Fanaktion 12:12 zum Nachhören: Die Sekunden vor dem Sturm

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Ein Grummeln hier, einzelne Rufer dort - ansonsten erstaunliche Ruhe, zwölf Minuten und zwölf Sekunden lang: Der Schweige-Protest in der Bundesliga bewegt Fußball-Deutschland. Hier können Sie im Mitschnitt nachhören, wie die Zuschauer in neun Stadien erst still blieben und dann plötzlich laut wurden.

DPA

Was sind schon zwölf Minuten im täglichen Leben? Ein Lauf über zwei Kilometer. Drei Songs, vielleicht vier. Eine Dusche. Zweieinhalb Fünf-Minuten-Terrinen. Nicht viel.

Aber im Fußball? Wenn ein Club drückt und der andere nur noch verteidigt? Wenn ein Team zurückliegt und das andere verbissen um den Ausgleich kämpft? Dann können zwölf Minuten sehr lang sein.

Für die 18 Bundesligaclubs waren zwölf Minuten zuletzt sogar wie eine Ewigkeit. Die Fans auf den Tribünen von Dortmund, Hannover oder Hamburg, sonst eine machtvolle Geräuschkulisse, waren am Dienstag und Mittwoch genau zwölf Minuten und zwölf Sekunden lang still, aus Protest gegen den Maßnahmenkatalog der DFL.

Das je nach Perspektive faszinierende oder erschreckende, auf jeden Fall aber überdeutliche Ergebnis: gespenstische Stille. Frankfurt-Trainer Armin Veh nannte die Atmosphäre "grausam", Mainz-Coach Thomas Tuchel sagte: "So macht's keinen Spaß." Auch auf dem Platz herrschte Verwirrung. Für Eintracht-Profi Pirmin Schwegler fühlten sich jene zwölf Minuten und zwölf Sekunden irgendwie falsch an.

Erst als die Anhänger wieder jubelten, meist eingeleitet von einem Countdown, klang die Geräuschkulisse wieder wie ein Fußballspiel. Und nicht wie eine Beerdigung.

SPIEGEL ONLINE hat ein Experiment gemacht. Denn die Frage, wie sich dieser Moment des Bruchs wohl anhören würde, der Moment, in dem es nicht mehr still ist, sondern laut, die stellte sich schon vorher. Deshalb haben wir die Liveübertragungen des Internetradios 90elf mitgeschnitten - und neu zusammengesetzt.

Hören Sie hier das faszinierende Ergebnis.

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insgesamt 57 Beiträge
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1. Ja gespenstisch ...
eine-Meinung-unter-Vielen 29.11.2012
Zitat von sysopEin Grummeln hier, einzelne Rufer dort - ansonsten erstaunliche Ruhe, zwölf Minuten und zwölf Sekunden lang: Der Schweige-Protest in der Bundesliga bewegt Fußball-Deutschland. Hier können Sie im Mitschnitt nachhören, wie die Zuschauer in neun Stadien erst still blieben und dann plötzlich laut wurden. Bundesliga-Fanaktion 12:12 zum Nachhören - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-fanaktion-12-12-zum-nachhoeren-a-869993.html)
... Protestschweigen gegen Überlegungen, mit denen Randalierer daran gehindert werden sollen, ein Fussballspiel als Schlachtfeld ihrer sonst unterdrückten Aggressionen zu missbrauchen. Ich möchte mal den "schweigen" sehen, wenn er durch missachtete Sicherheitsmaßnahmen das Stadion verletzt oder sogar berufsunfähig verlassen musste ... In der Tat "gespenstisch".
2. Hörbeispiele
gummmibaer 29.11.2012
Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich es sehr gut finde, dass der Spiegel einen Bericht zu 12:12 auf der Startseite bringt. Wer diesen Spieltag verfolgt hat kommt natürlich auch gar nicht drum herum den Boykott zu thematisieren. Nette Idee auch den Vergleich der Atmosphäre während und nach dem Protest zu wagen, allerdings wird er in ihrem Zusammenschnitt nicht sehr deutlich. Warum haben sie nicht einfach unkommentierte Stadiontonaufnahmen während des Protests zu dessen Ende bzw. von einem späteren Zeitpunkt des Spiels aneinanderen geschnitten? Dies wäre der Aktion sicher angebrachter gewesen statt Kommentatoren dabei zuzuhören wie sie erzählen, dass vorher keine Stimmung war und nach 12 Minuten aufeinmal alles ist wie gewohnt.
3. Das Problem ist doch...
muetzenman 29.11.2012
...das (wie mein Vorredner hier) kaum jemand weiss worum es in dem Papier geht?! Niemamnd hat ein Problem damit sich von Gewalt, Rassismus und/oder Randale zu distanzieren. Es geht um einen Strafenkatalog der auch und vor allem Unbeteiligte trifft. Es geht um Sippenhaft. Es geht um einen Ehrenkodex den alle Fans akzeptieren sollen und für wildfremde Menschen mit in die Verantwortung gehen sollen. Es geht um Ganzkörperkontrollen je nach Lust und Laune der Security. Es geht um so viele Dinge die kein Mensch braucht. Und nur mal zum Verständnis: Ich gehe seit 30 Jahren ins Stadion um meine Fortuna Düsseldorf zu sehen. Es war noch nie so schier wie heute und ich gehe bedenkenlos mit meinen Kindern (9 und11) auch mal zu Auswärtsspielen. Ich zünde keine Pyro und bin auch kein Randalierer.
4.
Malone81 29.11.2012
Zitat von eine-Meinung-unter-Vielen... Protestschweigen gegen Überlegungen, mit denen Randalierer daran gehindert werden sollen, ein Fussballspiel als Schlachtfeld ihrer sonst unterdrückten Aggressionen zu missbrauchen. [...]
Sie haben leider nicht verstanden, worum es bei dem Protest geht! Trotzdem: gute Besserung!!
5. Gute Aktion!!
Albrecht_von_Roon 29.11.2012
Endlich sieht der geneigte DFB-Funktionär mal, wie es in den Stadien aus sehen kann, wenn Stimmung, kontrollierte Coreos und Bengalos weiterhin auf eine Stufe mit Hooligans gestellt werden. Ein mundloses Publikum in einem emotionalen Sport, eine Indentifizierung mit einem Verein und dessen Höhen und Tiefen zu erleben, das kann man nicht ruhig "erleben". Das gibt´s beim Schach, und dessen Popularität / Massenbegeisterung in Deutschland sollte jedem bekannt sein.... Rundum eine gelungene Aktion der verschiedensten Fangruppierungen. Daumen hoch. Gegen Polizeiwillkür, Ganzkörperkontrollen in Stadien! Pyrotechnik ist kein Verbrechen!
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