Tah überragt

Und damit war die Begegnung alles andere als das erhoffte Offensiv-Spektakel. Es dominierten die Abwehrketten mit solider Arbeit. Auf Leverkusener Seite ordneten Ömer Toprak und der starke Jonathan Tah die Defensive, bei Dortmund verlieh Mats Hummels der BVB-Viererkette Sicherheit. Die Konsequenz: kein Durchkommen für die Stürmer, kaum Chancen auf einen Treffer.

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BVB in der Einzelkritik: Arbeiter aus dem Ruhrpott
Den ersten Abschluss brachte Toprak in der 34. Minute auf das Tor. Sein Schuss nach einem Eckball war jedoch harmlos. Der Leverkusener Kapitän sorgte zudem für den größten Schock der ersten Hälfte, als sich der Verteidiger nach einem Laufduell mit Henrich Mchitarjan an den Oberschenkel fasste und behandelt werden musste (21.). Kyriakos Papadopoulos hatte sich für eine Einwechslung bereit gemacht, aber Toprak hielt bis zum Seitenwechsel durch.

Und das war wichtig für die Bayer-Abwehr: Zusammen mit Tah stoppte Toprak in der 37. Minute einen gefährlichen BVB-Konter über Aubameyang im Strafraum. Kurz vor dem Pausenpfiff vergab der BVB-Stürmer die bis dahin beste Möglichkeit. Der Gabuner war nach feinem Zuspiel von Pulisic frei, schoss aber aus zehn Metern links am Tor vorbei.

Mit etwas mehr Schwung kehrten die Teams aus der Kabine zurück. Nach einem ansehnlichen Zusammenspiel am BVB-Strafraum kam Karim Bellarabi zum Schuss und erstmals musste Roman Bürki seine Klasse unter Beweis stellen (51.).

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Leverkusen in der Einzelkritik: Ein Verteidiger war der gefährlichste Angreifer
In der 58. Minute hatte Leverkusen und Bellarabi Glück. Der Angreifer griff Sokratis nach einem Zweikampf mit der Hand ins Gesicht. Der Unparteiische Zwayer beließ es jedoch bei einer Gelben Karte. Es war die dritte Gelbe binnen fünf Minuten - die Partie war nun giftiger.

Nach Schmidt-Weigerung: Zwayer unterbricht die Partie

Als das Spielniveau wieder nachließ, ging Dortmund in Führung. Der BVB führte einen Freistoß in der eigenen Spielhälfte schnell aus, Reus (zur Pause gekommen) passte auf Erik Durm und Aubameyang vollendete die Szene (64.).

Danach wurde es turbulent: Leverkusen und allen voran Trainer Roger Schmidt beschwerten sich über das Zustandekommen des Tores. Der Freistoß vor dem Treffer war nicht am Ort des Fouls ausgeführt worden, sondern von Matthias Ginter um etwa fünf Meter nach vorn verlegt worden. Schmidt sollte daraufhin wegen zu heftigen Reklamierens auf die Tribüne, doch der Coach weigerte sich. Das war Schiedsrichter Zwayer zu viel: Er unterbrach die Partie für knapp neun Minuten.

Nach der Unterbrechung ging es ohne Schmidt an der Seitenlinie weiter, dafür aber mit einer weiteren strittigen Aktion. In der 71. Minute hätte Bayer nach einem Handspiel von Sokratis einen Elfmeter bekommen müssen - Zwayer übersah die Szene. In der Schlussminute vergab "Chicharito" eine Großchance auf den Ausgleich.

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund 0:1 (0:0)
0:1 Aubameyang (64.)

Leverkusen: Leno - Jedvaj (57. Hilbert), Tah, Toprak (46. Papadopoulos), Wendell - Kramer, Kampl (46. Ramalho) - Mehmedi, Bellarabi - Kießling, Hernandez. - Trainer: Schmidt
Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis (77. Subotic), Hummels, Durm - Ginter, Sven Bender (68. Weigl), Leitner - Mchitarjan, Aubameyang, Pulisic (46. Reus). - Trainer: Tuchel
Gelbe Karten: Kampl (4), Hernandez (4), Papadopoulos (4), Bellarabi (3), Wendell (8) - Durm
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 30.210

jan

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insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
WasserTrinker 21.02.2016
1.
Ingolstadt reloaded
pb-sonntag 21.02.2016
2.
Herzlichen Glückwunsch Dortmund! Drei Meter verschoben? Bei den Bayern Gang und Gebe und keiner regt sich auf. Wie bei dem nicht gegebenen "Hand-Elfmeter". Na und? Vielleicht täte sich Schmidt nicht so trotzig wie ein Kind aufführen sollen. Egal, Gewonnen!!
hafnafjoerdur 21.02.2016
3. So viel zum Thema Bevorzugung
Allen, die ständig von Bevorzugung der Bayern lamentieren, sollten sich in Erinnerung rufen, wie der BVB nun bereits das zweite Mal innerhalb von drei Wochen methodisch zum Sieg gepfiffen wurde. Wir reden heute von einem klaren Regelverstoß vor den Augen des Schiedsrichters, der erstens genau sieht, dass der Freistoß deutlich zu vorne ausgeführt wird und zweitens, dass sich daraus eine Konterchance entwickelt. Zuvor war die Regelauslegung bereits sehr einseitig Richtung BVB, von daher passt es auch ins Bild, dass der klare Handelfmeter für Leverkusen kurz vor Schluss nicht gepfiffen wurde. Zudem war es eine unterirdische spielerische Leistung des BVB, der fast nur hinten drin gestanden und außer drei Kontern in 90 Minuten nichts zustande gebracht hat. Der Sieg war komplett unverdient und nur der Schiedsrichterleistung zu verdanken. Noch eine Anmerkung: Ich unterstelle Zwayer keine bewusste Manipulation genausowenig wie dem noch überforderteren Winkmann beim Spiel gegen Ingolstadt. Aber eine unterschwellige Tendenz zugunsten des BVB zu entscheiden, ist beiden nicht abzusprechen und sollte - da auch keine Einzelfälle - einfach mal in Relation gestellt werden, wenn immer wieder angeblich nur der FC Bayern von Schiedsrichterentscheidungen profitiert.
Broko 21.02.2016
4.
... und schon wieder wird ein Spiel zugunsten der Lüdenscheider vom Schiri verschoben - langsam wird's ärgerlich ...
nighttiger 21.02.2016
5.
Zitat von pb-sonntagHerzlichen Glückwunsch Dortmund! Drei Meter verschoben? Bei den Bayern Gang und Gebe und keiner regt sich auf. Wie bei dem nicht gegebenen "Hand-Elfmeter". Na und? Vielleicht täte sich Schmidt nicht so trotzig wie ein Kind aufführen sollen. Egal, Gewonnen!!
Was zum Teufel haben die Bayern schon wieder damit zu tun? Fakt ist, Lev wurde heute ein Unentschieden geklaut, und Ingolstadt ein Sieg. Fehlentscheidung passieren halt, die gleichen sich aber meist aus, egal ob Bayern oder Dortmund. Aber bitte nicht immer von Duselbayern schreien und umgekehrt in die Opferrolle begehen. Dann ist man selbst schuld.
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