Niederlage gegen Frankfurt Hannover 96 steht vor dem Abstieg

Direktes Duell verloren, im Tabellenkeller weit abgeschlagen: Hannover 96 hat auch gegen Eintracht Frankfurt wichtige Punkte im Abstiegskampf verpasst - durch einen irregulären Treffer.

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Bittere Niederlage für Hannover 96: Im direkten Kellerduell gegen Eintracht Frankfurt unterlag die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf 0:1 (0:1) bei Eintracht Frankfurt. Damit ist der Abstieg kaum noch zu verhindern. Hannover liegt nach der vierten Pleite in Folge bereits zehn Punkte hinter dem Relegationsplatz. Dort steht Hoffenheim, das nach dem 3:1-Sieg über den HSV aufgrund des besseren Torverhältnisses die punktgleichen Frankfurter überholt hat.

"Wir kriegen es diese Saison einfach überhaupt nicht auf den Platz, Woche für Woche. Das ist ernüchternd", sagte Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler. "Wenn wir letzte Woche gesagt haben, dass wir ein Riesen-Wunder brauchen, dann brauchen wir diese Woche noch ein größeres." 96-Trainer Thomas Schaaf sprach von einer "weiteren Enttäuschung".

Beide Teams hatten am vorangegangen Spieltag Niederlagen kassiert, zum direkten Aufeinandertreffen stellten beide Trainer ihre Startelf auf mehreren Positionen um. Bei Frankfurt wurden vor allem eine Änderung wichtig: Änis Ben-Hatira, im Winter von Hertha BSC gekommen, stand erstmals in der Startelf der Eintracht. Und der Stürmer sorgte für den Siegtreffer der Gastgeber.

Das Tor fiel kurios: Nach einem Getümmel auf der linken Hannoveraner Abwehrseite landete der Ball bei Stefan Aigner, der auf Ben-Hatira spielte. Der Stürmer ging weit nach außen vorbei an Zieler und traf fast von der Grundlinie ins Tor (33. Minute). Der Treffer war jedoch irregulär: Aigner hatte im Abseits gestanden, als der Ball von seinem Mitspieler Timothy Chandler zu ihm gelangte. In der Anfangsphase hatte Hannover bereits die erste gute Gelegenheit des Spiels vergeben: Frankfurts Schlussmann Lukasz Hradecky hielt den Schuss von Kenan Karaman mit einer guten Reaktion (8.).

Frankfurt beendet seine Negativserie

Hannover zeigte eine schwache Leistung und hatte in der Offensive daher kaum Aktionen. Das änderte sich auch in der zweiten Halbzeit nicht, Frankfurt dominierte die Partie weitestgehend. Haris Seferovic lief nach einem Konter allein auf das Tor von Zieler zu, scheiterte aber an dem Torwart (48.). Hiroshi Kiyotake verpasste auf der anderen Seite mit einem Distanzschuss den Ausgleich (56.). Ben-Hatira vergab zweimal die Chance auf seinen zweiten Treffer in einer ähnlichen Situation wie beim Tor: Nach einem Konter legte er den Ball wieder weit nach außen an Zieler vorbei, diesmal traf er aus spitzem Winkel das Außennetz (64.).

Wenig später landete ein Kopfball in den Strafraum beim allein gelassenen Ben-Hatira, wieder klärte Zieler seinen schwachen Abschluss (71.). Seferovic machte es zweimal besser, stand jedoch in beiden Fällen knapp im Abseits (75./ 76.). In der Schlussphase wurde auch Hugo Almeida bei seinem Kopfballtreffer wegen Abseits zurückgepfiffen (83.). Die letzte klare Hannoveraner Chance - durch Edgar Prib - hatte Hradecky zuvor entschärft (79.). Frankfurt überstand auch die Drangphase der Gäste in der Schlussphase. Das bedeutete den ersten Sieg im zweiten Spiel unter Trainer Nico Kovac. Die Eintracht beendete dazu eine Negativserie von acht Partien ohne Sieg.

Eintracht Frankfurt - Hannover 96 1:0 (1:0)
1:0 Ben-Hatira (33.)
Frankfurt: Hradecky - Chandler, Zambrano, Russ, Djakpa - Stendera, Reinartz (62. Hasebe) - Aigner, Huszti (82. Abraham), Ben-Hatira (88. Kittel) - Seferovic
Hannover: Zieler - Hiroki Sakai, Milosevic, Schulz (46. Anton), Sorg - Yamaguchi (69. Saint-Maximin), Gülselam - Karaman (77. Szalai), Prib - Hugo Almeida, Kiyotake
Schiedsrichter: Wolfgang Stark
Zuschauer: 43.300
Gelbe Karten: Seferovic (7) - Zieler (3), Gülselam (7), Hugo Almeida

aev



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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
leave_in_silence 19.03.2016
1.
Das entscheidende Tor war Abseits und Hannover hätte einen Elfer bekommen müssen. Ein ganz übler Beigeschmack liegt über diesem Spiel.
peterbrause 19.03.2016
2.
Die schönste Erkenntnis des Spiels ist, dass Eintracht Frankfurt mit diesem Fußball auch absteigen wird!
der_durden 19.03.2016
3.
Zitat von leave_in_silenceDas entscheidende Tor war Abseits und Hannover hätte einen Elfer bekommen müssen. Ein ganz übler Beigeschmack liegt über diesem Spiel.
Tja, das Glück, liegt eben bei dem Tüchtigen. Die Eintracht war die mit Abstand bessere Mannschaft auf dem Platz. Das lässt sich schwer anders deuten. In diesem Fall hat Hannover sicherlich nicht nur wegen dem Abseitstor verloren. Einen Elfer hätte Hannover aber nicht bekommen müssen. Wo sie den aus dem Hut zaubern möchten, würde mich mal interessieren.
flaneur1962 19.03.2016
4. Gleicht sich alles aus
Nach der überaus unfairen Aktion von Andreasen/Frontzeck beim Handball-Spiel in Köln braucht sich 96 über ein Abseitstor nicht zu beschweren. Gleicht sich dann eben doch alles aus. Abgesehen davon werden selbst viele 96Fans nicht bestreiten, das der Abstieg in diesem Jahr verdient wäre.
leave_in_silence 19.03.2016
5.
@3. Reinartz foult Prib. Für mich Elfer. Frankfurt war überlegen und 96 wird zurecht absteigen. Hat aber beides nichts mit den Fehlentscheidungen zu tun. Die waren nun mal da.
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