Drei Thesen zur Bundesliga Die Schalker Krise ist beendet

Chancenlos hat Schalke 04 auch sein viertes Saisonspiel verloren. Trotzdem gibt das Spiel gegen die Bayern Anlass zu Optimismus. München könnte die Hinrunde ungeschlagen überstehen - aber was ist das wert?

Schalkes Daniel Caligiuri (rechts) und Franck Ribéry
SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Schalkes Daniel Caligiuri (rechts) und Franck Ribéry

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1) Für Schalke geht es jetzt aufwärts

Null Punkte nach vier Spielen, und das als Champions-League-Teilnehmer: Das ist normalerweise Grund zur nackten Panik bei einem Bundesligisten. Schalke und Domenico Tedesco können die kommenden Wochen aber einigermaßen entspannt angehen. Denn die Leistung beim 0:2 (0:1) gegen den FC Bayern war - anders als mancher frustrierte Fan meinte - völlig in Ordnung. S04 spielte nicht zu defensiv, aber die Leistung der Münchner war schlicht zu gut, um sie über 90 Minuten daran zu hindern, Torchancen herauszuspielen.

Tedescos Fußball ist nicht der attraktivste, das stimmt. Aber das galt auch in der erfolgreichen Vorsaison. Gegen schwächere Gegner sollte es besser laufen. Und schwächere Gegner kommen jetzt: Freiburg, Mainz, Düsseldorf. Die nächsten Aufgaben in der Champions League ( Galatasaray Istanbul und Lokomotive Moskau) erscheinen auch nicht unlösbar. Unsere Prognose: Ende Oktober befinden sich die Knappen in der oberen Tabellenhälfte. Ob es allerdings für die erneute Champions-League-Qualifikation reicht? Das wird schwer.

2) Bei Bayern kommt es auf James an

Dass Bayern gegen Schalke gewann, lag auch stark an James Rodríguez. Der Kolumbianer überragte nicht nur wegen seines Tors zum 1:0 und dem herausgeholten Elfmeter zum 2:0. James legte seinen Mitspielern vier Torschüsse auf, schloss dreimal selbst ab. Beides Höchstwerte im Spiel. Der ehemalige Madrilene macht den Unterschied aus, das bewies er nicht zuletzt gegen Schalke.

Im Gegensatz zu den beiden Flügelspielern Franck Ribéry und Arjen Robben verlagert James das Spiel gerne ins Zentrum. Er gibt im Münchner Offensivspiel den Takt an - und sorgt für Überraschungsmomente. James ist in der Bundesliga der Spieler der Stunde. Vielleicht ist er sogar der Ausnahmespieler, den die Bayern brauchen, um auch international Erfolg zu haben.

3) Bis Februar wissen wir noch gar nichts über die Klasse des FC Bayern

Sieben Siege in sieben Pflichtspielen, auswärts noch ohne Gegentor: Der FC Bayern ist trotz ausbleibender Großtransfers und trotz des relativ unerfahrenen Trainers Niko Kovac in der Bundesliga mindestens genauso dominant wie in den vergangenen Jahren. Der siebte Meistertitel in Folge scheint wieder mal nur Formsache zu sein. Die Langzeitverletzungen von Corentin Tolisso und Kingsley Coman fallen da kaum ins Gewicht.

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Das liegt auch daran, dass die Münchner kaum gefordert werden - in der Bundesliga nicht, und dank einer glücklichen Auslosung auch in der Champions League nicht. Bis Weihnachten treffen die Bayern außer in Dortmund (10. November) keine wirklich starken Kontrahenten. Der BVB ist der einzige Gegner in der Hinrunde, der jährlich zumindest halb so viel Geld ausgeben kann wie der FCB.

