Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des siebten Spieltags

Schalkes Naldo feierte ein starkes Comeback in die Startelf. Zwei englische Teenager wirbeln durch die Abwehrreihen der Liga. Leipzig überragte - und vom FC Bayern fehlt jede Spur. Hier ist die SPON11.

Leipzigs Kevin Kampl
FILIP SINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Leipzigs Kevin Kampl

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Die beste Bundesliga-Mannschaft des siebten Spieltags kommt aus Leipzig. 6:0 gewann RB gegen Nürnberg, gleich vier Profis schafften es in die SPON11. Wer dort vor allem die Mönchengladbacher Bayern-Bezwinger erwartet hatte, liegt daneben: Nur ein Borusse steht in der Topelf. Warum?

Das 3:0 beim FC Bayern klingt zwar herausragend, Gladbach war aber vor allem erstaunlich effizient. Nur dreimal schossen die Gäste aufs Münchner Tor, genauso oft wie die Bayern. Was die Defensive betrifft, lagen beide Mannschaften gar nicht so weit auseinander. Gladbachs Leistung war stark, aber nicht durchweg brillant.

So steht in der Topelf allein Torhüter Yann Sommer. Der 29-Jährige wehrte drei Bälle ab, allesamt aus besonders gefährlichen Zonen. Damit setzte er sich knapp vor Bremens Jiri Pavlenka durch.

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Seit mehr als 13 Jahren spielt Naldo in der Bundesliga, und wenn er fit war, hatte er seinen Stammplatz sicher. In den vergangenen Wochen aber fand sich der 36-Jährige vom FC Schalke auf der Bank wieder. Zweimal in Folge saß er in der Bundesliga 90 Minuten lang draußen. Beim 2:0 gegen Düsseldorf durfte er wieder spielen; er tat es, als wollte er seinem Trainer Domenico Tedesco beweisen: Ich gehöre in die Stammelf.

Mit guten Werten in den Kategorien "Balleroberung" und "Abwehrstärke" punktete Naldo, vor allem wirkte die Schalker Defensive im Verbund unüberwindbar. Aus der gefährlichsten Spielfeldzone ließ sie keinen Abschluss zu. Ergibt für Naldo Platz zwei im Ranking hinter Leipzigs Willi Orban.

Es ist bald ein Jahr her, da debütierte Marcel Halstenberg im DFB-Team unter Joachim Löw. Auf 90 Minuten im Test gegen England folgte keine weitere Nominierung, auch, weil der 24-Jährige wegen eines Kreuzbandrisses ein halbes Jahr ausfiel. Mittlerweile scheint er wieder in Topform zu sein. Gegen Nürnberg gehörte Halstenbergs Leistung zum Besten, was die Bundesliga auf der Außenverteidigerposition in der jüngeren Vergangenheit erlebt hatte.

Halstenberg eroberte die meisten zweiten Bälle auf seiner Position und er trieb das Leipziger Offensivspiel an. Davon zeugen drei Torschussvorlagen, eine davon führte zu einem Treffer. Auf Rang zwei folgt Freiburgs Lukas Kübler, der vor allem defensiv herausragte. Knapp dahinter: Gladbachs Oscar Wendt.

Kein defensiver Mittelfeldspieler war am 7. Spieltag besser als Marcel Sabitzer. Der Leipziger schoss zwei Treffer, leistete sich wenige Fehlpässe, bereitete zwei Abschlüsse vor und erhielt viele Punkte dafür, dass RB offensiv und defensiv gleichermaßen stark spielte. Darüber, dass Sabitzer als Sechser kategorisiert wird, lässt sich streiten. Eigentlich ist der Österreicher Offensivspieler. Gegen Nürnberg agierte er im Schnitt näher an den eigenen Innenverteidigern als an den Stürmern. Daher ordnete ihn der SPIX-Algorithmus automatisch im defensiven Mittelfeld ein.

Dass die Premier League die Bundesliga sportlich längst abgehängt hat, daran zweifeln wohl nur diejenigen, die in letzter Zeit nicht das Vergnügen hatten, nacheinander Spiele aus beiden Ligen zu schauen. Das Tempo ist in England höher, die Dichte an Topspielern auch. Ein Resultat: Der englische Nachwuchs versucht sich immer öfter in Deutschland. Und die Bundesliga kann davon profitieren.

Zwei Beispiele: Reiss Nelson und Jadon Sancho. Nelson, 18, kam leihweise vom FC Arsenal nach Hoffenheim. Dort ist er gegen Frankfurt zum dritten Mal in der Liga eingewechselt worden - und erzielte bereits sein zweites Tor. Nelson beeindruckte zudem mit hoher Passsicherheit in der gegnerischen Hälfte und sehr guten Werten im Bereich "Balleroberung".

Dortmunds Sancho ist defensiv schwächer, aber wenn er spielt, fallen Tore. Beim 4:3 gegen Augsburg lieferte er einen Assist und zwei weitere Torschussvorlagen. Für den 18-Jährigen war es bereits die achte Torbeteiligung in dieser Bundesligasaison. Dabei stand er darin nur 214 Minuten auf dem Rasen. Macht im Schnitt alle 27 Minuten eine Beteiligung.

Natürlich müssen wir auch über den FC Bayern sprechen. Gleich drei Mittelfeldspieler wurden gegen Gladbach der Offensive zugeordnet. Alle zeigten eine durchschnittliche Leistung. James Rodríguez gefiel noch am besten, zu seiner Topform fehlte ihm dennoch einiges. Thomas Müller und Leon Goretzka enttäuschten, zumindest gemessen an dem, was sie üblicherweise leisten.

