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04. September 2018, 11:41 Uhr

DFL-Chef Seifert

"Werden niemals ein Punktspiel außerhalb Deutschlands spielen"

Die spanische Liga hat angekündigt, einzelne Duelle zu Vermarktungszwecken im Ausland auszutragen. Künftig auch ein Modell für die Bundesliga? Nicht, wenn es nach DFL-Boss Christian Seifert geht.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat die Verlegung von einzelnen Bundesligapartien ins Ausland kategorisch ausgeschlossen. "Wir werden niemals ein Punktspiel außerhalb Deutschlands spielen", sagte der 49-Jährige beim Fußballgipfel des Wochenmagazins "Die Zeit" in Frankfurt am Main. Zuletzt hatte die spanische Fußball-Liga angekündigt, ein Spiel pro Saison in den USA austragen zu wollen. Dabei geht es vor allem um die Steigerung der Vermarktungschancen.

Seifert sieht darin ein Zeichen "mangelnden Respekts" den Fans und auch der US-Liga (MLS) gegenüber. "In den USA brauchen sie niemanden, um den Fußball zu promoten", sagte Seifert: "Das ist eine Grenze, die wir nicht überschreiten werden." Die Bundesliga hat ihre Präsenz im Ausland in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet. Dazu zählen regelmäßige Sommerreisen der Topvereine in die USA oder nach Asien.

Neue Ausdrucksformen, neue Interessen

Die DFL schließt dennoch nicht aus, bei der Verbreitung des Produkts Bundesliga neue Wege zu beschreiten. "Wir können uns der Digitalisierung nicht verschließen. Wir müssen uns mit den neuen Ausdrucksformen der Menschen, die nachrücken, mit den neuen Interessen und Erwartungen der Zielgruppen beschäftigen", sagte Seifert.

Seiner Einschätzung nach wäre es "völlig blauäugig zu glauben, dass heute zehn- oder zwölfjährige Mädchen oder Jungen in zehn oder 15 Jahren 90 Minuten vor dem Bildschirm sitzen und sich ein nervenaufreibendes 0:0 anschauen". Das müsse in den bereits angelaufenen Verhandlungsgesprächen über die neuen Medienrechte ab der Saison 2021 bedacht werden. "Wir müssen uns jetzt gemeinsam überlegen, wie sich die medialen Bedürfnisse und Angebote entwickeln", sagte Seifert.

Seifert ist zudem davon überzeugt, dass sich e-Sport künftig auf dem Markt etablieren wird. "Es ist müßig, darüber zu sprechen, ob das Sport ist. Das ist eine neue Form des Wettbewerbs", betonte der DFL-Boss. Es gehöre zur unternehmerischen Verantwortung, bei solchen Dingen auch einmal "mit Mut voranzugehen und nicht zu sagen, das wird schon an mir vorüberziehen".

chh/dpa/sid

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