Im Vergleich dazu spielt etwa Liverpool im gleichen Zeitraum sieben Spiele gegen reichere Klubs und insgesamt elf Partien gegen Teams, die mindestens halb so viel Geld ausgeben wie die Reds. Dafür können die Bayern nicht viel, und es soll nicht bedeuten, dass die Leistungen der Münchner nicht beeindruckend wären. Ob es aber eine wirklich gute Saison und Kovac wirklich ein herausragender Bayern-Coach wird - das werden wir frühestens im Achtelfinale der Champions League beurteilen können (12. Februar bis 13. März).



insgesamt 23 Beiträge
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Todweber 23.09.2018
1. Wo ist denn da ein Ende der Krise in Sicht.
Ich habe das Spiel gesehen, Schalke 04 hat noch nicht einmal gekämpft ab der 75. Minute, einfach nur blamabel, sich so seinem Schicksal zu ergeben. Eine Mannschaft, die zumindest den Ausgleich will, stürmt rennt und kämpft. Stattdessen mutlose Kicker die zusahen, wie sich die Bayern nach dem 2 : 0 die Bälle hin und her schoben. Besonders ab der 80. Minute war das Schalker Spiel ein Offenbarungseid nach dem Motto: Wir haben eh keine Chance, also lassen wir die Bayern spielen. Nein, dieses Spiel gibt keinen Anlaß zur Hoffnung, eine ganz schwache Leistung und dieser Verein steht zurecht am Tabellenende. "Wer nicht kämpft, hat schon verloren". Ich habe alle Spiele der Bayern gesehen, großartig wie Kovac dieser Truppe neues Leben eingehaucht hat. Die Bayern waren ja schon immer Spitze, jetzt sind sie auch noch Mentalitätsmonster geworden.
Liiinks-Um 23.09.2018
2.
Zitat von TodweberIch habe das Spiel gesehen, Schalke 04 hat noch nicht einmal gekämpft ab der 75. Minute, einfach nur blamabel, sich so seinem Schicksal zu ergeben. Eine Mannschaft, die zumindest den Ausgleich will, stürmt rennt und kämpft. Stattdessen mutlose Kicker die zusahen, wie sich die Bayern nach dem 2 : 0 die Bälle hin und her schoben. Besonders ab der 80. Minute war das Schalker Spiel ein Offenbarungseid nach dem Motto: Wir haben eh keine Chance, also lassen wir die Bayern spielen. Nein, dieses Spiel gibt keinen Anlaß zur Hoffnung, eine ganz schwache Leistung und dieser Verein steht zurecht am Tabellenende. "Wer nicht kämpft, hat schon verloren". Ich habe alle Spiele der Bayern gesehen, großartig wie Kovac dieser Truppe neues Leben eingehaucht hat. Die Bayern waren ja schon immer Spitze, jetzt sind sie auch noch Mentalitätsmonster geworden.
Wer gegen die Bayern nach einer Führung mit Mann und Maus stürmt, der wird dabei nur eines erleben: Eine richtige Niederlage. Den Sturmlauf schiebt die Verteidigung weg, udn die freiwerdenden Räume nutzen die Bayern dann zu gnadenlosen Kontern. Würde ich an Gegners Stelle lieber sein lassen. Insofern kann man den Schalkern bescheinigen, dass sie den Münchnern bislang am besten die Stirn geboten haben, und dass sie aufgezeigt haben, wie man gegen diese Bayern Erfolg haben kann - Pech für dei Gelsenkirchener, dass die Qualität in der Mannschaft derzeit einfach nicht reicht, um die Bayern zu schlagen, wenn die mit 85% Leistung fahren.
marclarsen 23.09.2018
3. ich seh´s ähnlich
Man müsste als Trainer stets die zweite "Garnitur" gegen Bayern auflaufen lassen....Mund abputzen nach 90 Min und gut ist. Würde diese Mannschaft gar nicht mehr ernst nehmen, klingt blöd aber einfach ziehen lassen die Bayern und in den Spielen gegen die Münchner einfach experimentieren. Vielleicht wird´s so wieder bisschen spannend in der Liga oder man hat zumindest bisschen Spaß :-)
hafnafjoerdur 23.09.2018
4. Die Geldrechnung passt nicht
Da die Bayern exakt null Euro in neue Spieler investiert haben, hat der BVB nicht annähernd halb so viel investiert, sondern über 50 Millionen mehr. Überhaupt haben die Bayern in den letzten Jahren deutlich weniger Spieler verpflichtet, sondern spielen im Kern mit einem Team, das vor acht Jahren zusammengestellt und seitdem immer punktuell ergänzt wurde. Auch wenn das dem Spiegel nicht gefällt.
se123 23.09.2018
5. Der letzte Absatz beschreibt das Kernproblem der Bayern
Sie werden einfach nicht gefordert und deswegen werden sie auch dieses Jahr international keinen Erfolg haben, den dazu braucht man die Erfahrung der Big Points
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