Rückrunden-Trends der Bundesliga Gladbachs Gefahr, Hamburgs Hoffnung

Die Bundesligarückrunde verspricht, spannend zu werden. Können Augsburg und Mönchengladbach die Form halten? Schafft Dortmund den Klassenerhalt? Ein Ausblick auf alle 18 Klubs - mit Hilfe der Vergangenheit.

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Gladbachs Trainer Favre: Oft schwächer in der Rückrunde
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Gladbachs Trainer Favre: Oft schwächer in der Rückrunde


Hamburg - Am Freitag geht es los, endlich wieder Fußballbundesliga. Wegen der Dominanz des FC Bayern ist häufig von drohender Langeweile die Rede. Doch das Lamento ist fehl am Platz. Denn auch in dieser Saison dürften alle Entscheidungen neben der Meisterschaft bis zum Ende für Spannung sorgen.

Bewältigt Borussia Dortmund die Krise? Kann der FC Augsburg weiter oben mitspielen? Und steigt in diesem Jahr einer der Traditionsklubs aus Bremen, Hamburg oder Stuttgart ab?

Wir haben einen Blick zurückgeworfen und die Rückrundenchancen der 18 Bundesligisten im historischen Vergleich beurteilt. Dabei zeigen sich überraschende Fakten und kuriose Trends.

Hier gelangen Sie zu der Übersicht:

Bayern München, Platz 1, 45 Punkte, 41:4 Tore

Robben, Götze, Müller: Die Bayern machten in der Hinrunde vor allem dank ihrer glänzenden Offensive Schlagzeilen. 41 Tore, so viele Treffer hat keine andere Mannschaft erzielt. Für die Meisterschaft ist das aber nur zweitrangig, denn auch in der Bundesliga bewahrheitet sich die Weisheit aus dem US-Sport: "Offense wins games, defense wins championships." Von den bislang 51 Deutschen Meistern hatte der Titelträger 24-mal die beste Offensive, aber 30-mal stand am Ende das Team mit der besten Defensive ganz oben. Angriff, Abwehr – die Bayern werden so oder so Meister: Mit bislang nur vier Gegentoren haben die Münchner auch die mit Abstand beste Defensive.

VfL Wolfsburg, Platz 2, 34 Punkte, 33:17 Tore

Wolfsburg hat die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte gespielt. Die Bilanz ist deutlich besser als jene im Meisterjahr 2008/2009 – acht Punkte mehr geholt, acht Tore weniger kassiert. Um den FC Bayern noch einzuholen, braucht der VfL aber nicht nur so eine überragende Rückrunde wie vor sechs Jahren (43 Punkte, 45:16 Tore). Auch der FC Bayern müsste ähnlich schwächeln wie 2009. Damals sammelte der Rekordmeister in der Rückrunde nur 32 Punkte und verlor fünf Spiele. Sollte es wieder so laufen, wären die beiden Teams am Ende gleichauf - und das Meisterrennen wäre plötzlich spannend.

Bayer Leverkusen, Platz 3, 28 Punkte, 28:20 Tore

Platz drei verteidigen, der die direkte Champions-League-Teilnahme sichert: Das ist das Ziel von Bayer Leverkusen in der Rückrunde. Drei Punkte zum Auftakt sollte der Klub aber nicht unbedingt einplanen, denn Bayer empfängt Borussia Dortmund. Seit fast acht Jahren wartet Leverkusen auf einen Heimsieg gegen den BVB, gegen keinen anderen Bundesligisten hat Bayer so lange zu Hause nicht gewonnen. Am 19. Mai 2007 hieß es 2:1, Stefan Kießling und Simon Rolfes trafen für Bayer, sie stehen auch heute noch im Kader. Für Dortmund war Ebi Smolarek erfolgreich. Seitdem hat der BVB dreimal in Leverkusen gewonnen, viermal endeten die Duelle remis.

