Bundesliga-Analyse Bis zur Winterpause wird es zwei Trainerwechsel geben

Für Domenico Tedesco und Heiko Herrlich wird es eng, weil sie alten Fußball spielen lassen. Bei Borussia Dortmund läuft es, weil Mannschaft und Trainer harmonieren. Drei Thesen zur Bundesliga.

Domenico Tedesco
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Domenico Tedesco

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1. Tedescos Zeit auf Schalke ist bald zu Ende

Domenico Tedescos Arbeiterfußball stößt in dieser Saison an seine Grenzen. Nach den fünf verlorenen Spielen zu Saisonbeginn schien sich Schalke 04 gefangen zu haben. Wettbewerbsübergreifend gewannen die Knappen zuletzt sogar drei Spiele in Folge. Und das mit dem altbekannten Spiel der vergangenen Saison: Tief stehen, viel malochen und vorne auf ein bisschen Spielglück hoffen. Dass diese Taktik aber nicht reicht, wenn das Glück ausbleibt, musste Tedesco bei der 0:2-Niederlage gegen Werder Bremen erkennen.

Die Bremer spielen unter Trainer Florian Kohfeldt beeindruckenden Offensivfußball und überbrücken das Mittelfeld oft mit kurzen, direkten Pässen. Schalke will sich zwar auch nicht lange im Mittelfeld aufhalten, löst das Problem aber mit dem genau gegenteiligen Ansatz: Lang schlagen und auf den zweiten Ball hoffen. Wobei die Betonung auf "hoffen" liegt.

Diese Art des Fußballs hat ihren Zenit überschritten. Um mit Schalke den Anschluss an die oberen Tabellenregionen herzustellen, müsste sich Tedesco neu erfinden. Werder hat gezeigt, wie es funktionieren kann. Gelingt es Tedesco nicht, seiner Mannschaft ein neues Gesicht fernab der Malocheridentität zu verpassen, wird er die Winterpause als Schalke-Trainer nicht erleben. Dass er es grundsätzlich anders kann, hat der 33-Jährige mit Erzgebirge Aue in der zweiten Liga bewiesen. Doch in Gelsenkirchen hat er im Moment nicht den richtigen Kader für eleganten Kombinationsfußball. Das könnte ihn den Job kosten.

2. In Leverkusen könnte bald nichts mehr Herrlich sein

Heiko Herrlich
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Heiko Herrlich

Am Ende durfte und musste Heiko Herrlich ganz tief durchatmen. Karim Bellarabi rettete Bayer Leverkusen mit seinem Tor in der Nachspielzeit einen Punkt gegen Hannover 96 und dem Trainer vielleicht schon den Job. Acht Zähler aus acht Spielen, mit 15 Gegentoren die viertschlechteste Defensive der Liga und zuletzt zwei Unentschieden gegen vermeintliche Abstiegskandidaten: Das kann den traditionell hohen Bayer-Ansprüchen nicht genügen.

"Uns fehlt im Moment die Leichtigkeit, das Selbstvertrauen und auch das Spielglück", sagte Herrlich im Anschluss an die Partie. Nun darf man kurz nach Abpfiff keine umfassende Fehleranalyse erwarten, aber ein bisschen mehr Selbstkritik wäre schon angebracht gewesen. Vor allem in der ersten Hälfte zeigte Bayer 04 ein schwaches Heimspiel.

Nur zwei Schüsse brachte die Werkself aufs gegnerische Tor: den gehaltenen Elfmeter von Wendell und den Ausgleichstreffer durch Lars Bender. Nach der Pause wurde Leverkusen zwar besser, geriet nach einer Standardsituation aber wieder in Rückstand. Anschließend spielte Bayer nach dem Platzverweis gegen Felipe mehr als eine halbe Stunde in Überzahl und musste trotzdem bis zum letzten Moment zittern.

Dem Trainer, der in der vergangenen Saison noch für seinen erfrischenden Angriffsfußball gelobt wurde, wird mittlerweile vorgeworfen, dass seine bedingungslose Offensive zu anfällig für Gegentore sei. Er habe keinen "Plan B", heißt es. Zumindest kann dieser Plan nicht immer "B wie Bellarabi" heißen. Sonst muss Herrlich Leverkusen schon bald verlassen.

