Kantersieg gegen Leipzig So macht der BVB wieder Spaß

Ein Gegentor nach 32 Sekunden ist kein guter Start in die neue Saison, ein starker Sieg gegen Leipzig nach 90 Minuten aber schon. Mit Lucien Favre kehrt der schöne Fußball nach Dortmund zurück.

Lucien Favre
SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Lucien Favre

Von Tim Pommerenke


Seht mal, wer da rennt: Das ist doch der Augustin, der schnellste Torschütze der noch jungen Leipziger Bundesliga-Geschichte. 32 Sekunden waren gespielt, als der Stürmer den Ball an Roman Bürki im BVB-Tor vorbeischoss. Was für ein fulminanter Blitzstart in die Saison für Leipzig!

Das Ergebnis: Es kam ganz anders. Der BVB gewann 4:1 (3:1). Hier geht's zum Spielbericht.

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BVB-Sieg gegen Leipzig: Erst geschlafen, dann geflogen

Die erste Hälfte: Begann mit dem schnellen Treffer durch Jean-Kévin Augustin (1. Minute) ausgezeichnet für Leipzig, kippte dann aber nach zwanzig Minuten deutlich in die andere Richtung. Erst köpfte Mahmoud Dahoud nach einer Flanke von Marcel Schmelzer den Ausgleich (21.), dann fälschte Marcel Sabitzer einen Freistoß von Marco Reus ins eigene Tor ab (40.). Axel Witsel traf nach einer sehenswerten Parade von Péter Gulásci bei seiner Bundesliga-Premiere im vor heimischer Kulisse per Seitfallzieher (43.).

Schmelzer auf Dahoud: Blickt man auf die vergangene Saison, war diese Konstellation für das erste Saisontor des BVB nicht zu erwarten. Schmelzer konnte in der vorherigen Spielzeit nicht einen Treffer auflegen, Dahoud blieb in seinem ersten Jahr in Dortmund ohne Tor. Vielleicht läuft dieses Jahr alles anders.

Derweil im Museum: Eine gute halbe Stunde Fußweg vom Stadion entfernt wurde im Deutschen Fußballmuseum die zweite Runde des DFB-Pokals ausgelost. Gastgeber Dortmund wird vor heimischer Kulisse Union Berlin empfangen. RB Leipzig wird ebenfalls daheim gegen Hoffenheim antreten.

Die zweite Hälfte: Ralf Rangnick brachte zum Wiederanpfiff Timo Werner für Sabitzer. Der Effekt blieb aus. Dortmund stand immer stabiler, Leipzig wurde zunehmend fahriger. Wenn doch mal ein Leipziger Torschuss zustande kam, war BVB-Keeper Roman Bürki zur Stelle. Kurz vor dem Abpiff schickte Jadon Sancho Marco Reus auf die Reise, der zum Endstand traf (90.+1.).

Bürki, die Bank: Der Schweizer hat seit seiner Ankunft in Dortmund nie das absolute Vertrauen genossen. Zu oft patzte der 26-Jährige in der Vergangenheit. Zur laufenden Saison verpflichtete der BVB seinen Landsmann Marwin Hitz als Konkurrenten. Es scheint Bürki zu beflügeln: Mit gleich mehreren Glanzparaden sicherte er der Borussia den Auftaktsieg.

Witsel war's wert: Der zähe Ringen des BVB um Belgiens WM-Fahrer Witsel war eines der Dauerthemen der aktuellen Transferphase. Nun gab er seine Heim-Premiere in Schwarz-Gelb, sorgte in der BVB-Zentrale für Struktur und traf sehenswert. Die Hartnäckigkeit könnte sich für Dortmund noch sehr auszahlen.

100: Bei seinem Freistoß war Sabitzer noch deutlich am Ball und wurde als (Eigen-)Torschütze verbucht, kurz vor dem Ende traf Reus doch noch selbst und hatte etwas zu feiern: Dem Nationalspieler gelang sein 100. Tor in der Bundesliga.

Der Favre-BVB: In die vergangene Spielzeit war Borussia Dortmund unter Peter Bosz mit spektakulärem Offensivfußball gestartet, unter Peter Stöger haben sie mit Sicherheitsfußball die Saisonbilanz gerettet. Lucien Favre hat schon im ersten Spiel der Saison gezeigt, dass er ein ganzheitlicheres Verständnis vom Fußball hat und sein Team das Potenzial, sowohl defensiv wie auch offensiv zu überzeugen. Es hat endlich wieder Spaß gemacht, ein Spiel des BVB anzuschauen.

