Bundesliga-Experte Hamann "Darmstadt wird direkt absteigen"

Sechs Teams machen in der Bundesliga die Abstiegsplätze unter sich aus. SPIEGEL-ONLINE-Experte Dietmar Hamann lobt die Entwicklung in Hoffenheim - und erkennt in Darmstadt einen mentalen Nachteil.

Sandro Wagner vom SV Darmstadt
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Sandro Wagner vom SV Darmstadt


Zur Person
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    Dietmar "Didi" Hamann (Jahrgang 1973) gab 1993 sein Bundesligadebüt für den FC Bayern. Fünf Jahre später wechselte er in die Premier League, wo er für Newcastle United, den FC Liverpool und Manchester City spielte. Hamann absolvierte 59 Länderspiele und wurde 2002 Vizeweltmeister. Heute lebt er in der Nähe von Manchester, arbeitet als Experte für den Sender Sky und kommentiert für SPIEGEL ONLINE regelmäßig Entwicklungen in der Bundesliga und im internationalen Fußball.
Im Abstiegskampf der Bundesliga spitzt sich die Lage zu. Fünf Mannschaften trennen nur drei Punkte, am Saisonende könnte deshalb auch das Torverhältnis mitentscheiden. SPIEGEL-ONLINE-Experte Dietmar Hamann bewertet die Lage bei den insgesamt sechs betroffenen Vereinen und beantwortet auch die Frage, wer am Saisonende absteigen wird.

FC Augsburg
Tabellenplatz: 13 (27 Punkte, Tordifferenz -8)
Nächste Spiele: Dortmund (H), Mainz (A), Bremen (H)

Um den FC Augsburg mach ich mir die geringsten Sorgen. Sie haben keine Europa-League-Belastung mehr, wobei sie sich dort auch wunderbar verkauft haben. Das liegt auch an Markus Weinzierl, der in Augsburg exzellente Arbeit abliefert. Sie werden die nötigen Punkte einfahren und sicher in der Liga bleiben.

SV Darmstadt
Tabellenplatz: 14 (27 Punkte, Tordifferenz -13)
Nächste Spiele: Wolfsburg (A), Stuttgart (H), HSV (A)

Formtabelle Abstiegskandidaten

Verein Letzte fünf Spiele Punkte
Augsburg S U N U U 6
Darmstadt N U N U U 3
Bremen N U S S N 7
Frankfurt U U N U N 3
Hoffenheim S N S N S 9
Hannover N S N N N 3
Mühsam nährt sich das Darmstädter Eichhörnchen, letztlich spielt das Team von Trainer Dirk Schuster aber zu häufig unentschieden. Darmstadt spielt eigentlich eine unerwartet gute Saison, aber plötzlich rutschst du immer weiter unten rein und musst ganz spät in der Saison die Rolle des Jägers übernehmen - das kann demoralisierend sein. Vor allem zu Hause hatten sie in den vergangenen Wochen große Probleme, und die kommenden Aufgaben wie Ingolstadt und Hamburg werden auch richtig schwer, wenn du plötzlich Spiele gewinnen musst. Für den Klassenerhalt müssten sie zwei, drei Punkte mehr auf dem Konto haben. Darmstadt wird direkt absteigen.

Werder Bremen
Tabellenplatz: 15 (27 Punkte, Tordifferenz -18)
Nächste Spiele: Mainz (H), Dortmund (A), Augsburg (H)

Die Bremer kommen da unten raus. In der Abwehr spielt Werder zumindest solide, da helfen auch die guten Winterverstärkungen Papy Djilobodji und Sambou Yatabaré. Prunkstück ist aber die Offensive, da haben sie genügend Substanz für den Klassenerhalt. Claudio Pizarro hat seinen dritten Frühling, Anthony Ujah ist auch immer torgefährlich, und mit Zlatko Junuzovic und dem kopfballstarken Jannik Vestergaard hat Bremen viele Waffen, die für Tore sorgen können.

