Sieg gegen Gladbach Schalke gewinnt glücklich dank Fährmann

Lange hielt Ralf Fährmann den FC Schalke überhaupt im Spiel. Dann reichte es sogar zum Sieg gegen zu fahrlässige Gladbacher. Zwei verrückte Treffer brachten die Entscheidung.

AP

Dank einer guten Leistung von Torwart Ralf Fährmann und einer kuriosen zweiten Hälfte hat der FC Schalke einen sehr glücklichen Sieg gegen Borussia Mönchengladbach gefeiert. Die Hausherren gewannen 2:1 (0:0). Ein Eigentor von Martin Hinteregger brachte die Schalker in Führung (59. Minute). Leon Goretzka sorgte nach Andreas Christensens Ausgleich für die Entscheidung (83.). S04 zieht durch den Erfolg an Gladbach vorbei auf Platz vier. Gladbach fällt im Kampf um die Königsklasse zurück. Die Borussia scheiterte vor allem an ihrer schlechten Chancenauswertung.

S04-Trainer André Breitenreiter nahm im Vergleich zur 0:2-Niederlage gegen Hertha fünf Veränderungen in der Startelf vor. Gerade zwei Umstellungen waren überraschend: Goretzka spielte im defensiven Mittelfeld für Johannes Geis, der im Hinspiel gegen Gladbach die Rote Karte gesehen hatte. Im Sturm lief Franco Di Santo erstmals in der Rückrunde von Beginn an auf. Klaas-Jan Huntelaar blieb auf der Bank.

Mit Schalke und Gladbach trafen Rang fünf und vier aufeinander. Wie ein Duell um die Champions-League-Plätze sah die Partie über weite Strecken nicht aus. Gerade Schalke fiel durch sehr schwaches Abwehrverhalten auf. Mehrfach kam Gladbach fast ohne Gegenwehr zum Abschluss: Raffael verfehlte die rechte Ecke knapp (10. Minute), Thorgan Hazard scheiterte erst an Torwart Ralf Fährmann (15.) und schoss dann wenig später über das Tor (19.) - genauso wie Fabian Johnson (29.). Gegen Raffaels zweiten Versuch war erneut Fährmann zur Stelle (34.). Bereits in der elften Minute hätten die Gäste zudem nach einem Zweikampf zwischen Hazard und Kolasinac einen Elfmeter bekommen können.

Es war ein Gladbacher, der für die erste gefährliche Aktion der Gastgeber sorgte: Johnson fälschte Riethers Flanke von der rechten Seite gefährlich ab, Gladbachs Schlussmann Yann Sommer klärte zur Ecke (24.). Auch gegen den guten Schuss von Max Meyer (37.) parierte Sommer. Im direkten Gegenzug scheiterte Lars Stindl mit einem harten Schuss an Fährmann. Der Keeper war längst bester Schalker auf dem Feld, kurz vor der Pause zeigte er seine stärkste Szene: Nach einer Flanke klärte er Stindls Abschluss aus kürzester Distanz in bester Manier eines Handball-Torwarts (44.). Kurz darauf war es wieder Stindl, der eine Hereingabe von Raffael am zweiten Pfosten nur knapp verpasste (45.).

Ein Schalker Torschuss nach der Pause - und zwei Tore

Auch in der zweiten Halbzeit begann Gladbach stärker. Wieder mal parierte Fährmann einen Distanzschuss von Hazard (46.), Raffael schoss eine Minute später daneben (47.). Auf der anderen Seite kam es völlig überraschend zur Schalker Führung - ohne dass die Gastgeber in der zweiten Hälfte bis dahin einen Schuss abgegeben hatten. Der Treffer fiel genauso kurios wie glücklich: Leroy Sané eroberte den Ball von Håvard Nordtveit, überlief Andreas Christensen und spielte in die Mitte. Dort prallte der Ball zwischen Hinteregger und Nordveidt hin und her, bevor er von Hinteregger Fuß ins Tor sprang.

