Hamburg - Ob er mit dem Unentschieden gegen Dortmund (1:1) gerechnet habe, wollte ein Reporter des TV-Senders Sky nach dem Spiel von Andreas Lambertz wissen. "Nein, natürlich nicht, das war ja für uns ein Bonusspiel", begann Düsseldorfs Kapitän seine Antwort. Doch dann wurde das Interview abrupt beendet. Sportvorstand Wolf Werner brüllte von der Seite: "Heute geben wir Sky kein Interview, die haben uns vorher nur niedergemacht." Dann zog er Lambertz von der Kamera weg.
"Wir wünschen uns Respekt vor unserem Team", sagte Düsseldorfs Pressesprecher Tom Koster auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. Demnach habe der Club schon während der Partie Hinweise bekommen, dass Kommentator Wolff-Christoph Fuss "tendenziös" über die Fortuna gesprochen habe. "Das ist sehr bedauerlich und schade", so Koster, der aber bestätigte, dass die Verantwortlichen die TV-Übertragung selbst nicht verfolgt haben.
"Keine Pommesmannschaft"
Dabei waren bei der Übertragung selbst keine abwertenden Aussagen von Fuss zu hören. Dies ist auch der Grundtenor in den Düsseldorfer Fanforen. Demnach habe der Kommentator beispielsweise gesagt: "Fortuna weiß, was sie können und nicht können. Sie können 90 Minuten laufen und vorne nach einem Knochen suchen." SPIEGEL ONLINE hat einige Teil der Partie noch einmal angeschaut und unter anderem folgendes Fuss-Zitat gehört: "Sie haben in den ersten 13 Spielen bewiesen, dass sie keine Pommesmannschaft und ein vollwertiges Bundesliga-Mitglied sind."
Sky-Sportchef Burkhard Weber sagte auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE: "In einem längeren Gespräch mit Fortunas Manager Wolf Werner haben wir heute einige Dinge aufarbeiten können. Herr Werner bedauert sein Verhalten von Dienstagabend. Damit ist die Angelegenheit auch für mich erledigt."
Düsseldorf bemängelt, dass schon beim 2:0-Sieg gegen den Hamburger SV negative Aussagen von Sky-Kommentator Kai Dittmann gefallen seien. So habe dieser eine Rote Karte für Torwart Fabian Giefer gefordert. Nun wolle man die Partie gegen Dortmund noch einmal anschauen, um die Aussagen zu überprüfen und den Sachverhalt zu konkretisieren. Ein dauerhaftes Interview-Verbot für die Spieler sei nicht geplant, so Koster. Der Verein wolle stattdessen den Dialog mit Sky suchen.
leh/sid
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