Bundesliga Trostloses Unentschieden in Frankfurt

Es waren keine dramatischen 90 Minuten: Der abstiegsbedrohte Hamburger SV erreichte bei der kriselnden Frankfurter Eintracht ein torloses Unentschieden. Beiden Teams nützt das in der Tabelle nicht viel.

Der Hamburger Bobby Wood schirmt den Ball vor dem Frankfurter Kapitän Marco Russ ab
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Der Hamburger Bobby Wood schirmt den Ball vor dem Frankfurter Kapitän Marco Russ ab


Im Abendspiel der Fußball-Bundesliga haben sich Eintracht Frankfurt und der Hamburger SV 0:0 getrennt. Da die Nordrivalen Wolfsburg und Werder Bremen zuvor gewonnen hatten, haben die Hamburger jetzt einen Rückstand von zwei Punkten auf einen Nichtabstiegsplatz. Frankfurt, die zweitschlechteste Mannschaft der Rückrunde, liegt inzwischen schon neun Punkte hinter Platz vier.

Bei Dauerregen sahen die Zuschauer in Frankfurt ein kampfbetontes Spiel, in dem beide Mannschaften oft auf lange Bälle setzten. In der ersten Hälfte musste kein Torhüter eine Parade zeigen, so harmlos waren die Angriffsbemühungen beider Teams. Allerdings hatte der HSV Glück, dass Branimir Hrgota zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen wurde, als er frei vor René Adler auftauchte.

Nach der Pause wurden die bis dahin enttäuschenden Frankfurter stärker und kamen durch Ante Rebic zu einer ersten guten Torchance. Der Stürmer setzte seinen Kopfball nach Flanke von Timothy Chandler aber knapp über die Latte (51. Minute). Noch größer jedoch war die Gelegenheit, die sich Marco Russ 20 Minuten später bot. Der Eintracht-Kapitän, der erstmals seit seiner Krebserkrankung wieder in der Startelf stand, traf wenige Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig, nachdem ein Schuss von Michael Hector abgeblockt worden war.

Der HSV durfte sich bei Schiedsrichter Benjamin Cortus beschweren, als der ein Foul von David Abraham an Filip Kostic nicht mit Strafstoß ahndete. Es wäre die klarste Chance für die Hamburger in diesem trostlosen Spiel gewesen.

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 0:0
Eintracht Frankfurt:
Hrádecky - Abraham, Russ (81. Tawatha), Hector - Chandler, Mascarell, Gacinovic, Oczipka - Fabián - Hrgota (84. Meier), Rebic (90. Blum)
Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Papadopoulos, Jung, Ostrzolek - Sakai, Ekdal - Hunt (71. Müller), Holtby (60. Gregoritsch), Kostic - Wood (90. Lasogga)
Gelbe Karten: Mascarell / Jung
Schiedsrichter: Cortus
Zuschauer: 51.500

rae



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keep 18.03.2017
1. Passender Artikel...
...weil mehr Worte nicht nötig sind. Es war vom fußballerischen Aspekt her ein Grottenkick. Leider ist die Eintracht nicht in der Lage, ein Minimum an Ballzirkulation auf die Wiese zu bringen, sprich auch ein Aufbauspiel von hinten nach vorne zu zeigen und hier kalkuliere ich gewiss ein, dass auch mal wichtige Spieler fehlen, wie Vallejo oder Hasebe, der wohl für den Rest der Saison ausfallen wird. Passabstände gering halten, sich zwischen den Linien bewegen, anspielbereit sein, permanent neue Anspielstationen schaffen, gute Passschärfe etc....das alles findet nicht statt. Läuft der Ball, muss der Gegner laufen, eigentlich ein oft passendes Konzept im Fußball, wenn man es denn auch im Repertoire hat, natürlich nicht auf Bayern-Niveau, aber auf einem Level, das man erwarten darf im Profifußball. Die Eintracht kann es leider nicht. Heute war das Rezept, die Taktik des HSV quasi zu spiegeln. Ständig lange Bälle schlagen, was ohnehin vom Effekt her zufallsbasiert ist und dann hoffentlich den 2. Ball ergattern, um einen kurzen Weg zum gegnerischen Tor zu haben. Das kann man mal machen, aber nicht permanent, man muss das variieren. Aber es war schon früh soviel Hektik im Spiel, dass die Übersicht, die Ballan- und mitnahme schon nicht gut ausgeführt werden konnten, viele Zweikämpfe, Fouls usw. Ich habe eben gehört, dass die Nettospielzeit bzw. der Ball nur 40 Minuten im Spiel war. Bezeichnend! Die Eintracht ist grundsätzlich dann gut, wenn der Gegner den Ballbesitz zelebrieren muss. Aggressives Pressing und Gegenpressing, wie in München gezeigt, ist das, was ihr am besten liegt mit schnellen Außen wie Rebic und Blum bspw.. Die Passquote heute lag bei miserablen 58 %, die Zweikampfquote bei nur 48 %. Diese Werte sind symptomatisch für die Rückrunde, in welcher nur 4 Tore erzielt wurden. Das ist ein Armutszeugnis, denn die Chancen sind zwar da, wenn auch nicht zuhauf, aber die Verwertung ist katastrophal. Auch ohne zu hohe Ansprüche muss hier mehr kommen! Am Ende wird es wohl einen soliden Mittelfeldplatz geben, was auch das Saisonziel ist, dennoch hinterlässt mich die schlechte Performance, nicht nur heute, ziemlich ratlos, zumal die Eintracht Letzter der Rückrundentabelle ist und das auch verdient! Eindimensionale Erklärungsversuche á la "Selbstvertrauen am Boden wegen der Niederlagenserie" sind mir zu wenig. Fehlentscheidungen hier und da registriere ich, aber ich kann mich darüber nicht stundenlang aufregen oder Verschwörung gegen die Eintracht wittern, denn ich will primär, dass die Mannschaft Leistung zeigt und wenn sie es nicht tut, ist Selbstkritik auf allen Ebenen angebracht anstatt über Schiris zu lamentieren. Ist mein Posting nun länger als der Artikel?:)
alaba27 19.03.2017
2. @ 1
Ich glaube, ja. Und sehr treffend analysiert - Hut ab !
salkum 19.03.2017
3. @1: richtige Analyse
@1: das was du hier schreibst, trifft für weite Teile des Spiels auch für den HSV zu: haufenweise Abspielfehler im Mittelfeld, kein geordneter Spielaufbau von hinten heraus, kaum Torchancen erspielt.... Aber ist es nicht ein Spiel, bei dem beide mit dem Punkt leben können in ihrer jetzigen Situation? Weil keiner den Sieg verdient hat, geht das Remis in Ordnung. Nur der HSV !
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