Borussia Mönchengladbach, Platz 4, 27 Punkte, 25:16 Tore

Jetzt geht das Elend wieder los. Seit eh und je ist es bei Borussia Mönchengladbach dasselbe: Eine starke Hinrunde lässt die Fans von der Champions League träumen, dann kommt die Rückrunde und mit ihr kommen die handelsüblichen 0:1-Niederlagen gegen Freiburg, Hannover oder Mainz. Leider gilt auch für die Borussia die alte Sepp-Herberger-Weisheit: Ein Spiel hat zwei Halbzeiten. Saison 2011/2012: Hinrunde 33 Punkte, Rückrunde 27. Saison 2012/2013 Hinrunde 25 Punkte, Rückrunde 22. Saison 2013/2014: Hinrunde 33 Punkte, Rückrunde 22.

FC Schalke 04, Platz 5, 27 Punkte, 28:21 Tore

Schalke dagegen hat in der vergangenen Saison die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte gespielt. Elf Siege, drei Niederlagen und 36 Punkte reichten zu Platz drei. Auch 2012/2013 lief es nach der Winterpause besser als zuvor: Nach einer ähnlichen Hinrunde wie in diesem Jahr (25 Punkte, Platz 7) schaffte Schalke noch den Sprung auf den Champions-League-Qualifikationsplatz. Setzt sich dieser Trend fort, könnte in dieser Saison sogar mehr drin sein als Platz vier.

FC Augsburg, Platz 6, 27 Punkte, 22:21 Tore

Der FC Augsburg war die wohl größte Überraschung der Hinrunde. Trotz namhafter Abgänge (Hahn, Ostrzolek, Vogt) gewann der FCA neun seiner 17 Spiele und steht auf Platz 6 – Europa League. Sollte der Klub seine Tendenz aus den vergangenen Jahren bestätigen, spielt er in dieser Saison sogar noch um die Champions-League-Plätze. Denn seit dem Bundesliga-Aufstieg vor dreieinhalb Jahren hat Augsburg in der Rückrunde stets mehr Punkte geholt als in der Hinrunde. 2011/2012 waren es in der Hinrunde 15 Punkte, in der Rückrunde 23. 2012/2013 holte der FCA erst 9 und dann 24 Punkte. Und in der Saison 2013/2014 waren es 24 und 28 Punkte.

1899 Hoffenheim, Platz 7, 26 Punkte, 29:25 Tore

Die Ambitionen bei 1899 Hoffenheim sind stets groß, die Enttäuschungen waren es in der Vergangenheit auch oft. Denn trotz eines meist überdurchschnittlich guten Kaders gelang der TSG in sechs Spielzeiten nie der Einzug in den Europapokal. Das wird sich in dieser Saison ändern, wenn Hoffenheim den Trend der beiden vergangenen Jahre bestätigt: in der Rückrunde erfolgreicher zu spielen. In der Saison 2008/2009 rutschte der Klub von Platz 1 nach der Hinrunde noch auf Platz 7; 2009/2010 ging es von 7 auf 11; 2010/2011 rutschte Hoffenheim von 8 auf 11; und 2011/2012 ging es von 9 auf 11. 2012/2013 belegte die TSG zwar sowohl nach der Hin- als auch nach der Rückrunde Platz 16, holte in der zweiten Saisonhälfte aber erstmals mehr Punkte als in der ersten. Vergangene Spielzeit verbesserte sich Hoffenheim dann von Platz 12 nach der Hinrunde auf Rang 9.

Hannover 96, Platz 8, 24 Punkte, 21:26 Tore

Besser als im Vorjahr und ein einstelliger Tabellenplatz: Das sind die offiziellen Saisonziele der Macher von Hannover 96. Und das Team von Tayfun Korkut liegt auf Kurs, Platz acht, nur drei Punkte fehlen auf Rang vier. Hoffnung, dass es vielleicht doch zu etwas mehr, sprich Europa League, reichen könnte, macht ein Blick in die erste Bundesligasaison der Vereinsgeschichte. Die Hinrunde 1964/1965 schloss Hannover ebenfalls als Achter ab und wurde am Ende Fünfter.

