Zum ersten Mal nach 55 Jahren HSV steigt aus der Bundesliga ab

Zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte ist der Hamburger SV nur noch zweitklassig. Die HSV-Fans randalierten im Stadion. Der VfL Wolfsburg rettete sich in die Relegation.

DPA

Es ist vorbei. Der Hamburger SV ist am letzten Spieltag der Bundesligasaison erstmals in seiner Geschichte abgestiegen. Trotz eines 2:1 (1:1) gegen Borussia Mönchengladbach muss der letzte deutsche Verein, der bisher immer erstklassig gewesen war, in der kommenden Saison in der zweiten Liga spielen. Denn parallel gewann Konkurrent VfL Wolfsburg 4:1 (1:1) gegen Köln und verteidigte so Platz 16, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen berechtigt. In diesen wird der VfL am Donnerstag und am Pfingstmontag (jeweils 20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen den Zweitligisten Holstein Kiel antreten.

Dass der HSV überhaupt bis zum letzten Saisonwochenende hoffen durfte, lag an der Erfolgsserie unter dem neuen Trainer Christian Titz, die den Rückstand seiner Mannschaft auf Platz 16 von sieben auf zwei Punkte reduziert hatte. Am Ende aber wog die Hypothek der schwachen Amtszeit von Titz-Vorgänger Bernd Hollerbach, der in zwei Monaten kein einziges Spiel mit dem HSV gewonnen hatte, zu schwer.

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Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 2:1 (1:1)

In seinem vorerst letzten Bundesligaspiel ging der HSV bereits nach elf Minuten in Führung. Aaron Hunt verwandelte einen Handelfmeter, den der Gladbacher Denis Zakaria verschuldet hatte, als er den Ball mit dem linken Oberarm stoppte. Die Führung hielt jedoch nicht lange, bevor Josip Drmic nach einem Konter zum 1:1-Ausgleich traf (28. Minute). Nach einer Stunde brachte Lewis Holtby die Hoffnung zurück, als er nach Vorarbeit von Tatsuya Ito mit einer Direktabnahme in die rechte Ecke traf.

Die 57.000 Zuschauer im Volksparkstadion warteten aber vergeblich darauf, dass Konkurrent Wolfsburg parallel gegen Köln strauchelte. Da Wolfsburg gewann, reichte der Erfolg dem HSV nicht für das Erreichen der Relegation. Neben dem FC Köln muss auch Hamburg direkt absteigen. Für Mönchengladbach, das sich selbst noch Hoffnungen auf das Erreichen der Europa League gemacht hatte, blieb nur der Trost, dass angesichts der anderen Ergebnisse auch ein Sieg in Hamburg nicht gereicht hätte.

In der Nachspielzeit unterbrach Schiedsrichter Felix Brych das Spiel, nachdem HSV-Fans Pyrotechnik zündeten. Polizisten und Ordner kamen auf den Rasen. Nach mehr als einer Viertelstunde pfiff Brych das Spiel kurz wieder an und beendete es dann. Die Bundesliga-Uhr des HSV war abgelaufen.

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VfL Wolfsburg - FC Köln 4:1 (1:1)

Mit seinem ersten Heimsieg im Jahr 2018 vermied Wolfsburg den direkten Abstieg aus der Bundesliga. Nach nur 40 Sekunden nutzte der VfL einen Ballverlust der Kölner zur ebenso frühen wie beruhigenden Führung. Josip Brekalo passte von links in den Strafraum, wo Josuha Guilavogui das 1:0 erzielte. Brekalo hätte nach 19 Minuten sogar auf 2:0 erhöhen können. Aber nachdem der Kroate Keeper Timo Horn schon umkurvt hatte, traf er nicht das leere Tor, sondern schoss Marcel Risse an, der sich in die Schussbahn geworfen hatte.

Diese vergebene Chance bereuten die Wölfe zwischenzeitlich, als Jonas Hector mit einem Traumtor zum Ausgleich traf. Nach einem Doppelpass mit Milos Jojic drehte der Kapitän sich kunstvoll durch die VfL-Abwehr und lupfte den Ball über Koen Casteels hinweg. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff ging Wolfsburg jedoch erneut in Führung, als Divock Origi nach einem Pass von Yunus Malli traf (54.). Als Verteidiger Robin Knoche nach einem Freistoß von Brekalo per Kopf das 3:1 erzielte, waren die letzten Zweifel beseitigt: Direkt runter musste Wolfsburg nicht. In der 90. Minute erhöhte Brekalo sogar noch auf 4:1. Aber optimal war der Verlauf des Spieltags auch für den VfL nicht.

SC Freiburg - FC Augsburg 2:0 (0:0)

Im Fall eines Wolfsburger Siegs gegen Köln hätte der SC Freiburg mit einer eigenen Heimniederlage noch auf Platz 16 abrutschen können und hätte dann die Relegation spielen müssen, Wolfsburg wäre sogar direkt gerettet gewesen. Aber spätestens, nachdem Nicolas Höfler nach einer Flanke von Janik Haberer das 1:0 für den Sportclub erzielt hatte (49.), konnten sich die Fans in Baden entspannen. Als Tim Kleindienst in der 65. Minute auf 2:0 erhöhte, wussten die Anhänger: Ihre Mannschaft wird auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen.

rae



insgesamt 208 Beiträge
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Kritik 12.05.2018
1.
Endlich!
ttvtt 12.05.2018
2. Nur der HSV
Nur der HSV hat es wirklich verdient abzusteigen.
Borgkubus 12.05.2018
3. Abstieg
Würde auch echt Zeit :) . Was fürn geiler Samstag
0Kugelfang0 12.05.2018
4. Glückwunsch!
soooo viele Jahre daran gearbeitet, jetzt endlich erreicht. Willkommen in der zwoten!
kpfeilst 12.05.2018
5. Wer solange mit dem Abstieg liebäugelt...
...für den muß der Vollzug ja wie eine Befreiung sein.
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