Schalkes Niederlage in München "Ich bin doch keine Maschine"

Der FC Bayern hat den neunten Bundesliga-Sieg in Folge gefeiert. Beim Triumph gegen Schalke 04 half Gästekeeper Ralf Fährmann mit zwei Fehlern nach - und erklärte sich danach im Stile eines bekannten Sängers.

Ralf Fährmann
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Ralf Fährmann


Jupp verschnuppt: Etwa zwei Stunden vor dem Anpfiff der Partie teilte der FC Bayern mit, dass der Rekordmeister gegen Schalke ohne Jupp Heynckes auskommen müsse. Der Cheftrainer hütete das Bett und konnte aufgrund eines grippalen Infekts nicht im Stadion sein. Peter Herrmann übernahm - mit Erfolg.

Das Ergebnis: Die Bayern gewannen souverän 2:1 (2:1) und drehen an der Tabellenspitze weiter einsam ihre Runden. Hier geht es zur Meldung.

Die erste Hälfte: Begann mit einer guten Chance der Schalker. Aber Bayerns Torhüter Sven Ulreich entschärfte den Schuss von Breel Embolo mit einer starken Parade (3. Minute). Kurz darauf gingen die Bayern durch Robert Lewandowski in Führung (6.) - allerdings unter gütiger Mitarbeit von Schalke-Keeper Ralf Fährmann, der den Ball zuvor nur ins Zentrum abprallen ließ. Franco Di Santo gelang zwar der Ausgleich (29.), doch sieben Minuten später stellte Thomas Müller den alten Vorsprung wieder her (36.). Erneut sah Fährmann nicht gut aus.

Die zweite Hälfte: Hatte bis auf einen Distanzschuss von Embolo nicht viel zu bieten. Ulreich parierte.

Dauerbrenner Alaba: Viele jungen Männer stecken mit 25 Jahren im Studium oder in der Ausbildung. Andere trampen planlos durch Australien oder Südostasien - in der Hoffnung, während der Reise eine Erleuchtung zu haben, was sie mit ihrem Leben anfangen können. Nicht so David Alaba. Bayerns Linksverteidiger absolvierte gegen Schalke bereits sein 200. Bundesligaspiel. Vor genau acht Jahren feierte er sein Pflichtspiel-Debüt im Trikot der Münchner.

Herrmanns Rache: In den Jahren 2013 und 2014 arbeitete Peter Herrmann als Co-Trainer von Jens Keller beim FC Schalke. Nun traf der 65-Jährige ausgerechnet als Cheftrainer-Eintagsfliege der Bayern auf seinen ehemaligen Klub - und siegte. Allerdings sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass ein Erfolg der Bayern bereits vor dem Anpfiff recht wahrscheinlich schien - ob mit oder ohne Herrmann an der Seitenlinie.

Beeindruckende Statistik: 21 Siege aus den letzten 22 Pflichtspielen, neunter Bundesligasieg in Serie, zwölfter Pflichtspielsieg in Folge - und zum 133. Mal nach Führung nicht verloren (124 Siege, neun Remis): Der FC Bayern schwebt Richtung 28. Meisterschaft. Eine kleine Denksportaufgabe: Wann können die Münchner frühestens Deutscher Meister werden? Antworten werden in den Kommentaren entgegengenommen.

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Schalkes Niederlage gegen Bayern: Es geht auch ohne Heynckes

Ralf "Bendzko" Fährmann: Bereits bei der Niederlage gegen Werder Bremen hatte Fährmann gepatzt. Auch gegen München leistete sich der sonst so sichere Torhüter zwei Fehler: Müllers Schuss aus 24 Metern ließ er nur abprallen, Lewandowski staubte ab. Bei Müllers Tor ließ er die kurze Ecke offen. Nach dem Spiel erklärte sich der 29-Jährige im "Sky"-Interview mit den Songtitel des Sängers Tim Bendzko. "Ich bin doch keine Maschine", sagte Fährmann. Bleiben wir bendzkoesk und machen Fährmann Hoffnung: Der Sänger hat auch Lieder mit den Titeln "Ohne zurück zu sehen" oder "Es geht wieder vorbei" am Start.