Eintracht Frankfurt, Platz 9, 23 Punkte, 34:34 Tore

Dank eines beeindruckenden Hinrunden-Endspurts sicherte sich die Eintracht noch Platz neun. Drei Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage war Frankfurts Ausbeute aus den letzten sechs Spielen. Und es ist nicht unbedingt zu erwarten, dass zum Rückrundenauftakt eine weitere Eintracht-Pleite dazukommt. Die Frankfurter spielen beim SC Freiburg, wo sie zuletzt vor mehr als elf Jahren verloren, am 23. November 2003. Damals erzielte Wilfried Sanou den 1:0-Siegtreffer für den SC.

SC Paderborn, Platz 10, 19 Punkte, 21:26 Tore

Den Titel des Überraschungsteams der Hinrunde mussten die Paderborner nur knapp an den FC Augsburg abtreten. Platz zehn für den nach eigenem Bekunden "größten Außenseiter der Bundesligageschichte". Jetzt beginnt allerdings wohl die wahre Arbeit für Trainer André Breitenreiter. Denn starke Hinrunden von Aufsteigern gab es schon öfter. Hertha BSC freute sich 2011/2012 zur Winterpause über Platz 11 und stieg am Ende ab. 2002/2003 beendete Arminia Bielefeld die Hinrunde als Elfter, konnte die Klasse aber nicht halten. Alemannia Aachen 2006/2007, der VfL Bochum 2000/2001, der FC St. Pauli 2010/2011 – es soll keiner sagen, Paderborn sei nicht gewarnt gewesen.

1. FC Köln, Platz 11, 19 Punkte, 17:23 Tore

Trotz der schwachen Offensive (17 Tore) und nur zwei Punkten Vorsprung auf Platz 16 stehen Kölns Chancen auf den Klassenerhalt gut. Denn bislang ist der FC in der Saison nach einem Bundesliga-Aufstieg nur dann direkt wieder abgestiegen, wenn der Klub die Hinrunde auf einem Abstiegsplatz beendet hatte. Das war 2003/2004 und 2005/2006 der Fall, Köln stand nach der Hälfte der Saison jeweils auf Rang 16. In den anderen beiden Spielzeiten direkt nach dem Aufstieg erreichte Köln nach einer guten Vorrunde (2000/2001 Siebter, 2008/2009 Elfter) einen Platz im sicheren Mittelfeld.

1. FSV Mainz 05, Platz 12, 18 Punkte, 19:23 Tore

Angesichts des Tabellenstands könnte den Fans von Mainz 05 etwas unwohl werden. Nur einen Punkt hat ihr Klub Vorsprung auf Relegationsplatz 16, drei Zähler ist der FSV von einem Abstiegsplatz entfernt. Mit Blick auf die Historie sei den Mainzer Anhängern jedoch gesagt: ganz ruhig. Denn wer in den vergangenen zehn Spielzeiten 18 Punkte in der Hinrunde gesammelt hatte, stieg in derselben Saison nie ab.

Hertha BSC, Platz 13, 18 Punkte, 24:35 Tore

Für viele Menschen ist Sonntag nach wie vor der Tag der Ruhe, der Entspannung. Offenbar sehen die Profis von Hertha BSC das auch so. Dreimal mussten sie in der Hinrunde an einem Sonntag antreten, null Punkte und 1:9 Tore ist die Ausbeute. Zum Auftakt der Rückrunde müssen die Berliner in Bremen antreten, ausgerechnet an einem Sonntag. Andererseits: Neben Hertha gibt es noch einen Bundesligisten, der in der Hinrunde bei seinen Sonntagsspielen keinen einzigen Punkt holte: Werder Bremen.

Hamburger SV, Platz 14, 17 Punkte, 9:19 Tore

Der HSV hat in der Hinrunde nur neun Tore erzielt. Das ist die drittschlechteste Bilanz der Bundesligageschichte, nur Eintracht Frankfurt (1988/89) und Tasmania Berlin (1965/1966) waren mit jeweils acht Treffern noch harmloser. Die Quote von 0,53 Treffern pro Spiel reichte für 17 Punkte. Nur dreimal war der HSV in der Hinrunde schlechter: in der vergangenen Saison (16 Punkte), 2006/2007 mit 13 Zählern und 1972/1973 (elf Punkte). In allen drei Fällen konnte Hamburg jedoch den Abstieg verhindern.

