Fan-Krawalle bei BVB vs. Leipzig "Asoziales, widerliches Gewaltverhalten"

Die Angriffe von Dortmunder Anhängern auf Fans von RB Leipzig schlagen hohe Wellen. RB bezeichnete die Vorfälle als "beschämend", die Polizei spricht von "hasserfüllter Stimmung".

Südtribüne im Westfalenstadion
REUTERS

Südtribüne im Westfalenstadion


Borussia Dortmund hat die Angriffe von Randalierern auf Fans des Bundesligisten RB Leipzig am Samstagabend verurteilt. "Borussia Dortmund bedauert zutiefst, dass es zu Ausschreitungen auf dem Anreiseweg der Fans aus Leipzig gekommen ist. Der BVB verurteilt diese Gewalt aufs Schärfste!", teilte der Verein mit.

Der BVB will die Vorkommnisse "gemeinsam mit der Polizei aufarbeiten" und daher vorerst keine weitere Stellungnahme abgeben. Er wünschte "den verletzten Fans aus Leipzig auf diesem Wege gute Besserung".

Vor dem Spiel waren unter anderem Steine, Glasflaschen und Leuchtraketen in Richtung RB-Fans geflogen. Laut dem RB-Fanverband mussten zehn Anhänger wenig später ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem sie zuvor teilweise bewusstlos am Boden gelegen hatten. Auch vier Polizisten wurden verletzt.

Vor dem Anpfiff hatten zahlreiche Banner auf der Südtribüne für Entsetzen gesorgt: Viele riefen offen zu Gewalt auf und richteten sich direkt gegen Verantwortliche des Gegners.

"Aggressive, gewalttätige und hasserfüllte Stimmung"

Der Einsatzleiter der Polizei Dortmund, Ed Freyhoff, erhob schwere Vorwürfe gegen Teile der BVB-Anhänger. "Es war eine aggressive, gewalttätige und hasserfüllte Stimmung. Ich habe in hasserfüllte Fratzen geschaut, die nichts anderes im Sinn hatten, als die Leipziger anzugreifen", sagte er in einem Interview mit Sky Sport News HD: "Videoaufnahmen werden ausgewertet, da wird noch eine Menge an Anzeigen kommen." Er begleite den BVB auch bei Auswärtsfahrten, so Freyhoff, "aber ein solch asoziales, widerliches Gewaltverhalten habe ich bisher nicht erlebt."

Auch RB Leipzig hat sich inzwischen offiziell geäußert und die Übergriffe als "nicht tragbar und beschämend für ganz Fußball-Deutschland" bezeichnet: "Dass Menschen beim Fußball mit Gewalt konfrontiert werden, ist inakzeptabel. Wir erwarten von Herrn Watzke [BVB-Geschäftsführer, Anm. d. Red.] und Herrn Rauball [BVB-Präsident, Anm. d. Red.], dass diese von mehreren Tätern verübten Vorfälle - die diese Saison erstmals unsere Fans betrafen - lückenlos im Interesse der gesamten Bundesliga aufgeklärt werden", hieß es in der Mitteilung weiter.

Immerhin: Auch die verletzten Fans von RB Leipzig haben wohl inzwischen die Heimreise antreten können.

bam/mon/sid

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