Was war eigentlich mit Goretzka? Ab dem Sommer spielt der 23-Jährige beim FC Bayern. Und sein neuer Arbeitgeber darf sich auf ihn freuen: Goretzka zählte zu den auffälligsten Schalkern - und ab kommender Saison wird er wahrscheinlich auch mal in der Allianz-Arena gewinnen. Das ist ihm bislang nämlich noch nicht gelungen.

Fazit: Die Bundesliga wird für den Rekordmeister (mal wieder) zum Selbstläufer. In München beschäftigt man sich derzeit in erster Linie damit, dass Heynckes schnell wieder fit wird.

Bayern München - Schalke 04 2:1 (2:1)
1:0 Lewandowski (6.)
1:1 Di Santo (29.)
2:1 Müller (36.)
FC Bayern: Ulreich - Kimmich, Boateng (71. Süle), Hummels, Alaba - Vidal - Müller, James (81. Martínez) - Robben , Ribéry (77. Coman) - Lewandowski
Schalke 04: Fährmann - Caligiuri, Stambouli, Naldo, Kehrer - Meyer (59. Oczipka), Goretzka - Schöpf, Embolo - Burgstaller (65. Harit), Di Santo (77. Konoplyanka) Zuschauer: 75.000
Schiedsrichter: Stieler
Gelbe Karten: James, Vidal - Meyer, Burgstaller

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skeptikerjörg 10.02.2018
1. Nebeneffekt
Mal abgesehen davon, dass die Blauen sich heute besser verkauft haben als bei dem Grottenkick gegen Wolfsburg, hatte das Spiel einen tollen Nebeneffekt: Nach der dreisten Schwalbe von Burgstaller wird sich kein Schalke Fan mehr herausnehmen, gegen Timo Werner zu pfeifen. Das war wie Robben zu seinen Glanzzeiten.
Standeck 11.02.2018
2. So einfach...
es scheint wie die Bayern die Liga dominieren und sich international präsentieren, kann man daraus zwei Schlüsse ziehen. Einerseits natürlich dass die Bayern stark sind. Sehr stark. Und wie schwach, sehr schwach, der Rest der Bundesliga. Mal sehen wie weit die Bayern dieses Jahr mit Heynckes in der CL kommen, aber es macht vor allem der Rest der Liga Sorge, dass die Deutschen Vereine international bald keine Rolle mehr spielen. So schwach wie dieses Jahr war die BL schon lange nicht mehr international. Und dass mal einer die Europa League gewinnt ist wohl so unwahrscheinlich wie dass die USA Fussballweltmeister werden. Es muss endlich mal was geschehen dass die Liga wieder besser wird, aber dass darf auf keinen Fall damit erreicht werden indem man die Bayern schwächt. Vielleicht sollte 50+1 endlich gekippt werden.
h.markwort 11.02.2018
3. Häää?
Hmhm. Aha. Soso. Fährmann heißt also der Bayernsieg. Wichtig: Ich bin KEIN Bayern-Sympathisant. Aber Rasen, Licht oder Torwartleistung? Bessere Fußballer gewinnen im Süden. Genau diejenigen, die in anderen Vereinen fehlen. Hätte Bayern 2 Tore zurückgelegen, wäre Schalke die Sinsheimer Fortsetzung geworden. Die 2 Tore von Ralf Fährmann waren Vorsatz, um nicht noch von Bayern ein Angebot als 3. Torwart zu bekommen. Schlau der Mann!!
nk222 11.02.2018
4. Torwartfehler?
Wie sehr auf der Suche nach einem Torwartfehler muss man eigentlich sein, um das 1:0 den Keeper anzulasten? Das war ein Hammer von Müller, den weniger gute Torleute wahrscheinlich nicht mal gehalten hätten...
citi2010 11.02.2018
5.
Wirklich schade. Ohne die Fährmann Patzer wäre da was drin gewesen. Schade auch, dass Müller unter JH wieder aufblüht. Der Fußball ohne. Müller war schöner anzusehen.
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