Hessenderby Darmstädter Polizei errichtet Sperrzone für Eintracht-Fans

Im Hinspiel zwischen Frankfurt und Darmstadt hatten Eintracht-Fans für einen Eklat gesorgt. Vor dem erneuten Aufeinandertreffen am Samstag ist die Polizei in Sorge - und reagiert drastisch.

Brennende Darmstadt-Banner im Hinspiel
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Brennende Darmstadt-Banner im Hinspiel


Aus Angst vor Randale beim Bundesliga-Derby zwischen Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt wird neben dem Stadion auch die Innenstadt für die Gäste-Fans zur Sperrzone. Für die Frankfurter Anhänger gelte 36 Stunden lang "ein Aufenthaltsverbot für die erweiterte Darmstädter Innenstadt", sagte der zuständige Polizei-Einsatzleiter.

"Wir wollen dafür sorgen, dass es keine Angsträume gibt", begründete Darmstadts Bürgermeister und Ordnungsdezernent Rafael Reißer die außergewöhnliche Maßnahme. Auch das Stadion am Böllenfalltor ist für die Eintracht-Anhänger tabu, denn nach den Ausschreitungen im Hinspiel hatte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen Fan-Ausschluss für die Partie an diesem Samstag (15.30 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) verfügt.

Damals hatten Eintracht-Zuschauer Schals und Fahnen des Aufsteigers verbrannt. Zudem wurden Knallkörper auf das Feld geworfen, nach dem Spiel, das Darmstadt 1:0 gewann, drängten vermummte Anhänger in den Innenraum.

Trotz des Ausschlusses rechnet die Polizei mit bis zu 3000 Eintracht-Fans. Die dürfen von Freitagabend (19 Uhr) bis Sonntagfrüh (7 Uhr) nicht in die Innenstadt. "Alle Zugangsmöglichkeiten werden überwacht. Unsere szene-kundigen Beamten kennen die Störer", sagte der Polizei-Einsatzleiter: "Dass unbekannte Leute durchsickern, lässt sich allerdings nicht verhindern."

Die Frankfurter Fanorganisation Nordwestkurve e.V. kritisierte die Maßnahme der Behörden scharf. Eintracht-Fans stünden "unter Generalverdacht" und würden "in ihrer Gesamtheit in Sippenhaft genommen werden", hieß es in einer Stellungnahme.

An welchen Stellen die Polizei wie kontrolliert, wollte sie aus taktischen Gründen nicht mitteilen - auch nicht, wie viele Beamte dafür eingeplant seien. Es sei aber einer der größten Polizeieinsätze in der Darmstädter Bundesliga-Geschichte, der seit vier Wochen vorbereitet werde.

mon/dpa



insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
Raimunde Krudenbruch 26.04.2016
1. Wie wäre es mit einer finanziellen Beteiligung der Vereine am Polizeieinsatz
Die "Fans" der Vereine nutzen deiesm. Mit Eintrittspreisen, Merchandising und "Stimmung im Block". Im Gegenzug überlassen es die Vereine aber vollständig den Behörden, mit überdrehten gewaltbereiten Idioten, die im namen des Vereins Randale scheiben und die öffentliche Sicherheit stören, fertig zu werden. Vielleicht sollten sich die Vereine mal um die "Fans" kümmern. Ohne finanzielle "Anreize" passiert da wohl recht wenig...
ANTITHESIS 26.04.2016
2. Gut so...
der Fokus ist Fussball! Lilien ole.
12many 26.04.2016
3.
Zitat von Raimunde KrudenbruchDie "Fans" der Vereine nutzen deiesm. Mit Eintrittspreisen, Merchandising und "Stimmung im Block". Im Gegenzug überlassen es die Vereine aber vollständig den Behörden, mit überdrehten gewaltbereiten Idioten, die im namen des Vereins Randale scheiben und die öffentliche Sicherheit stören, fertig zu werden. Vielleicht sollten sich die Vereine mal um die "Fans" kümmern. Ohne finanzielle "Anreize" passiert da wohl recht wenig...
Der Schutz der Bevölkerung im öffentlichen Raum ist Sache der Polizei und somit auch vom Staat zu zahlen.
Franke aus Hamburg 26.04.2016
4. Nun,....
... das ganze geht schon in Ordnung. Wenn ich an die Menschen denke, die mit Fußball nichts am Hut haben und in der Innenstadt wohnen ...
Americanet 26.04.2016
5.
Die Chaoten, die sich zum Frankfurter Anhang zählen, haben sich zum x-ten Mal im wahrsten Wortsinn asozial verhalten. Leider scheint die DFL nicht zu bemerken, dass Geldstrafen nicht dazu führen, dass die Vereine wirksame Maßnahmen ergreifen. In letzter Konsequenz muss solchen Vereinen der Zwangsabstieg drohen, dann tut sich vielleicht mal was.
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