3. Die Variabilität und Favre machen Dortmund so stark

Borussia Dortmund bleibt nach der 4:0-Gala beim VfB Stuttgart souveräner Tabellenführer der Bundesliga. Damit nicht genug: 27 Tore nach acht Spieltagen bedeuten Vereinsrekord und geben einen Hinweis darauf, warum es beim BVB gerade so gut läuft. Die Borussia hat nicht nur mit Paco Alcácer den aktuell wohl formstärksten Stürmer Europas, sie ist zudem offensiv extrem variabel.

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Fußball-Bundesliga: BVB brilliert, Leverkusen verwirrt

13 verschiedene Torschützen kann der BVB schon nach acht Spieltagen vorweisen. Zur Einordnung: Nur acht Bundesligisten haben bislang überhaupt mehr als 13 Treffer erzielt. Auch in Stuttgart trafen wieder vier verschiedene Dortmunder: Jaydon Sancho, Marco Reus, Alcácer und der eingewechselte Maximilian Philipp.

Man konnte es schon vor der Saison ahnen: Die Borussia und Lucien Favre - das scheint zu passen. Der Schweizer mag schnellen Umschaltfußball und hat in Dortmund dafür genau das richtige Personal. Zudem will er dafür sorgen, dass seine Spieler in möglichst gute Abschlusspositionen kommen. Weil sie seine Vorgaben umsetzen, gelingt es den Dortmundern, aus relativ wenigen Chancen möglichst viele Tore zu erzielen.

insgesamt 17 Beiträge
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uhrentoaster 21.10.2018
1. Entwicklungen
Wenn Schalke des nächste Spiel gewinnt, wird Tedesco nicht entlassen. Ähnliches gilt für Leverkusen. Einfach mal abwarten, vielleicht wird die Zukunft ja gar nicht so negativ, wie vorhergesagt. Dortmund könnte dieses Mal eine gute Saison spielen. Ob das langfristig mit Favre der Fall sein wird, muss man abwarten. Auch ist die Frage, wie lange Alcacer in Dortmund bleibt, wenn er weiterhin so oft trifft. Die reichen Vereine werden schon ein Auge auf ihn geworfen haben.
gesmer 21.10.2018
2. Hände weg von LIga 3!
Hoffentlich behalten Sie Unrecht - insbesondere in Sachen Tedesco. Wer wie Schalke bezüglich seiner Trainer zuletzt keine Scheu zeigte, sich in der 2. Liga umzusehen, wird das demnächst dann womöglich sogar noch eine Liga tiefer tun und dort ganz automatisch auf den Münsteraner Trainer Antwerpen stoßen. Das darf nicht passieren!
gerechtzz 21.10.2018
3. Schalker Personalpolitik unverständlich
Goretzka und Meyer nicht adequat ersetzt und mit Uth und Sane Spieler geholt, die maximal EL Niveau besitzen. Naldo hat seinen Zenit überschritten. Wo sind die Millionen aus den Transfers (Draxler, Sané), die Dortmund wiederum so gut reinvestiert? Andererseits welcher Trainer überlebt schon lange auf Schalke, während Werder einen Trainer nach dem anderen aus dem Nachwuchsbereich zieht. Respekt!
draufen 21.10.2018
4. Tedesco hier zu nennen ist lachhaft
Wer die Entwicklung auf Schalke in den letzten Jahren nur für fünf Cent mitbekommen hat, der weiß, dass Tedesco mit den sichersten Job in der Liga hat. Alle Verantwortlichen sind zu 100% von ihm überzeugt und daran wird auch die im Moment weniger erfolgreiche Phase nichts ändern. Die ständigen Trainerwechsel haben den Verein kein Stück nach vorne gebracht und das ist inzwischen allen bewusst.
Pless1 21.10.2018
5. Guter Artikel
Im Wesentlichen ist die Situation richtig beschrieben. Insbesondere, dass der sympathische Tedesco letztlich den falschen Kader hat um besseren Fußball zu spielen. Fliegt er, badet er im Grunde die Fehler von Heidel bei der Kaderplanung aus.
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