Bundesliga: Wolfsburg schießt HSV tiefer in den Abstiegskampf

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Die Lage des Hamburger SV wird immer bedrohlicher. Zum vierten Mal in Folge verlor das Team von Trainer Thorsten Fink. Im Auswärtsspiel in Wolfsburg waren die Gäste bemüht, letztlich aber zu schwach. Beim entscheidenden Gegentor sah Torhüter Jaroslav Drobny unglücklich aus.

Wolfsburg vs. HSV: Scharfschütze Schäfer, deplatzierter Drobny Fotos
Getty Images

Hamburg - Es sieht düster aus für den Hamburger SV. Dem Team fehlt es an Kreativität, an Selbstvertrauen, aber vor allem an Punkten. In Wolfsburg war das Team von Trainer Thorsten Fink bemüht, spielerisch aber limitiert. So kassierte der HSV beim 1:2 (0:0) gegen den VfL die vierte Niederlage in Folge. Aus den letzten sechs Partien haben die Hamburger nur einen Punkt geholt und eine Tordifferenz von 5:16 vorzuweisen. Die Tore erzielte Mario Mandzukic (46. Minute) und Marcel Schäfer (75.) sowie Marcus Berg (47.) für den HSV.

"Ich glaube, dass wir heute keine Fußballfest erwarten konnten. Wir wollten mit voller Leidenschaft ins Spiel gehen und das haben wir gemacht", sagte HSV-Verteidiger Dennis Aogo: "Aber wir bekommen dann wieder unnötige Gegentore."

Durch die Pleite in der Auftaktpartie des 27. Bundesliga-Spieltags könnte der HSV (27 Punkte) in der Tabelle sogar noch vom 14. Platz auf den Relegationsrang abrutschen. Die Wolfsburg können dagegen nach dem dritten Sieg in Serie mit nun 37 Punkten von der Europa League träumen.

In der ersten Halbzeit taten sich beide Teams schwer, Torchancen blieben Mangelware. Wenn es aber gefährlich wurde, dann für den HSV. Die Gäste waren schon in der zweiten Minute orientierungslos: Mladen Petric und Heiko Westermann konnten nach einer Ecke nicht klären, VfL-Stürmer Mandzukic schoss jedoch nur ans Außennetz.

Zwei Tore in weniger als 90 Sekunden

Später verpasste Patrick Helmes Hereingaben von Schäfer von der linken Seite (16./28.). In der 33. Minute hätte Helmes das 1:0 erzielen können, doch er traf den Ball nicht richtig. Dadurch hatte Hamburgs Torhüter Jaroslav Drobny keinerlei Mühe mit dem Schuss (33.). Felipe kam in der 45. Minute noch einmal zum Abschluss, aber Wolfsburgs Innenverteidiger schoss aus 14 Metern deutlich vorbei. Den einzigen HSV-Torversuch in einer schwachen Partie, die zwischenzeitlich von vielen kleinen Fouls geprägt war, hatte Petric in der vierten Minute aus rund 25 Metern.

Ganz anders begann die zweite Hälfte. Schon nach 18 Sekunden war der Ball im HSV-Tor. Ashkan Dejagah nahm Nationalspieler Aogo auf der linken Seite den Ball ab, lief nach vorne und flankte in die Mitte. Dort kam Mandzukic herangerauscht und köpfte sein zehntes Saisontor. Die Freude beim VfL währte jedoch nur 63 Sekunden.

Westermann spielte einen langen Ball in die Tiefe, Berg brachte ihn sehenswert unter Kontrolle und überwand Diego Benaglio mit einem Heber aus rund 14 Metern. Wolfsburgs Keeper war etwas zu früh aus seinem Tor geeilt. Für den schwedischen Angreifer war es das erste Saisontor und der insgesamt fünfte Treffer im HSV-Trikot.

Aogo verpasst den Ausgleich in der Schlussminute

Danach verflachte das Spiel wieder: Der VfL war bemüht, der HSV ideenlos. Auf die nächste Chance mussten die rund 30.000 Zuschauer in der ausverkauften Wolfsburger Arena bis zur 75. Minute warten. Nach einem Foul von Westermann an Mandzukic bekamen die Gastgeber einen Freistoß zugesprochen. Den Freistoß zirkelte Schäfer von rechts in die kurze Ecke - die Torwartecke. "Er sah dabei unglücklich aus", sagte HSV-Sportdirektor Frank Arnesen über Hamburgs Keeper Drobny.

"Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt", sagte Petric, "Wir haben super reagiert nach dem ersten Tor. Und dann kriegen wir noch ein zweites. Das ist so, wenn man unten drinsteht." Der 31-Jährige verpasste die erste Ausgleichschance in der 82. Minute, als er bei Aogos Hereingabe einen Schritt zu spät kam.

