Bundesliga-Spitzenspiel: Dortmund siegt dank Zauber-Reus

Von Nils Lehnebach

Fotostrecke: Reus topmotiviert, Schieber übermotiviert Fotos
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Es war die pure Spielfreude: Dortmund legte gegen Frankfurt einen rauschhaften Start hin, die Partie war bereits nach zehn Minuten vorentschieden. Selbst ein früher Platzverweis war für den BVB kein Problem - weil Marco Reus in Top-Form war.

Hamburg - Dritter gegen Vierter, Meister gegen Aufsteiger, Offensivgeist gegen Offensivgeist. Die Partie zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt versprach 90 Minuten hochklassigen Bundesliga-Fußball - war aber schon nach zehn Minuten vorentschieden. Marco Reus (8. Minute/10.) hatte den BVB beim 3:0 (2:0)-Heimsieg früh auf die Siegerstraße gebracht - und erzielte schließlich auch den Endstand (65.)

Obwohl die Borussia eine Dreiviertelstunde in Unterzahl spielen musste, siegte sie schließlich souverän und holte somit den zweiten Tabellenplatz zurück. Frankfurt bleibt Vierter, hat aber nur noch drei Punkte Vorsprung auf Freiburg und Hamburg. "Ich freue mich vielmehr, dass wir das Spiel gewonnen haben. Frankfurt ist eine richtig starke Mannschaft. Wir haben früh zwei Tore gemacht, das war wichtig", sagte Reus

Bei Dortmund kehrte der zuletzt angeschlagene Nationalspieler Ilkay Gündogan ins Team zurück. Dafür musste die Borussia auf ihren gesperrten Top-Torjäger Robert Lewandowski verzichten, für ihn stürmte Julian Schieber. Ein Nachteil? Nicht wirklich.

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Grafische Fußball-Analyse: Riese Reus, unglücklicher Schieber
Schon in den ersten zehn Minuten zeigte der BVB eindrucksvoll, dass er auch bei einem sich immer mehr andeutenden Abgang Lewandowskis offensiv handlungsfähig wäre - um es dezent zu formulieren. Allen voran Marco Reus startete wie im Rausch und legte zehn zauberhafte Minuten hin.

Schieber nutzt seine Chance nicht

Nach einem Pass von Sven Bender stand der Nationalspieler bereits in der vierten Minute frei vor Frankfurt-Torwart Kevin Trapp, scheiterte aber - noch. Nur vier Minuten später, diesmal hatte ihn Mario Götze freigespielt, war Reus erneut allein vor dem Eintracht-Tor und traf diesmal. Doch damit nicht genug. Es dauerte erneut nur zwei Minuten, da war - natürlich - Reus wieder frei durch. Nach einem Zuspiel von Mats Hummels erhöhte der 23-Jährige auf 2:0.

Es waren die Saisontore neun und zehn für Reus, der damit in der teaminternen Wertung auf Platz zwei hinter Lewandowski vorrückte. Zum Vergleich: Schieber ist noch ohne Saisontor. Und das dürfte vorerst auch so bleiben. Denn für den 24-Jährigen war die Partie schon nach 31 Minuten beendet. Vier Minuten zuvor hatte er gegen Carlos Zambrano den Fuß draufgehalten, dann setzte er im Zweikampf gegen Bastian Oczipka den Ellenbogen ein und sah Gelb-Rot.

Die Eintracht wurde in Überzahl etwas besser. Sebastian Rode hatte in der 41. Minute die erste Großchance für die Gäste, verfehlte mit einem Lupfer das Tor aber knapp.

Doch die ganz große Aufholjagd der Eintracht blieb zunächst aus. Dortmund war selbst in Unterzahl mindestens ebenbürtig. In der 57. Minute warf sich Bamba Anderson in einen Volleyschuss von Neven Subotic, der Ball ging an die Latte. Frankfurt-Trainer Armin Veh brachte nach einer Stunde mit Olivier Occean einen zweiten Stürmer, das nächste Tor aber schoss der BVB.

Gündogan schickte Götze mit einem perfekten Pass steil. Der 20-Jährige dribbelte in den Strafraum, schirmte den Ball geschickt ab und legte dann auf Reus zurück, der aus kurzer Distanz für die Entscheidung sorgte. Zumal Frankfurt ab der 74. Minute auch nur noch zu Zehnt spielte, Takashi Inui hatte nach einem harmlosen Foul gegen Hummels seine zweite Gelbe Karte gesehen.

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 3:0 (2:0)
1:0 Reus (8.)
2:0 Reus (10.)
3:0 Reus (65.)
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan (89. Sahin), Sven Bender - Blaszczykowski (66. Großkreutz), Götze (82. Leitner), Reus - Schieber
Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Schwegler, Rode (80. Celozzi) - Aigner (60. Occean), Inui - Lakic (78. Matmour), Meier
Schiedsrichter: Brych
Zuschauer: 80.500
Gelb-Rote Karten: Schieber wegen wiederholten Foulspiels (31.) - Inui wegen wiederholten Foulspiels (74.)
Gelbe Karten: Subotic (3), Hummels - Lakic (2)

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insgesamt 48 Beiträge
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1. Marco Reus hat zwar...
fritzfrie 16.02.2013
...die drei Tore gemacht, jedoch haben Leute wie Götze, Hummels, Sobotic zumindest die gleiche Leistung gebracht. Einige andere aus dem schwarz-gelben Team sind auch nur ganz wenig dahinter,,,,
2. Nacht muss es sein
FXRichter 16.02.2013
"Nacht muss es sein, wenn Friedlands Sterne strahlen!" (Schiller, Wallenstein) Muss Lewandowski draußen sein, damit Reus strahlen kann? (Sogar Schieber wurde nicht vermisst!"
3. .
hfftl 16.02.2013
Zitat von sysopDPAEs war die pure Spielfreude: Dortmund legte gegen Frankfurt einen rauschhaften Start hin, die Partie war bereits nach zehn Minuten vorentschieden. Selbst ein früher Platzverweis war für den BVB kein Problem - weil Marco Reus in Top-Form war. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-dortmund-besiegt-frankfurt-dank-reus-a-883858.html
Damit dürfte Dortmund jetzt endgültig aller Abstiegssorgen ledig sein.
4. Der
privatier2 16.02.2013
BVB spielt nach wie vor den mit Abstand attraktivsten Fußball. Da wird Fußball "gespielt" und zwar mit unbändiger Freude!
5. Gefährliche Leistungssteigerung
rehabilitant 16.02.2013
Zitat von sysopDPAEs war die pure Spielfreude: Dortmund legte gegen Frankfurt einen rauschhaften Start hin, die Partie war bereits nach zehn Minuten vorentschieden. Selbst ein früher Platzverweis war für den BVB kein Problem - weil Marco Reus in Top-Form war. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-dortmund-besiegt-frankfurt-dank-reus-a-883858.html
Es ist für den BVB ein Jammer: Werden Reus und Götze noch stärker, was anzunehmen ist, sind sie für den BVB mittelfristig nicht zu halten. Eigentlich könnte man nur hoffen, dass sie einfach nur auf dem jetzigen Niveau weiterspielen und die spanischen und englischen Millionen dort bleiben, wo sie sind.
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