VfB Stuttgart, Platz 15, 17 Punkte, 20:32 Tore

Ähnlich kritisch wie beim HSV stellt sich die Situation beim VfB Stuttgart dar. Zwei Punkte trennen die Schwaben vom Tabellenende, der Klub befindet sich wieder einmal in Abstiegsgefahr. Aber der VfB wird die Klasse halten, dafür sorgt ein Mann: Huub Stevens. Der Niederländer ist in seiner gesamten Trainer-Karriere noch nie abgestiegen und hat bislang noch jeden Bundesligisten gerettet. Schalke, HSV, Stuttgart - bei Stevens Ankunft waren sie alle abstiegsgefährdet, hielten aber die Klasse.

Werder Bremen, Platz 16, 17 Punkte, 26:39 Tore

Die Bremer haben eine schwache Hinrunde gespielt, auch wenn es mit dem neuen Trainer Viktor Skripnik etwas besser lief als mit Robin Dutt. Dennoch steht Werder als 16. mit vier Siegen schlechter da als in der Abstiegssaison 1979/1980. Damals war der Klub nach der Hinrunde mit sechs Siegen Zwölfter. Dennoch reichte es vor 35 Jahren nicht zum Klassenerhalt, Werder stieg als 17. ab.

Borussia Dortmund, Platz 17, 15 Punkte, 18:26 Tore

Der BVB steht erstmals seit 30 Jahren nach der Hinrunde auf einem direkten Abstiegsplatz. 1984/1985 blieb Dortmund als 14. in der Liga. Anders aber in der Saison 1971/1972: Damals war Dortmund mit neun Niederlagen 15., am Ende stieg der BVB als 17. ab. In dieser Saison lief die Hinrunde mit zehn Niederlagen noch schlechter, was zeigt, wie ernst die Lage für die Borussia ist.

SC Freiburg, Platz 18, 15 Punkte, 17:25 Tore

Letzter mit nur zwei Siegen und 15 Punkten: Die Zahlen des SC Freiburg nach der Hinrunde lesen sich nicht gerade ermutigend. Und die Geschichte verheißt auch nichts Gutes: In den vergangenen 20 Jahren stieg der Hinrunden-Letzte 15-mal am Ende auch ab. Anders ausgedrückt: Historisch betrachtet beträgt die Abstiegswahrscheinlichkeit 75 Prozent. Allerdings gab es auch einen Klub, der in der Saison 2011/2012 das Kunststück vollbrachte, sich in der Rückrunde von zu Beginn Platz 18 auf am Ende Rang 12 zu verbessern. Es war der SC Freiburg.

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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
imforeverblowingbubbles 29.01.2015
1.
Bremen bleibt
mongolord 29.01.2015
2.
Meine Prognose: Bayern wird Meister (welche Überraschung) und Wolfsburg mit großem Abstand zweiter. Der BvB wird sich in der Rückrunde zusammenreissen und am Ende aufm 10 Tabellenplatz stehn und damit nächste Saison nicht international spielen. Absteigen wird Freiburg und der VfB, Werder rettet sich durch die Relegation. Der HSV mogelt sich dank noch schwächerer Konkurrenz wieder mal durch. Insgesamt bleibt das Niveau der Bundesliga erschreckend niedrig. Bayern München kann vorne unbedrängt Meister werden, dann hat man noch vielleicht 5 andere Mannschaften die irgendwie vernünftigen Fussball spielen und der Rest könnte so auch ne Liga niedriger rumgurken. Sind alle dicht zusammen und habe nalle wenig Punkte.
Herzbubi 29.01.2015
3. Bremen, Stuttgart und Freiburg bleiben
HSV geht
erwin90 29.01.2015
4. Forza svw
Platz 18 bis 8 trennen nur 9 Punkte. Alles ist möglich. Lebenslang Grün Weiß!!!
mrdude 29.01.2015
5. Bremen bleibt
weiterhin Abstiegskandidat neben Paderborn, HSV, Freiburg, Mainz und Hertha...u.s.w. ;-)
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