Schiedsrichter-Boss Fandel droht Guardiola die Tribüne an

Die Schiedsrichter machen gegen Josep Guardiola mobil. So soll der Bayern-Trainer künftig in seiner Coaching-Zone bleiben und Körperkontakt mit den Referees unterlassen. Andernfalls drohe ihm der Verweis auf die Tribüne.

Bayern-Coach Guardiola: "Hier sind Grenzen überschritten worden"
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Bayern-Coach Guardiola: "Hier sind Grenzen überschritten worden"


Hamburg - Nach dem ehemaligen Fifa-Referee Urs Meier hat auch der deutsche Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel Trainer Josep Guardiola von Fußball-Rekordmeister Bayern München kritisiert. Der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) drohte dem Coach mit einem Verweis auf die Tribüne, falls er sich erneut danebenbenehmen sollte.

Guardiola hatte im Punktspiel der Bayern gegen Schalke 04 (1:1) wiederholt die Coaching-Zone verlassen. "Bei allem Verständnis für Emotionen im Spiel sind hier Grenzen überschritten worden. Ein Trainer, der die Coaching-Zone verlässt und bis zur Eckfahne zum Assistenten läuft, gehört vom Schiedsrichter eigentlich auf die Tribüne geschickt", sagte Fandel der "Sport Bild": "Dass er gegen Schalke mit einer Ermahnung davongekommen ist, sollte ein Einzelfall bleiben."

Fandel will zukünftig auch nicht mehr hinnehmen, dass Guardiola die Schiedsrichter und die 4. Offiziellen anfasst. "Man kann über den Körperkontakt, den er mit den Schiedsrichtern sucht, vielleicht schmunzeln. Dennoch werden so auch Distanz und Respekt vor dem Schiedsrichter in Zweifel gezogen", sagte der 50-Jährige: "Guardiola täte so gesehen gut daran, dieses Verhalten unmittelbar zu ändern."

Meier hatte zuletzt ähnliche Kritik geübt. In einem Beitrag für Focus Online schrieb der Schweizer: "Pep Guardiola sind Linien egal, der Bayern-Trainer turnt mittlerweile nicht nur durch seine Coaching-Zone, sondern taucht sogar an der Eckfahne auf. Ohne Konsequenzen! Dass sich das einige Schiedsrichter bieten lassen, ist ein Unding."

Dadurch entstehe der Eindruck, "der Katalane dürfe sich alles erlauben und habe einen Promi-Bonus", so Meier: "Mit solchen Aktionen untergräbt Guardiola die Autorität der Schiedsrichter und macht sie lächerlich." Meier nannte Guardiolas Verhalten im Schalke-Spiel "respektlos".

aha/sid

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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
rishi 11.02.2015
1. Typisch Bayernbonus
Der Schmidt von Leverkusen wird sogar für Vor-Sich-hin-Fluchen auf die Tribüne verwiesen. Gardiola nimmt sich defintiv zu viel heraus.
axelmueller1976 11.02.2015
2. Was Guardiola macht ist nicht OK, aber Fandel sollte
endlich die Schiris besser in Regelauslegung schulen ,damit nicht so viele Fehlentscheidungen kommen.
telecastro 11.02.2015
3. Deutsch
Bis auch das letzte Reschen Menschlichkeit aus den Stadien verbannt ist – typisch deutsch...
gegenpressing 11.02.2015
4.
Zitat von axelmueller1976endlich die Schiris besser in Regelauslegung schulen ,damit nicht so viele Fehlentscheidungen kommen.
Macht er doch offensichtlich. Guardiola nicht auf die Tribüne zu verweisen war ja eine Fehlentscheidung.
Wunderläufer 11.02.2015
5. Grenzen
Stimmt, hier wurden Grenzen überschritten, allerdings durch die Regeln: die Coaching Zone finde ich albern und erinnert mich eher an einen Zwinger, in dem ein Trainer Auslauf hat
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