Fußballbundesliga Gladbach gelingt Ausgleich beim HSV in Schlussminute

Ein schwaches Spiel und ein glückliches Remis für die Gäste: Der Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach trennen sich 1:1. Den Gladbachern gelang dabei der Ausgleich in letzter Minute.

DPA

Hamburg - Wenn Hamburgs Trainer Josef Zinnbauer seine Startaufstellung noch um eine Position mehr verändert hätte, dann hätte er für jeden Gegentreffer des HSV in München eine Position ausgewechselt. So blieb der Coach immerhin bei der Radikaloperation von sieben neuen Spielern in der Startelf gegenüber dem 0:8-Debakel von München. Ohne Rafael van der Vaart, ohne Heiko Westermann, die beiden Führungsspieler saßen gegen Borussia Mönchengladbach nur auf der Bank. Ob das gut gehen konnte? Gegen den Tabellendritten?

Es ging gut. Halbwegs zumindest. Der HSV und die Borussia trennten sich 1:1 (0:0). Zoltan Stieber hatte den HSV in der 72. Minute in Führung gebracht. Branimir Hrgota erzielte mit dem Schlusspfiff den Ausgleich. Die Hamburger waren das bessere zweier schwacher Bundesligateams und hätten sich den Sieg daher eigentlich verdient gehabt.

Der HSV zeigte sich nach der Mega-Klatsche der Vorwoche zumindest eifrig. In der Offensive ging zwar wie in vielen Spielen dieser Saison gewohnt sehr wenig, aber zumindest in Sachen Einsatz hatten sich die Hamburger wenig vorzuwerfen.

Gladbach nur in den ersten Minuten stark

Dabei schien es gleich wieder fürchterlich für die Gastgeber loszugehen. Die Borussia übernahm von Beginn an die Initiative und hatte schon nach fünf Minuten zwei Großchancen herausgespielt. Aber weder Max Kruse noch Patrick Herrmann, der nur den Pfosten traf, konnten daraus Kapital schlagen. Es ist die Gladbacher Krankheit in dieser Saison, Torgelegenheiten nicht zu verwerten. Keine andere Mannschaft ließ so viele Großchancen ungenutzt.

Nachdem der HSV dadurch unversehens immer noch nicht im Rückstand lag, besannen sich die Gastgeber eben darauf, selbst zu versuchen, ein Tor zu schießen. Wobei sie dies ab der 24. Minute ohne ihre an sich einzige Spitze tun mussten. Ivica Olic, schon in München nach 25 Minuten ausgewechselt, bekam auch gegen die Borussia zum fast selben Zeitpunkt seine Oberschenkelprobleme zurück und musste gehen. Für ihn stürmte ab sofort Artjom Rudnevs.

Ein Kopfball von Slobodan Rajkovic, der knapp am Tor vorbeiwischte, war allerdings das einzig wirklich erwähnenswerte Ereignis bis zur Pause. Die Partie verflachte von Minute zu Minute, die Gladbacher, ohne den gelbgesperrten Granit Xhaka angereist, und die Hamburger näherten sich auf niedrigem Niveau an. Für den HSV ist das zum gegenwärtigen Zeitpunkt durchaus ein Erfolg.

Konnte man über die erste Halbzeit zumindest in Ansätzen noch freundliche Worte finden, so fiel das mit zunehmender Spieldauer immer schwerer. Bei den Gladbachern, mit der 0:1-Europa-League-Niederlage von Sevilla im Gepäck, vermisste man jeglichen Zug zum Tor. Bei aller Ballsicherheit, die das Team von Lucien Favre besitzt: Es war ein merkwürdig blutleerer Auftritt der Gäste.

So schien die Partie weitgehend einzuschlafen, bis Stieber nach 72 Minuten zuschlug. Er schlenzte den Ball, den Rudnevs zuvor Harvard Nordveidt abgenommen hatte, gefühlvoll vom Sechzehnmeterraum in die lange Ecke. Bis dahin ein einsamer Höhepunkt dieses Spiels.

Danach forcierte die Borussia zwar noch einmal, aber es kam zunächst viel zu wenig von den Gästen, die ihren Ansprüchen so gut wie alles schuldig bleiben. So schien der HSV das Resultat sogar einigemaßen ungefährdet über die Zeit zu bringen, bis Hrgota eine Unachtsamkeit im Anschluss an einen Eckball doch noch zum glücklichen Remis nutzte.

Der HSV steht jetzt auf Tabellenplatz 14 und bleibt in der Abstiegszone. Dass die Borussia nach einer solchen Leistung ihren Platz drei nicht nur verteidigen, sondern leicht ausbauen konnte, gehört zu den Absonderlichkeiten solcher Spieltage.

Hamburger SV - Bor. Mönchengladbach 1:1 (0:0)
1:0 Stieber (72.)
1:1 Hrgota (93.)
Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Djourou, Rajkovic, Ostrzolek - Jiracek, Kacar (85. Westermann) - Nicolai Müller, Stieber, Gouaida (77. Götz) - Olic (25. Rudnevs)
Mönchengladbach: Sommer - Korb, Stranzl, Jantschke, Wendt - Hahn (76. Hazard), Kramer (79. Hrgota), Nordtveit, Traoré (62. Raffael) - Herrmann, Kruse
Schiedsrichter: Zwayer
Zuschauer: 52.105
Gelbe Karten: Djourou (3), Jiracek (4), Kacar (1) / Jantschke (3), Kruse (1), Traoré (3)

aha



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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
ambergris 22.02.2015
1.
Der HSV hat nur so viel gemacht, wie Gladbach zugelassen hat. Da war kaum eigener Drang beim HSV. Allerdings hat Gladbach im Laufe des Spiels immer mehr zugelassen. Da war eindeutig die Konzentration auf die Europa League zu spüren. Erst als das Spiel verloren schien, drehte Gladbach auf und das Tor in der letzten Minute fühlt sich fast wie ein Sieg an. Gladbach hat eindeutig Kräfte gespart und man wollte ein schnelles Tor in den ersten fünf Minuten oder eben noch kurz ein Tor in den letzten fünf Minuten. Die 80 Minuten dazwischen hat man nur die Zeit runter gespielt. Beim HSV darf man sich nicht einreden, nach dem Bayern-Spiel nun im Aufwärtstrend zu sein, da hätte mehr kommen müssen.
neighbourofthebeast 22.02.2015
2. Erklärt mir mal jemand,
wie Gladbach, wie am Ende des Artikels behauptet wird, seinen Vorsprung leicht ausgebaut haben soll, wenn Schalke, Augsburg, Leverkusen, Hoffenheim und Werder auch je einen Punkt geholt haben? Oder meint der Autor allen Ernstes den Vorsprung auf Frankfurt auf Platz 9?
Levator 22.02.2015
3. Respekt für den HSV
Die Jungs dort haben sich zurecht von den Abstiegsplätzen entfernt. Als VfB-Fan blutet mir zwar das Herz, aber trotzdem Respekt für den "Hohen Norden".
krise0815 22.02.2015
4. 90.Minute heißt beim HSV gar nichts.
Ich schau schon nicht mehr hin, wenn die mal vorn liegen..
Helote 22.02.2015
5. Schön!!!
Schön dass der HSV nicht gewonnen hat !!!
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