VAR nichts? Nach den ersten Saisonspielen ist es schon fast ein merkwürdiges Gefühl, dass in diesem Spiel nicht einmal der Videobeweis zum Einsatz kam. Deniz Aytekin leitete die Partie souverän, strittige Szenen blieben aus. Man wird fast nostalgisch.

Spitzenreiter BVB: Am Freitag hatte der FC Bayern vorgelegt und mit dem 3:1-Sieg gegen Hoffenheim bis zum Sonntagabend die Tabellenspitze behauptet. Erst im letzten Spiel des ersten Spieltags wurden sie durch den BVB vom Thron gekippt. Bitte kurz festhalten: Der FC Bayern ist nicht Tabellenführer der Bundesliga. Ja, klar, es war der erste Spieltag. Aber man wird ja wohl träumen dürfen.

Borussia Dortmund - RB Leipzig 4:1 (3:1)
0:1 Augustin (1.)
1:1 Dahoud (21.)
2:1 Sabitzer (40., Eigentor)
3:1 Witsel (43.)
4:1 Reus (90+1.)
Dortmund: Bürki - Piszczek, Diallo, Akanji, Schmelzer (87. Guerreiro) - Witsel, Delaney - Pulisic (77. Sancho), Dahoud, Reus - Philipp (70. Wolf)
Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Konaté, Upamecano, Saracchi - Demme (85. Bruma), Kampl - Sabitzer (46. Werner), Forsberg - Augustin (72. Cunha), Poulsen
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Gelbe Karten: Diallo, Dahoud / Upamecano, Saracchi
Zuschauer: 80.000



insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
jj2005 26.08.2018
1. Kantersieg?
Wie definiert man Kantersieg? Reicht da ein 4:1?
Balenio 26.08.2018
2. Nicht ganz...
... aber deutlich besser als letzte Saison. Was ja auch zu erwarten und nicht ganz so schwer war. Favre war immer ein guter Trainer. Doch sollte man nicht vergessen, dass die BVB-Krise absolut selbst verschuldet war. Watzke hat mit der Entlassung von Tuchel den dümmsten Fehler in der BVB-Geschichte gemacht und soweit ich es erkennen kann, wurde er dafür nicht wirklich bestraft. Ein paar Fans waren sauer auf ihn, haben es teilweise auch im Stadion gezeigt, aber sosnt war da nicht viel. Die Medien haben ihn nie angegriffen.
matti99 26.08.2018
3. und trotzdem
trotzdem fehlt ein richtiger Stürmer für die Torgefahren
skeptikerjörg 26.08.2018
4.
Zitat von Balenio... aber deutlich besser als letzte Saison. Was ja auch zu erwarten und nicht ganz so schwer war. Favre war immer ein guter Trainer. Doch sollte man nicht vergessen, dass die BVB-Krise absolut selbst verschuldet war. Watzke hat mit der Entlassung von Tuchel den dümmsten Fehler in der BVB-Geschichte gemacht und soweit ich es erkennen kann, wurde er dafür nicht wirklich bestraft. Ein paar Fans waren sauer auf ihn, haben es teilweise auch im Stadion gezeigt, aber sosnt war da nicht viel. Die Medien haben ihn nie angegriffen.
Deutlich besser als letzte Saison? Erinnern Sie sich noch an die ersten Wochen der letzten Saison? Bis zum 9. Spieltag war der BVB Tabellenführer; dann begann die Fahrstuhlfahrt nach unten. Also mal leise treten und abwarten. Ja, ein guter Auftakt, ein 3:2 wäre eher angemessen als das 4:1. Wir nehmen es trotzdem an. Und wofür sollte Watzke bestraft werden? Für die Trennung von Tuchel? Wenn ein Trainer ständig gegen den eigenen Verein stänkert, wenn ein Trainer seine Spieler öffentlich runtermacht, dann muss er gehen. Sorry, Tuchel war fachlich kein Schlechter, aber menschlich nicht tragbar. Werden mal sehen, wie weit er bei PSG mit seinen Ernährungsvorschriften und Freizeitkontrollen der Spieler kommt.
christianu 26.08.2018
5. An Tagen wie diesen
darf man als BVB-Fan jubeln. Es ist aber verfehlt anzunehmen, dass es immer so gut läuft. Es wird Höhen und Tiefen geben, und so sehr ich mich über einen Sieg der Dortmunder freue, möchte ich auch feststellen, dass es fürchterlich langweilig wäre, wenn der BVB immer gewänne. Ich schätze die Spannung während des Spiels, und dazu muss es eben auch einmal auf der Kippe stehen, wie Anfang dieser Woche in Fürth. Ich darf noch zitieren: "Wenn einer, der mit Mühe kaum gekrochen ist auf einen Baum, schon meint, daß er ein Vogel wär', so irrt sich der." (Wilhelm Busch)
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