Heimsieg gegen Wolfsburg Hannover revanchiert sich für Pokal-Aus

Ein Videobeweis, zwei Elfmeter und viele ausgelassene Chancen auf beiden Seiten: Das Niedersachsenduell zwischen Hannover und Wolfsburg ist vielleicht kein Derby, hatte aber trotzdem viel zu bieten.

Linton Maina (l.), William
DPA

Linton Maina (l.), William


Knapp 90 Kilometer trennen Hannover und Wolfsburg. Wenn es nach den 96-Fans geht, reicht die räumliche Nähe trotzdem nicht, Spiele zwischen ihrem Verein und dem VfL zu Niedersachsen-Derbys zu machen. Diesen Titel verdient aus Sicht der Hannoveraner nur das traditionsreichere Duell mit Eintracht Braunschweig.

Schon vor dem Aufeinandertreffen in der zweiten Runde des DFB-Pokals vor zehn Tagen etablierten 96-Anhänger deswegen in den sozialen Netzwerken den Hashtag #keinDerby. Die Pokalpartie gewann Wolfsburg 2:0. Zum Auftakt des 11. Bundesliga-Spieltags hat sich Hannover mit einem 2:1 (1:0)-Heimsieg revanchiert.

Nach einer halben Stunde brachte Linton Maina die Gastgeber in Führung. Eine Flanke von Ihlas Bebou aus dem rechten Halbfeld schoss der 19-Jährige aus 13 Metern volley ins lange Eck (31. Minute). Es war Mainas erstes Bundesligator. Vorher hatte Hannover Glück, dass ein Tor von Yunus Malli nach Eingreifen des Videoassistenten zurückgenommen wurde (19.). Yannick Gerhardt hatte den Ball in der Entstehung mit der Hand gespielt.

Beide Teams vergeben gute Chancen

Zur Pause hätten die Gastgeber höher führen können, aber Bebou scheiterte bei zwei Großchancen frei vor VfL-Keeper Koen Casteels (24. und 35.). Der zweite Treffer für Hannover fiel in einer Drangphase der Wölfe. Nachdem Maximilian Arnold (51.), Jérôme Roussillon (53.) und zweimal Josip Brekalo (54. und 55.) gute Möglichkeiten vergeben hatten, brachte William im eigenen Strafraum Marvin Bakalorz zu Fall. Den berechtigten Foulelfmeter verwandelte Bebou sicher (62.).

Ihlas Bebou
FOCKE STRANGMANN/EPA-EFE/REX

Ihlas Bebou

Weil 96 es verpasste, eine Reihe von Kontergelegenheiten besser auszuspielen, wurde es in der Schlussphase nochmal spannend. Nach einem Foul von Miiko Albornoz an Gerhardt entschied Schiedsrichter Marco Fritz erneut auf Strafstoß. Wout Weghorst übernahm die Verantwortung und erzielte seinen fünften Saisontreffer (82.).

Zu mehr als dem Anschluss reichte es für Wolfsburg nicht, obwohl die Gäste am Ende 19 Torschüsse abgegeben hatten, 14 davon innerhalb des gegnerischen Strafraums. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Brekalo in der Nachspielzeit, als 96-Keeper Michael Esser stark parierte (90.+1). Kurz darauf schoss Bebou auf der anderen Seite bei der Chance zur Entscheidung über das Tor schoss (90.+3).

Trotz des Sieges bleibt Hannover auf dem Relegationsrang, hat den Abstand auf die direkten Abstiegsplätze aber vorerst auf vier Punkte vergrößert und den Anschluss zu Platz 15 wieder hergestellt. Der VfL ist Tabellenelfter, könnte nach der fünften Saisonniederlage aber noch von Mainz, Leverkusen, Schalke und Nürnberg überholt werden.

Hannover 96 - VfL Wolfsburg 2:1 (1:0)
1:0 Maina (31.)
2:0 Bebou (Foulelfmeter, 62.)
2:1 Weghorst (Foulelfmeter, 82.)
Hannover: Esser - Korb, Anton, Elez, Ostrzolek - Walace - Bebou, Bakalorz - Bazee (70. Albornoz), Maina (74. Weydandt) - Wood (87. Haraguchi)
Wolfsburg: Casteels - William, Tisserand, Brooks, Rousillon - Arnold - Gerhardt, Rexhbecaj (46. Yeboah) - Malli - Ginczek (46. Brekalo), Weghörst
Zuschauer: 35.800
Schiedsrichter: Marco Fritz
Gelbe Karten: Anton, Ostrzolek, Walace / William, Brooks

mmm



insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
JGA 10.11.2018
1. Viel Kampf, viel Glück
Ein unterhaltsames, dynamisches Spiel auf beiden Seiten. 96 muss aber dringend personell in der Abwehr nachlegen sonst wird es schwierig mit dem Klassenerhalt. Auf geht’s Hannover!
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