Dortmunds Niederlage gegen Bayern Konzeptlos

Borussia Dortmund steckt in der Krise. Das Spiel gegen den FC Bayern machte deutlich, dass dem BVB eine Spielidee fehlt. Die Länderspielpause soll nun als Erholungskur dienen - birgt aber auch Risiken.

Ömer Toprak, Marcel Schmelzer und Gonzalo Castro (v.l.n.r.)
REUTERS

Ömer Toprak, Marcel Schmelzer und Gonzalo Castro (v.l.n.r.)

Aus Dortmund berichtet


Möglicherweise sei der FC Bayern ja der richtige Gegner, jetzt, in der Krise, die sie in Dortmund "schwierige Phasen" nennen. Das dachten sie bei der Borussia, bevor das Spiel gegen den Meister 1:3 verloren ging.

Ob die anstehende Bundesliga-Pause wegen der Länderspiele nun das Richtige sei, wurde Christian Pulisic gefragt. "Könnte sein", sagte der US-Amerikaner. Irgendetwas gibt immer Hoffnung. Auch Gonzalo Castro fand den Umstand, dass seine Kollegen bei den diversen Nationalmannschaften mal auf andere Gedanken kommen, ganz nützlich.

Fotostrecke

14  Bilder
Dortmund in der Einzelkritik: Sie waren stets bemüht

Er selbst bleibt in Dortmund, um in einer kleinen Gruppe den Weg aus der schwierigen Phase zu finden, die sich in einem Punkt bei 7:12 Toren aus vier Bundesligaspielen niederschlägt.

Peter Bosz ist seit dem Sommer Trainer in Dortmund. Er richtet andere Anforderungen an seine Spieler als Vorgänger Thomas Tuchel. Er stülpte seinem Team die 4-3-3-Formation über, von der er gegen die Bayern abwich. Ein zweiter Spieler, der im zentralen Mittelfeld vor der Viererkette Räume abdeckt, könnte ein Modell für die Zukunft werden. Ein "Zehner", der wie Shinji Kagawa gegen die Bayern immer mal wieder neben Pierre-Emerick Aubameyang in die Spitze rückt, könnte auch eine Lösung sein.

Der BVB und die Suche nach einem Konzept

Borussia Dortmund ist wieder auf der Suche nach einem tragfähigen Konzept, nachdem das bevorzugte des Trainers in der Liga und in der Champions League zu mehreren Niederlagen führte - und auch das veränderte gegen die Bayern scheiterte.

Vielleicht liege das aber mehr an der Qualität der Spieler als am Konzept. "Das glaube ich nicht", sagte Bosz auf eine entsprechende Frage, die Spieler hätten ihre Qualität zu Saisonbeginn und auch schon in den Jahren zuvor bewiesen. Jede andere Antwort hätte große Schlagzeilen zur Folge gehabt.

Fotostrecke

12  Bilder
Bundesliga-Analyse: "Dann kann man nicht von einer Spitzenmannschaft sprechen"

Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc vertritt die Ansicht, dass "es im Fußball immer zwei Wahrheiten gibt". So hätten die Bayern seine Mannschaft in der ersten Hälfte "hin- und hergespielt", aber: "Wir hatten die Chance zum 1:0 und dann zum 1:1." Das stellte niemand in Abrede.

Allerdings ist der BVB derzeit vorne wie hinten zu zögerlich, gehemmt, zu schlecht abgestimmt. "Bayern war vor allem in der ersten Halbzeit klar überlegen, wir sind immer hinterhergelaufen und waren zu spät. Wir waren zu weit weg vom Gegenspieler", sagte Bosz. Seine Abkehr vom aggressiven Pressing in der Häfte des Gegners hin zu einer abwartenderen Positionierung war eine gute Idee, die Umsetzung scheiterte etwa daran, dass Andrey Yarmolenko auf der rechten Seite mit der Aufgabe in der Defensive überfordert war. Dahinter spielte zunächst mit Marc Bartra ein Rechtsverteidiger, der innen gelernt hat. Ömer Toprak ist physisch und gedanklich erneut zu langsam gewesen, um einen Gegner gehobenen Niveaus zu stoppen.

Fotostrecke

13  Bilder
Fotostrecke: Bayrische Dominanz, ideenloser BVB

Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Viele Spieler - gegen Bayern war Pulisic die auch von Bosz erwähnte Ausnahme - suchen nach ihrer Form, nach der körperlichen Fitness. Dass Aubameyang mit leichtem Vorsprung in ein Laufduell geht, es dann aber verliert, ist ein seltenes Ereignis in der Bundesliga. Gegen die Bayern passierte es.

Der Trainer setzt auf den Faktor Zeit. "Wir haben noch sechs, sieben Monate Zeit bis zum Saisonende, um den Rückstand in der Tabelle wieder aufzuholen", sagte Bosz nach der zweiten Heimniederlage in Folge.

Als nächste Mannschaft, eine Woche nach der Partie beim VfB Stuttgart, kommt der FC Schalke nach Dortmund. Die Fans des BVB stimmten sich schon auf das Derby ein. Bis dahin sollte Bosz ein tragfähiges Konzept gefunden haben. Mit dezimierter Trainingsgruppe gar nicht so einfach.

insgesamt 69 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
herrschläfer 05.11.2017
1. Tuchel
Jetzt sieht man schneller als erwartet, was Watzke mit seinen persönlichen Animositäten gegen Toptrainer Tuchel angerichtet hat. Aus einer Laune heraus wird ein Topclub mit Konzept und Zug der Mittelmäßigkeit preisgegeben. Weil Despot Watzke es so wollte. Toll
fisschfreund 05.11.2017
2.
Ein Verein mit Ambitionen hätte den Holländer spätestens nach der nikosia - pleite wieder zum Bahnhof gerollt und sich einen richtigen Trainer besorgt.
Bueckstueck 05.11.2017
3. Ausgemachter Blödsinn
Die Unterstellung, dass keine Spielidee oder ein Konzept da sei, ist ausgemachter Blödsinn. Es fehlt auf individueller Ebene an vielem und zuweilen auch an der Umsetzung taktischer Vorgaben (ob die richtig sind oder nicht), aber eines ist klar: Es gibt eine Idee. Die wurde auf defensiver Ebene zuletzt notwendigerweise angepasst, aber das ändert natürlich nichts daran, dass es ein Konzept gibt.
immerfroh 05.11.2017
4.
Zitat von herrschläferJetzt sieht man schneller als erwartet, was Watzke mit seinen persönlichen Animositäten gegen Toptrainer Tuchel angerichtet hat. Aus einer Laune heraus wird ein Topclub mit Konzept und Zug der Mittelmäßigkeit preisgegeben. Weil Despot Watzke es so wollte. Toll
Ich frage mich schon lange, wer das in die Welt gesetzt hat und wieso so viele immer noch darauf anspringen . Aus Ihrer gesamte Wortwahl kann man schon erkennen, dass Sie hier nur Stammtischniveau verbreiten wollen. Toll.....oder doch Troll ?
Nonvaio01 05.11.2017
5. das Team ist einfach nicht gut genug
um die taktik vom trainer zu spielen. In der defensive sind die einfach zu schlecht, da sind nur mittelmaessige spieler die sich fuer weltklasse halten am werk.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.