Fußball-Bundesliga: Stuttgart dreht Spiel gegen aggressive Eintracht

Frankfurt vs. Stuttgart: Stuttgart aus der Krise, Frankfurt in die Krise Fotos
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In einer hart umkämpften Partie hatte der VfB am Ende das größere Durchsetzungsvermögen. Das Team von Trainer Bruno Labbadia rettete seine späte Führung gegen Eintracht Frankfurt. Dabei waren die Gastgeber über weite Strecken die dominierende Mannschaft.

Hamburg - Aufatmen beim VfB Stuttgart: Gegen Aufsteiger Eintracht Frankfurt glückte dem Team von Trainer Bruno Labbadia der ersehnte Befreiungsschlag. Die über weite Strecken aktiveren und druckvolleren Frankfurter waren zunächst durch einen Treffer von Stefan Aigner (17. Minute) in Führung gegangen, kurz nach der Pause glich Vedad Ibisevic per Elfmeter aus (49.). Der Siegtreffer gelang Georg Niedermeier in der 71. Minute. Stuttgart ist mit dem Sieg auf den zwölften Tabellenplatz geklettert, die Eintracht verharrt auf Rang vier.

Beide Mannschaften benötigten vor der Partie dringend ein Erfolgserlebnis: Frankfurt hatte seit 521 Minuten nicht mehr getroffen, der VfB war mit bislang nur vier Punkten im neuen Jahr Rückrundenletzter. Zudem sei die Stimmung im Verein und unter den Fans derzeit "sehr negativ", sagte Sportdirektor Fredi Bobic, unter anderem wegen des wenig inspirierten Auftritts beim 1:3 (0:2) in der Europa League bei Lazio Rom.

Die Ausfälle von Martin Harnik, Johan Audel, Mamadou Bah, Cacau und Tunay Torun machten die Situation für VfB-Trainer Bruno Labbadia nicht einfacher. Er veränderte sein Team dennoch auf drei weiteren Positionen und berief William Kvist und Arthur Boka für Raphael Holzhauser und Tamas Hajnal in die Startelf. Außerdem erhielt Ibrahima Traoré den Vorzug vor Federico Macheda.

Die personellen Änderungen zeigten zunächst wenig Wirkung, die Gastgeber übernahmen vor rund 50.000 Zuschauern von Beginn an die Kontrolle. Die Mannschaft von Trainer Armin Veh konnte sich allerdings keine Tormöglichkeiten erarbeiten, es mangelte an präzisen Zuspielen in die Spitze und Durchsetzungsvermögung in den Zweikämpfen.

Stuttgart verteidigt Führung in hart umkämpfter Schlussphase

Die Stuttgarter lauerten zunächst auf Konter. Mit diesem Konzept hätte die Labbadia-Elf in der 10. Minute beinahe Erfolg gehabt, Christian Gentner konnte ein Missverständnis zwischen Eintracht-Torwart Kevin Trapp und Innenverteidiger Carlos Zambrano aber nicht nutzen. Kurz darauf vergab Vedad Ibisevic per Kopf (16.). Das rächte sich: Nur eine Minute später traf Aigner nach einem Zuspiel von Kapitän Pirmin Schwegler zum 1:0. Mit seinem achten Saisontor beendete Aigner die torlose Durststrecke der Eintracht. Bis zur Pause fanden die Stuttgarter nicht mehr richtig zurück ins Spiel, zeigten sich zwar bemüht, dabei aber viel zu harmlos.

Das änderte sich nach Wiederanpfiff. Boka narrte Schwegler an der Strafraumgrenze, der den Ivorer mit einer Grätsche von den Beinen holte. Den folgenden Elfmeter verwandelte Ibisevic souverän ins linke Eck. Die Partie wurde in der Folge wieder offener, beide Teams drängten auf die Führung - leisteten sich dabei aber viele Fehlpässe.

Zunächst sah es so aus, als wäre Frankfurts nächster Treffer nur eine Frage der Zeit, Takashi Inui setzte sich in der 67. Minute gegen Serdar Tasci durch, schob den Ball dann aber knapp links am Tor vorbei. Ein Freistoß von Boka landete vier Minuten später in der Frankfurter Mauer - und dann im Toraus. Die von Alexandru Maxim getretene Ecke versenkte Niedermeier mit dem Kopf zum 2:1. Plötzlich war die Partie gedreht, die Eintracht wirkte konsterniert.

