Sieg über Werder: Stuttgart dreht Partie dank Harniks Doppelpack
Stuttgart hat seine Erfolgsserie fortgesetzt: Der VfB hat einen Rückstand gegen Bremen aufgeholt und ist seit neun Spielen ohne Niederlage. Matchwinner gegen Werder war Martin Harnik mit zwei Toren. Dank des Erfolgs können die Stuttgarter sogar von der Champions-League-Qualifikation träumen.
Hamburg - Muss der VfB Stuttgart erst zurückliegen, damit es richtig läuft? Es scheint fast so. Zum vierten Mal in Folge punktete das Team von Trainer Bruno Labbadia nach einem Rückstand. Seit neun Spielen ist die Mannschaft nun ungeschlagen. Im direkten Duell um die Europa-League-Plätze drehten die Stuttgarter gegen Werder Bremen nach dem Gegentor von Markus Rosenberg (25. Minute) dank Treffern von Christian Gentner (37.), Martin Harnik (45.+1/53.) und Cacau (89.) das Spiel zum 4:1 (2:1).
"Keine Frage, das haben wir uns von Spiel zu Spiel erarbeitet", sagte Labbadia. "Es war ein geiles Spiel meiner Mannschaft, die von Anfang an Druck gemacht hat."
In der Tabelle bleibt der VfB (49 Punkte) auf Rang fünf, hat nach dem Auftakt des 31. Spieltags aber nur noch vier Punkte Rückstand auf Borussia Mönchengladbach. Nach der Hinrunde lagen die Stuttgarter noch sieben Punkte hinter Bremen, nun haben sie sieben Punkte Vorsprung. Werder, das zum sechsten Mal in Folge nicht gewann, droht auf Platz acht, die Europa-League-Plätze zu verpassen.
Stuttgarts Comeback begann ähnlich wie vor zwei Wochen: In Dortmund war dem VfB nach einem 0:2-Rückstand noch ein 4:4 gelungen. Gegen Mainz und in Augsburg hatte das Team zunächst jeweils 0:1 zurückgelegen, um dann souverän zu gewinnen (4:1 und 3:1). Werder war am Freitag das nächste Opfer.
Bremen geht überraschend in Führung
Von Beginn an waren die Gastgeber die aktivere Mannschaft, im Angriff mangelte es Stuttgart aber an Torgefahr und Chancen. Werder agierte defensiv, lauerte auf Konter und hatte die erste Möglichkeit: Marco Marin prüfte VfB-Schlussmann Sven Ulreich aus rund 25 Metern (14.), der Keeper klärte zur Ecke.
Elf Minuten später war Ulreich dann machtlos. Claudio Pizarro setzte sich gegen Cristian Molinaro durch, schickte Marin auf der rechten Seite. Dessen Flanke nutzte Rosenberg aus kurzer Distanz zum 1:0.
Für Stuttgart war das die Initialzündung. Die Angriffe wurden zielstrebiger, vor allem aber schneller vorgetragen. Den Ausgleich markierte Gentner in der 37. Minute. Der 26-Jährige zirkelte den Ball aus rund 27 Metern über Werder-Torwart Tim Wiese hinweg ins Tor. Und noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ging der VfB in Führung. Nach einer Ecke von Tamás Hajnal konnte Wiese einen Kopfball von Georg Niedermeier noch parieren, doch Harnik staubte ab. "Der zweite Treffer vor der Halbzeit war unnötig, danach war es sehr schwer", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf.
Stuttgart dominiert, von Werder kommt fast nichts
Nach der Pause dauerte es nur acht Minuten bis zur Vorentscheidung. Erneut war es Harnik, der nach einer Hajnal-Ecke traf. Nach einem Durcheinander im Fünfmeterraum kam der Ball zum Österreicher, der sein 17. Saisontor erzielte. Allerdings berührte Harnik den Ball zuvor auch mit der Hand.
Von Werder kam danach kaum etwas. Die Spieler wirkten vom dritten Gegentor schockiert. "Man hat heute klar den Unterschied gesehen. Meine Mannschaft hat mehr als zaghaft agiert, Stuttgart hat vor Selbstvertrauen gestrotzt", so Schaaf.
Der VfB bestimmte weiter das Geschehen, war in der Offensive aber zu verspielt, um einen weiteren Treffer zu erzielen. Erst in der 89. Minute traf der kurz zuvor eingewechselte Cacau zum 4:1. Wieder war es eine Standardsituation, die zum Tor führte. Gotoku Sakai hatte einen Freistoß von der linken Seite in den Strafraum geschlagen.
VfB Stuttgart - Werder Bremen 4:1 (2:1)
0:1 Rosenberg (25.)
1:1 Gentner (37.)
2:1 Harnik (45.+1)
3:1 Harnik (53.)
4:1 Cacau (89.)
Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Kvist, Gentner - Harnik (86. Cacau), Hajnal (80. Okazaki), Schieber (90. Traoré) - Ibisevic
Bremen: Wiese - Ignjovski, Affolter (58. Füllkrug), Sokratis, Schmitz - Naldo - Fritz, Junuzovic - Marin (58. Trybull) - Pizarro, Rosenberg
Schiedsrichter: Welz
Zuschauer: 59.000
Gelbe Karten: Niedermeier (3) - Schmitz (6), Sokratis (10), Fritz (10)
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- Freitag, 13.04.2012 – 22:32 Uhr
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