Eintracht Frankfurt
Tabellenplatz: 16 (24 Punkte, Tordifferenz -15)
Nächste Spiele: Hannover (H), FC Bayern (A), Hoffenheim (A)

Bei der Verpflichtung von Niko Kovac bin ich sehr unsicher. Er ist ein ruhiger und bodenständiger Typ, hat aber außer in Salzburg bisher nur die kroatische Nationalmannschaft trainiert. Vielleicht wäre ein echter Feuerwehrmann für die restlichen Spiele besser gewesen, zumal ja im Sommer Heribert Bruchhagen auch aufhört. Dann wäre ein richtiger Neuanfang möglich gewesen. Trotzdem hat Frankfurt noch alle Möglichkeiten, vor allem wenn Torjäger Alex Meier zurückkehrt. Das kommende Spiel gegen Hannover wird richtungsweisend sein. Am Ende sehe ich die Eintracht auf dem Relegationsplatz.

TSG Hoffenheim
Tabellenplatz: 17 (24 Punkte, Tordifferenz -15)
Nächste Spiele: Hamburger SV (A), 1. FC Köln (H), Frankfurt (A)

Mit Julian Nagelsmann hat sich die Situation in Hoffenheim sehr positiv entwickelt. Der Heimsieg gegen Wolfsburg war extrem wichtig. Nagelsmann hat das Selbstvertrauen zurück in die Mannschaft gebracht, unter Huub Stevens hatten sich die Spieler am Ende in ihr Schicksal ergeben. Stevens hatte nach den vielen Niederlagen nicht mehr die nötigen Antworten. Jetzt herrscht wieder Aufbruchstimmung, was auch an den gewonnenen Heimspielen liegt. Deshalb wird sich die TSG retten, von der Qualität her hatte es Anfang der Saison ohnehin niemand anders erwartet.

Hannover 96
Tabellenplatz: 18 (17 Punkte, Tordifferenz -26)
Nächste Spiele: Frankfurt (A), Hamburger SV (H), Hertha BSC (A)

In Hannover gehen die Lichter aus, daran gibt es nach der 0:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln keine Zweifel mehr. Aktuell steht das Team von Trainer Thomas Schaaf sieben Punkte hinter dem Relegationsplatz. Hannover müsste mindestens noch 13 Punkte holen, um überhaupt noch Hoffnung zu haben, aber selbst diese Punktzahl würde wahrscheinlich nicht reichen. Und das ist bei acht verbliebenen Spielen und der derzeitigen Form schwer vorstellbar.



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insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
gekreuzigt 14.03.2016
1. In 2 Wochen
behauptet der Experte vermutlich das komplette Gegenteil. Was dieses Wahrsagen immer soll, habe ich noch nie verstanden.
schwerpunkt 14.03.2016
2. Didi Hamanns Prognosen
Herzlichen Glückwunsch an Darmstadt zum Verbleib in der ersten Liga.
zamparonio 14.03.2016
3.
Soso, Darmstadt wird direkt absteigen. Wusste gar nicht das der Didi Komiker ist. Ach nee, Komiker ist er ja, aber kein Hellseher. Der "Experte" Hahaha. Darmstadt bleibt drin, aber Frankfurt wird absteigen. So sieht es aus. Wegen mir kann Frankfurt auch in der Relegation absteigen. Hauptsache weg.
laffleur 14.03.2016
4.
"In der Abwehr spielt Werder zumindest solide". So ein Käse, Bremen hat im Vergleich zu den besagten Teams mit Abstand die meisten Gegentore (Bremen 52, Hannover 48, die anderen 40-43). Mein Tipp: Hoffenheim und Augsburg kommen unten raus, die anderen machen es unter sich aus.
gnarze 14.03.2016
5. Wider dem Trend
Frankfurts Trend sieht ungleich bescheidener aus - Bremen hat noch einige Schicksalsspiele vor der Brust. Momentan denke ich, dass Hoffenheim es nochmals hinbekommt, aber selbst Augsburg hat ein schwieriges Restprogramm. Darmstadt sehe ich eher aufgrund des Teamgeistes vor Frankfurt.
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