Veh kündigt baldige Entscheidung an

Auch Vehs Bemühungen, in der letzten Viertelstunde mit der Einwechslung von Srdan Lakic für Stefano Celozzi noch einmal auf volle Offensive zu setzen, blieben wirkungslos. Stuttgart verteidigte seinen Vorsprung in der hart umkämpften Schlussphase.

"Für uns war das ein sehr, sehr wichtiger Sieg. Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, dass sie es geschafft hat, sich kurz zu schütteln. Sie hat sich endlich belohnt", sagte Labbadia nach der Partie.

In der Halbzeitpause hatte Heribert Bruchhagen, Vorstandsboss der Eintracht, zudem eine schnelle Einigung mit Trainer Armin Veh ausgeschlossen. "Ich denke nicht, dass es eine Erklärung geben wird", sagte der 64-Jährige beim TV-Sender Liga total! zu den Gerüchten, dass schon am Montag über eine Vertragsverlängerung des Trainer entschieden würde. Vehs Vertrag läuft am 30. Juni aus.

Der Trainer selbst kündigte nach Abpfiff eine Entscheidung in den kommenden zwei Wochen an: "Wir werden uns jetzt in der Länderspielpause zusammensetzen und noch vor dem Fürth-Spiel sagen, wie es weitergeht. Dieses Rumgeeiere ist auf Dauer unerträglich." Zuletzt war Veh mit Schalke 04 in Verbindung gebracht worden.

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 1:2 (1:0)
1:0 Aigner (17.)
1:1 Ibisevic (49., Foulelfmeter)
1:2 Niedermeier (71.)
Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Schwegler - Celozzi (74. Lakic), Rode (74. Matmour) - Meier - Aigner (81. Kittel), Inui
Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Kvist - Gentner, Boka - Okazaki (69. Maxim), Traore (87. Rüdiger) - Ibisevic (90.+2 Macheda)
Schiedsrichter: Sippel
Zuschauer: 50.600
Gelbe Karten: Meier (4) - Molinaro (5), Kvist (5)

psk/sid

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insgesamt 5 Beiträge
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1. schön
duerrmi 17.03.2013
Freut mich, dass diese (arrogant gewordene) Eintracht einen Dämpfer bekommen hat.trotzdem muss man vor der Frankfurter Leistung in dieser Saison fairerweise den Hut ziehen
2. Nullnummer
Strott 17.03.2013
veh soll nach schalke ziehen, dann haben wir endlich wieder ruhe im verein. hätte zuvor klarheit geherrscht, hätte frankfurt das spiel nie und nimmer verloren. ich kann nicht nachvollziehen, wie man sich als verein so auf der nase rummtanzen lassen kann. ich hätte veh unter diesen Umständen längst vor die Tür gesetzt. bye veh, bye eintracht, du wirst ewig ein provinzverein bleiben. ich schäme mich für dich.
3. Wenn sich zwei streiten ...
espressodupio 17.03.2013
(Veh ./. Eintracht) dann gewinnt eben der VfB. Wenn auch nicht kämpferisch unverdient.
4.
flyyy 17.03.2013
Zitat von Strottveh soll nach schalke ziehen, dann haben wir endlich wieder ruhe im verein. hätte zuvor klarheit geherrscht, hätte frankfurt das spiel nie und nimmer verloren. ich kann nicht nachvollziehen, wie man sich als verein so auf der nase rummtanzen lassen kann. ich hätte veh unter diesen Umständen längst vor die Tür gesetzt. bye veh, bye eintracht, du wirst ewig ein provinzverein bleiben. ich schäme mich für dich.
Interessant, das hängt also so direkt miteinander zusammen? Das Spiel ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass das Ergebnis bei ähnlich starken Gegnern in einem einzigen Spiel häufig einfach Glückssache ist.
5. wie in der vergangenen Saison
Gert 17.03.2013
vergeigt die Eintracht wieder alles. Wieder muss ein neuer Trainer her. vielleicht der Loddar? Veh zu Schalke passt, die spielen denselben Misti
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