In der Schlussphase kontrollierten die Gastgeber die Partie. Doch fast mit der letzten Aktion des Spiel schoss Aogo aus sechs Metern über das Tor (90.+3) - und vergab damit die letzte große Möglichkeit.

"Unser Auftritt war sehr gut und engagiert. Die Mannschaft hat den Kampf angenommen", sagte HSV-Coach Fink: "Ich bin zuversichtlich, dass wir da rauskommen."

VfL Wolfsburg - Hamburger SV (0:0)
1:0 Mandzukic (46.)
1:1 Berg (47.)
2:1 Schäfer (75.)
Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Russ, Felipe, Rodríguez - Polak (83. Madlung), Josué (65. Jiracek) - Dejagah, Schäfer - Helmes (90.+2 Vierinha), Mandzukic
Hamburg: Drobny - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Aogo - Jarolim (83. Kacar), Rincón - Ilicevic (80. Töre), Jansen (76. Son) - Petric, Berg
Schiedsrichter: Brych
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)
Gelbe Karte: Josué (6), Polak (3), Felipe (4), Jiracek - Westermann (6)

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insgesamt 6 Beiträge
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1. .
kuddel37 23.03.2012
Zitat von sysopDie Lage des Hamburger SV wird immer bedrohlicher. Zum vierten Mal in Folge verlor das Team von Trainer Thorsten Fink. Im Auswärtsspiel in Wolfsburg waren die Gäste bemüht, letztlich aber zu schwach. Der VfL wahrte durch den Erfolg seine Chancen auf die Europa League. Bundesliga: Wolfsburg schießt HSV tiefer in den Abstiegskampf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,823434,00.html)
Die Fans von Mannschaften der 2. Liga, die demnächst gegen den HSV spielen, können schon mal ihren neuen Schlachtgesang einstudieren. HSV, meine Perle 2.Liga Song--natürlich weiterhin auf Youtube ;) HSV meine perle 2. liga song - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=_740QTz2nHM)
2. ..
tylerdurdenvolland 24.03.2012
Nun ja, vielleicht sollte der HSV den Trainer wechseln? Ich bin sicher die erstklassige Vereinsführung der HSV ist da schon am Überlegen?
3. Reinigendes Gewitter
scharnhorst24 24.03.2012
Der Abstieg aus dem Oberhaus würde dem HSV gut tun. Ein reinigendes Gewitter hätte hoffentlich den Effekt, aus dem Intigranten-Stadl wieder einen Sportverein zu machen. Lustig, daß der Abstieg zu einem Zeitpunkt passiert, an dem ausgerechnet ein FDP-Politiker Hauptgeschäftsführer ist. Überall wo die Jungs ihre Finger drin haben, geht es schief.
4. Pleite?
hagebra 24.03.2012
Zitat von scharnhorst24Der Abstieg aus dem Oberhaus würde dem HSV gut tun. Ein reinigendes Gewitter hätte hoffentlich den Effekt, aus dem Intigranten-Stadl wieder einen Sportverein zu machen. Lustig, daß der Abstieg zu einem Zeitpunkt passiert, an dem ausgerechnet ein FDP-Politiker Hauptgeschäftsführer ist. Überall wo die Jungs ihre Finger drin haben, geht es schief.
Also ich glaube nicht, dass ein Abstieg dem Verein gut tun würde. Vielmehr vermute ich , dass das die Pleite bedeuten würde. Der HSV ist mit den derzeitigen Verbindlichkeiten finanziell doch darauf angewiesen, dass er in Europa spielt. Es ist schon eine Katastrophe, dass das nicht erreicht wurde. Der Abstieg wäre finanziell vom Verein nicht zu verkraften. Durchreiche in die dritte Liga? Ich denke, dass bei einem Abstieg so manchem Fan und den Verantwortlichen noch das Hören und Sehen vergehen wird. Was ist nur aus dem Verein des Uwe Seeler geworden?
5. Mittelmäßigkeit
mirkor 24.03.2012
Tja der HSV, höchstes Ziel in jedem Jahr ist für den Bundesligadino der Nicht-abstieg. Dann wird peniebel darauf geachtet, dass beim Einkauf neuer Spieler eine möglichst homogene Gruppe von mittelmäßigen, seelenlosen Fussballlegionären angeheuert werden, die zwar viel verdienen sich aber wenig verdient machen. Hinzugesellen tun sich dann noch ein, zwei Altstars die sich beim HSV noch ein angenehmes Zuckerbrot fürs Alter auszahlen lassen. Michael Oenning als Trainer einer Bundesligamanschaft? Wer hat sich das eigentlich ausgedacht? Ach ja die grandios kompetente "Vereinsführung". Macht nur so weiter das es mal richtig kracht und entlasst dann mal die richtigen euch selbst.
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