Gladbach verpasste den direkten Ausgleich nur knapp: Mahmoud Dahouds Distanzschuss landete an der Latte (63.). Unmittelbar zuvor hatte Meyer für Schalke getroffen, er stand aber im Abseits (62.). In der Folge kam Gladbach länger nicht mehr gefährlich vor das Schalker Tor - und traf dann plötzlich doch. Nach Zuspiel von Stindl schloss Christensen in die linke Ecke ab (80.). Wieder gab es wenig Gegenwehr der Schalker Abwehr. Diesmal war Fährmann machtlos. Aber nur wenige Minuten später erzielten die Hausherren mit ihrem ersten Torschuss nach der Pause das 2:1. Goretzka traf mit einem unhaltbar abgefälschten Schuss in die linke Ecke.

In der Schlussphase war es wieder Fährmann, der mit einer starken Parade die drei Punkte sicherte. Im Nachschuss traf Raffael den Pfosten (89.). Dadurch liegt Schalke vorerst nur einen Punkt hinter dem Drittplatzierten Hertha. Die Berliner können am Samstag (15.30, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Ingolstadt aber wieder davonziehen. Gladbach verpasste nach zwei Siegen in der Hinrunde und in der zweiten Runde des DFB-Pokals den dritten Erfolg gegen Schalke innerhalb einer Saison.

FC Schalke - Borussia Mönchengladbach 2:1 (0:0)
1:0 Hinteregger (59., Eigentor)
1:1 Christensen (79.)
2:1 Goretzka (83.)
Schalke: Fährmann - Goretzka, Riether, Joel Matip, Neustädter, Kolasinac - Höjbjerg - Schöpf (61. Aogo), Meyer (76. Belhanda), Leroy Sane (88. Friedrich) - Di Santo
Mönchengladbach: Sommer - Nordtveit, Christensen, Hinteregger - Dahoud (75. Herrmann), Xhaka - Elvedi, Johnson (70. Traore) - Stindl - Hazard (81. Hahn), Raffael
Zuschauer: 62.271 (ausverkauft)
Gelbe Karte: Kolasinac (4)

aev



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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
ewiggestrigerstammtisch 18.03.2016
1. unfassbarer dreier
wahnsinn wie unterirdisch die blauen waren. man gesehen hat wie blind die punkte gefeiert wurden, der weiss warem die auch die nächsten 50 jahre nix holen. man lernt nix aus schlechten spielen sondern sagt so phrasen wie: morgen interessiert das keinen mehr. ist mir aber auch irgendwie recht. mit der leistung gibt es gg bayern und dortmund 5-7 stück.
briancornway 19.03.2016
2. Unberechenbar
Schalke schafft es immer wieder, das Ergebnis vom Spielverlauf loszulösen. "Das Glück des Tüchtigen" könnte man sagen, wenn Gladbach nicht so viel tüchtiger gewesen wäre. Ich sehe MGB trotzdem noch als Top-Kandidat für Platz 3, wo sie jetzt auch mit 61 Punkten stünden, wenn sie in den ersten 5 Spielen den Punkte-Durchschnitt der restlichen Spiele erreicht hätten. Und möge Schalke das Glück solcher Spiele in der nächsten Saison international zeigen können.
aurichter 19.03.2016
3. Bei den Chancen
die Gladbach hatte und wirklich fahrlässig vergeben hat, hätten sie normal Minimum 3 bzw sogar 4 Tore machen müssen. Aber so ist es bisweilen in einem Spiel, du vergibst eigene Möglichkeiten und kassierst selten blöde Gegentore. Pech. Kopf hoch, weiter machen.
coachalex74 19.03.2016
4. Unglaublich
Selten einen so unverdienten Sieger gesehen und selten einen Verlierer, der so viel investiert hat. Von der Spielanlage her, sollte eher Gladbach als Schalke uns in der cl vertreten
chromeorange75 19.03.2016
5. Absurdes Ergebnis
Sollten beide Mannschaften die restlichen Partien so bestreiten, wie gestern, wird Schalke nicht mal Platz 6 erreichen und Gladbach in der nächsten Saison Champions League spielen.
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