Rückrunden-Wunder Die besten Winter-Transfers der Bundesliga

Ob kurzfristiger Retter oder treue Vereinsikone - einige Wintertransfers entpuppten sich als echte Glücksgriffe. Hier sind fünf der erfolgreichsten Winterzugänge der Bundesliga-Geschichte.

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Vor seiner Vorstellung beim VfB Stuttgart dürfte der Name Artem Kravets nur den wenigsten Bundesliga-Fans ein Begriff gewesen sein. Als ukrainischer Nationalspieler scheint bei ihm sportliche Qualität zweifellos vorhanden, angesichts einer Leihgebühr von 500.000 Euro bis Saisonende hält sich auch das finanzielle Risiko in Grenzen. Damit hat Sportdirektor Robin Dutt immerhin schon einmal zwei wichtige Faktoren berücksichtigt, die Wintertransfers gefährlich machen können.

Denn das Transferfenster in der Winterpause bietet den Bundesligisten zwar einerseits die Möglichkeit, personell noch einmal nachzubessern. Neuzugänge können helfen, kurzfristig doch noch für einen zufriedenstellenden Saisonabschluss zu sorgen. Andererseits sprechen die kurze Eingewöhnungszeit und das im Vergleich zum Sommer höhere Preisniveau gegen Neuverpflichtungen zum Jahreswechsel. Nicht immer werden Wintereinkäufe deshalb zum Erfolg - manchmal aber gelangen den Klubs in der Bundesligageschichte einzigartige Käufe.

Hier unsere Top 5:

Für den VfL Wolfsburg hielt sich im Januar 2014 das Risiko bei der Verpflichtung von Kevin de Bruyne in einem überschaubaren Rahmen. Manager Klaus Allofs kannte ihn aus ihrer gemeinsamen Zeit in Bremen gut. Für 22 Millionen Euro sicherte er dem VfL die Dienste De Bruynes. Trotz dieser Summe, die an den FC Chelsea ging, ein echter Gewinn für die Niedersachsen, wie sich später herausstellen sollte.

Ohne Anlaufschwierigkeiten knüpfte der Belgier im VfL-Trikot dort an, wo er bei Werder aufgehört hatte. Am Ende einer herausragenden Saison 2014/2015 hatte De Bruyne mit 21 Torvorlagen nicht nur einen Bundesliga-Rekord aufgestellt, sondern mit seiner Ablösesumme in Höhe von 74 Millionen Euro, die Manchester City zahlte, gleich noch für eine zweite Bestmarke gesorgt.

Schon deutlich mehr hatte Hans Meyer riskiert, als er Innenverteidiger Dante im Januar 2009 nach Mönchengladbach holte. Doch auch dieses Wagnis zahlte sich aus. Der Brasilianer brachte bis Saisonende nicht nur die erhoffte Stabilität im Abwehrzentrum, sondern traf auch drei Mal in der Offensive. Im Anschluss an die denkwürdige Rettungstat von Lucien Favre, der Gladbach in der Saison 2010/2011 zwölf Spieltage vor Schluss mit einem Rückstand von sieben Punkten auf Platz 16 übernommen und am Ende noch vor dem Abstieg bewahrt hatte, sprang in der darauffolgenden Spielzeit sogar Platz vier heraus.

Mit Jan Age Fjörtoft glückte auch Eintracht Frankfurt zum Jahresbeginn 1999 ein Überraschungscoup auf dem Transfermarkt. Aus dem Stand wurde der Mittelstürmer zum Leistungsträger, traf bis Ende der Rückrunde sechs Mal. Unvergessen bleibt dabei sein Tor im Saisonfinale gegen Kaiserslautern: Im Fernduell mit den Nürnbergern war es der Norweger, der in der 89. Minute FCK-Schlussmann Andreas Reinke mit einem Übersteiger verlud. Dank seines Tores zum 5:1-Endstand sicherte er der Eintracht den Klassenerhalt und erwarb sich beim Anhang Legendenstatus auf Lebenszeit.

Der Wechsel von Matthias Sammer nach Dortmund Anfang 1993 bescherte den Schwarz-Gelben im Vergleich dazu deutlich namhaftere Erfolge. Nach seinem Kurzaufenthalt in Mailand war Sammer sofort unverzichtbarer Bestandteil im Team von Ottmar Hitzfeld. Der BVB wurde mit ihm als impulsivem Antreiber 1995 und 1996 nicht nur Deutscher Meister, sondern gewann 1997 auch die Champions League.

Eine ähnlich glorreiche Ära leitete zu Jahresbeginn 1987 die Ankunft von Rune Bratseth an der Weser ein. Das Duo Willi Lemke/Otto Rehhagel hatte den Libero für 200.000 Euro aus Trondheim verpflichtet. Auf Anhieb etablierte sich Bratseth bei Werder Bremen als umsichtiger Defensivkoordinator, führte die Grün-Weißen in der Folge zu zwei Meistertiteln (1988 und 1993) sowie zwei Pokalsiegen (1991 und 1994). Als Mitglied der Mannschaft, die 1992 den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger feierte, sicherte sich der Norweger endgültig seinen Platz in der Bremer Vereinsgeschichte.



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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
moabitmoe 22.01.2016
1. Fjörtoft-Foto?
Auf dem Foto, das angeblich Jan-Aage zeigt sehe ich nur andere Spieler...
darren1895 22.01.2016
2. Mats Hummels
Mats Himmels kam auch in der Winterpause zum BVB. Zwar erstmal nur als Leihspieler. Trotzdem war er eine große Unterstützung für die Rückrunde des BVB
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