Bayerns Sieg gegen Werder Gewackelt, aber nicht gestolpert

Werder hat beim FC Bayern ein gutes Spiel gezeigt, vielleicht das beste seit Jahren. Belohnt wurden die Bremer dafür jedoch nicht - das liegt an Münchens individueller Klasse.

Robert Lewandowski (Mitte)
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Robert Lewandowski (Mitte)


Szene des Spiels: Thomas Müller streckte die Arme in die Höhe. Kurz vor Schluss hatte der Bayern-Profi das Spiel gegen Werder Bremen durch seinen zweiten Treffer entschieden. Erleichtert wirkte er, genauso wie seine Teamkollegen.

Das Ergebnis: München gewann 4:2 (1:1) gegen mutige Bremer, die das Spiel bis zu jenem Treffer durch Müller offenhielten. Hier geht's zur Meldung.

21 Spieler in Bayerns Hälfte: Schon kurz nach Spielbeginn deuteten die Bremer an, dass sie sich in München diesmal nicht schon von Beginn an kampflos geschlagen geben. In den vergangenen Jahren unterlagen die Bremer häufig mit fünf oder sechs Toren Differenz. Für einen kurzen Zeitraum befanden sich mit Ausnahme von Werders Keeper Jiri Pavlenka alle Spieler in Bayerns Hälfte.

Die erste Hälfte: Werder blieb mutig und hatte die besseren Chancen: Max Kruses Kopfball landete am Außenpfosten (7. Minute), Zlatko Junuzovics Distanzschuss verfehlte das Tor der Bayern nur knapp (23.). Zwei Minuten später erzielte Jérôme Gondorf nach einem schönen Pass von Kruse sogar die Bremer Führung. Müller glich jedoch kurz vor der Halbzeit nach Flanke von Jérôme Boateng aus (41.).

Korrektur: Kohfeldt ließ in seiner Startelf überraschend Robert Bauer statt Theodor Gebre Selassie verteidigen. Ein Fehler, wie sich bereits nach fünf Minuten herausstellen sollte: Bauer sah nach einem taktischen Foul an Franck Ribéry die Gelbe Karte. Auch danach wirkte der 22-Jährige überfordert. Vor dem Seitenwechsel wurde er durch Gebre Selassie ersetzt.

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Münchener Heimsieg gegen Werder: Am Ende jubeln doch die Bayern

Die zweite Hälfte: Wer gedacht hatte, dass Bayern die abstiegsbedrohten Bremer nun abschießen würde, sah sich getäuscht. Zwar ging das Team von Jupp Heynckes nach einem Kopfballtor von Robert Lewandowski in Führung (63.), doch Werder kam durch ein Eigentor von Niklas Süle zum Ausgleich (75.). Dieser hatte aber nur eine Minute Bestand, Lewandowski erhöhte - erneut per Kopf - auf 3:2. Müller traf mit seinem zweiten Tor zum 4:2-Endstand (86.). Die traumhafte Vorlage per Chip lieferte James Rodríguez.

Jubiläum: "So genau zähle ich meine Tore auch nicht mit. Vor der Saison wusste ich, dass ich bei 96 Treffern stand", sagte Müller nach der Partie im "Sky"-Interview. Vor dem Spiel gegen Bremen stand er bei 98 Toren - und erzielte gegen seinen Lieblingsgegner die Bundesligatreffer 99 und 100. Müller prophezeite: "Da werden auch noch einige hinzukommen."

Der Unterschied: Bayerns Torjäger Lewandowski steht aktuell bei 17 Saisontoren. Damit hat er einen Treffer mehr auf dem Konto als die gesamte Bremer Mannschaft.

Weiter warten: Den letzten Werder-Sieg in München gab es am 20. September 2008. Damals feierte der Autor dieses Textes seinen 15. (!) Geburtstag - und für Bremen trafen unter anderem Spieler namens Mesut Özil, Claudio Pizarro und Naldo.

FC Bayern München - SV Werder Bremen 4:2 (1:1)
0:1 Gondorf (25.)
1:1 Müller (41.)
1:2 Lewandowski (63.)
2:2 Süle (75., Eigentor)
3:2 Lewandowski (76.)
4:2 Müller (84.)
Bayern: Ulreich - Kimmich, Boateng, Süle, Bernat - Martínez (58. Vidal) - Robben (58. Coman), Müller, James, Ribéry - Lewandowski
Bremen: Pavlenka - Bauer (46. Gebre Selassie), Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Bargfrede - M. Eggestein, Delaney - Junuzovic, Gondorf (72. Kainz) - Kruse Schiedsrichter: Kampka
Gelbe Karten: - / Bauer, Bargfrede
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)



insgesamt 14 Beiträge
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ptb29 21.01.2018
1. Ein Sieg mit 2 Toren Differenz ist nicht knapp,
das ist am Ende deutlich. Nachdem Dortmund ja einen Punkt erringen konnte, was haben die Bayern da gemacht? Nur gewonnen?
Freidenker10 21.01.2018
2.
Ich schau nur noch hin und wieder die Ergebnisse und bin froh ausgestiegen zu sein! Die Langeweile im Meisterkampf geht ungebrochen weiter. Der FCB führt am 19 Spieltag mit 14 Punkten, d.h. am Ende wieder mit 25+-, gehts noch öder? Die Liga ist unfassbar schwach, das haben auch die Euroliga und CL gezeigt!
spon_2937981 21.01.2018
3. Boateng
Sehr schön, mit Einsatz und Technik das Spiel für sich entschieden, ohne zu glänzen (von Einzelaktionen abgesehen). Geht auch so... :-) Am meisten gefreut hat mich allerdings das 'Comeback' von Boateng, der auf mich zum ersten Mal in dieser Saison einen guten Eindruck machte. Er scheint auf dem Weg zurück zur 'alten' Form. Die Winterpause scheint ihm gut getan zu haben. Boateng in Top-Form ist absolut notwendig, um in der CL zu bestehen.
joe.micoud 21.01.2018
4.
Schade! 70 Minuten gut mitgehalten und dann doch verloren. Wie kann ich mit so einer Leistung 16. sein denke ich immer wieder. Und dann fallen mir die destruktive Nouri-Taktik und all die Remis gegen direkte Konkurrenten ein. Aber klar ist auch: Ein gutes Spiel und zwei Auswärtstore mögen in Dortmund oder anderswo zum Sieg reichen, in München leider nicht.
immerfroh 21.01.2018
5.
Zitat von Freidenker10Ich schau nur noch hin und wieder die Ergebnisse und bin froh ausgestiegen zu sein! Die Langeweile im Meisterkampf geht ungebrochen weiter. Der FCB führt am 19 Spieltag mit 14 Punkten, d.h. am Ende wieder mit 25+-, gehts noch öder? Die Liga ist unfassbar schwach, das haben auch die Euroliga und CL gezeigt!
Bundesliga spannend wie selten zuvor. Zwischen Platz 2 und Platz 10 lediglich 4 Punkte Unterschied. Von Platz 2 bis Platz 7 sogar nur 1Punkt. Das gibts sonst nur am ersten Spieltag.
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