Ganz vorn im Ranking liegt Leipzigs Kevin Kampl, der gegen Nürnberg beim Stand von 4:0 zur Pause angeschlagen ausgewechselt wurde. Bis dahin hatte er bereits neun Torschussbeteiligungen gesammelt, darunter einen Treffer erzielt und einen Assist geliefert.

"Zeit Online" rechnete jüngst hoch: Wenn er so weitertreffen würde wie bislang, käme Paco Alcácer am Saisonende auf 186 Bundesligatore. Das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, doch die Torquote des BVB-Stürmers beeindruckt. Dreimal wurde der 25-Jährige bislang eingewechselt, stets traf er für die Borussia. Gegen Augsburg erzielte er seine Jokertore Nummer vier, fünf und sechs in nun insgesamt 81 Bundesligaminuten. Außerdem in der SPON11: Frankfurts Luka Jovic, der beim 2:1 gegen Hoffenheim an beiden Treffern direkt beteiligt war.

Und das ist die SPON11 des siebten Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

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mimigernaford 08.10.2018
1. Nachricht für die Redaktion
Liebe Redaktion, Mainz 05: statt Aaron Martin Caricol (Abwehr; http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/vereine/1-bundesliga/2018-19/1-fsv-mainz-05-30/89315/spieler_aaron-caricol.html) bringen Sie mit schöner regelmäßigkeit das Bild von Aaron Seydel (Sturm; z.Zt. ausgeliehen an Holstein Kiel; http://www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga/vereine/2-bundesliga/2018-19/holstein-kiel-1297/68577/spieler_seydel-aaron.html) Freundliche Grüße
Pless1 08.10.2018
2. Crosscheck?
Diese Betrachtungsweise ist und bleibt Stückwerk. Bevor man so etwas veröffentlicht muss man an der einen oder anderen Stelle einfach einen Crosscheck machen. Beispiel defensives Mittelfeld: als zweitbester Spieler wird dort Thiago ausgewiesen. Das ist prinzipiell natürlich ein ganz toller Spieler und der wohl beste 6er der Liga. Aber eben nicht an diesem Spieltag. Wer sich so düpieren lässt wie Thiago und dabei ein vorentscheidendes Gegentor verursacht kann nicht so hoch bewertet werden, da passt die Gewichtung nicht. Neuer war an zwei der Gegentore auch nicht ganz schuldlos, er wird aber in diesem Index ungleich stärker abgewertet. Das kommt daher, dass er keine Paraden zeigen konnte, da seine Abwehr keinen weiteren Torschuss zuließ als die drei, die zu den Gegentoren führten. Pech für Neuer, aber die Verteidiger der Bayern bekommen trotzdem schlechte Noten. Ganz im Gegensatz zum Defensivmann vor der Abwehr, dem bereits oben beschriebenen Thiago. Insgesamt geht das nicht logisch auf.
inge-p.1 08.10.2018
3. Die dritte Woche, ...
… wo es kein Bayern-Spieler geschafft hat, der Beste zu sein. Noch nicht einmal der "Weltmeister", aus längst vergangenen Zeiten, Müller hat es geschafft. "Thomas Müller […] enttäuschten, zumindest gemessen an dem, was sie üblicherweise leisten." Nun, für die Nationalmannschaft scheint es ja immer noch zu reichen. Gut, Löw verschafft ihm mit drei, vier Spielminuten zu seinem 101. Spiel. Das erinnert mich an Proldolski, dem der Trainer auch zu jede Menge "Spiele" verholfen hat.
nickmason 08.10.2018
4. Ohje
Zitat von inge-p.1… wo es kein Bayern-Spieler geschafft hat, der Beste zu sein. Noch nicht einmal der "Weltmeister", aus längst vergangenen Zeiten, Müller hat es geschafft. "Thomas Müller […] enttäuschten, zumindest gemessen an dem, was sie üblicherweise leisten." Nun, für die Nationalmannschaft scheint es ja immer noch zu reichen. Gut, Löw verschafft ihm mit drei, vier Spielminuten zu seinem 101. Spiel. Das erinnert mich an Proldolski, dem der Trainer auch zu jede Menge "Spiele" verholfen hat.
Ihr Hass auf Thomas Müller muss gewaltig sein. Immerhin ist das gefühlt der fünfzigste Beitrag, in dem sie erst auf das in Ihren Augen offenbar ungerechtfertigte 100. Spiel, und jetzt auf das 101. Spiel hinweisen - jeweils garniert mit dem Zusatz, dass er auf "drei, vier Spielminuten" Einsatzzeit kommen wird, die ihm Joachim Löw zuschustert. Zur eigentlichen Übersicht wurde bereits oft genug kritisches geäußert. Das zeigt sich diese Woche beispielsweise bei den Verteidigern von Gladbach, von denen es kaum einer die Auswahl geschafft hat. Was angesichts der Harmlosigkeit der Bayern im Sturm auch kein Wunder ist. Von daher kann ich allen Kritikern nur zustimmen, die die wöchentlichen Aufzählungen in der aktuellen Form irgendwo zwischen nichtssagend und schwachsinnig ansiedeln.
Van de Tweed 08.10.2018
5. Bargfrede
Ich wundere mich über die Verortung Bargfredes im offensiven Mittelfeld. Er ist immer ein 6er gewesen und hat auch am Freitag als solcher gespielt. In dem Spiel gegen Wolfsburg war er überragend. Das hat sogar der Kicker mit einer 2,0 belohnt. Stattdessen wird hier Thiago vom FCB nach einem wirklich nicht guten Spiel als bester defensiver Mittelfeldspieler in die 11 des Tages gelobt. Das ergibt wirklich wenig Sinn.
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