Gedicht zum Bundesligaspieltag Wut tut gut

Nach seinem Wutausbruch im Spiel gegen Schalke musste Freiburgs Trainer Christian Streich auf die Tribüne. Hätte er sich beherrschen sollen? Nein, findet unser Dichter am Ball: Manchmal muss der Frust raus.

Christian Streich und Schiedsrichter Tobias Stieler
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Christian Streich und Schiedsrichter Tobias Stieler


Die Schlüsselszene dieses Spiels
Ließ lange auf sich warten:
Ein Petersen mit Namen Nils
Gewann zwei Gelbe Karten.

Zwar hat er, so sein Trainer Streich,
Die erste nicht gesehen,
Doch folgte Nummer zwei sogleich.
Und Petersen musst' gehen.

Denn zweimal Gelb macht einmal Rot
(Laut Goethes Farbenlehre).
Herr Streich geriet stark aus dem Lot.
Schwach, wenn es anders wäre!

Denn will das Leben dornig sein,
Dann soll der Mensch sich rächen!
Wie soll der Mensch nicht zornig sein,
Wenn ihn die Dornen stechen?

Und ist der Fußball ungerecht
Und tut dem Streich nicht gut
(Und gar nicht gut bedeutet schlecht),
Dann lebe hoch: die Wut!

Wie Goldes wert ist dieser Schatz,
Wie falsch der Ruf nach Sühne!
Der Wut gebührt ein Ehrenplatz,
Und dieser heißt Tribüne.



insgesamt 16 Beiträge
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richey_edwards 02.04.2018
1. Schlechtes Vorbild
Man sieht Streich alles nach, er ist ja der nette Onkel aus Freiburg, irgendwie alternativ. Der darf auch mit irrem Blick und Schaum vorm Mund den Schiri beleidigen. Wie kann man einem Jugendlichen vor diesem Hintergrund klarmachen dass eine Schiedsrichterentscheidung zu akzeptieren ist auch wenn sich der Schiedsrichter irren kann?
helgegroßklaus 02.04.2018
2. Wunderbares Gedicht
Weiter so, Herr Gsella! Schade, dass diese Art von Dichtung so eine geringe Halbwertzeit hat, so ist das leider bei tagesaktueller Dichtkunst. Trotzdem: Weiter so, bitte mehr davon!
elisenstein 02.04.2018
3. nun ja
die Bundesliga Trainer stehen enorm unter Druck. Wenn dann so ein ungeschickt agierender Schiedsrichter das 2. Mal das Spiel Freiburg pfeifen darf und gegen Freiburg pfeift, frage ich mich: wann wird endlich die Qualität einiger Schiedsrichter hinterfragt und die Konsequenz daraus gezogen? zu Herrn Streich: vielleicht sollte man ihm eine kleine Bude zur Verfügung stellen, in der er bei Bedarf gegen die Wand treten oder Holz hacken kann.
Blindedbyflash 02.04.2018
4. naja
dass der ausflippt ist ok, dann muss er halt auf die Tribüne, das weiss CS sicherlich selbst. und der Schiri... kann man verstehen. der Petersen schimpft gefühlt minutenlang auf ihn ein, selbst wenn er die karte nicht mitbekommen haben sollte (was ihm seine kameraden auch hätten sagen können) hat man sich nicht so aufzuführen. da muss man profi genug sein um sich nicht hinreissen zu lassen.
Mastermason 02.04.2018
5.
Streichs Mängel an Impulskontrolle, verbunden mit der dauernden Wiederholung von Verschwörungstheorien, seine manische Art gehen mir ziemlich auf den Wecker. Klar, alle Welt findet den Typen aufgrund seines Verhaltens authentisch, ich empfinde ihn als unbeherrscht und weinerlich zugleich. Schlechte Manieren, das ist alles.
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