Fußball-Bundesliga Schalke deklassiert Hertha, Freiburg düpiert Köln

Abstiegsfrage vertagt: Sowohl Hertha BSC als auch der 1. FC Köln verloren am 33. Spieltag ihre Partien deutlich und müssen auf den letzten Bundesliga-Spieltag hoffen. Bayern und Dortmund siegten souverän, Gladbach hat durch ein Remis gegen Augsburg den Kampf um Platz drei verloren.

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Hamburg - Die Entscheidung im Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga wird erst am letzten Spieltag fallen. Hertha BSC und der 1. FC Köln bewarben sich in ihren Auswärtsspielen am Samstag allerdings beide nachdrücklich für die Position des zweiten direkten Absteigers neben dem 1. FC Kaiserslautern. Während der Tabellensechzehnte aus Köln in Freiburg verdient 1:4 unterlag, zeigte der Siebzehnte Hertha beim 0:4 auf Schalke noch nicht einmal Gegenwehr.

Zum Saisonschluss empfängt der 1. FC Köln am kommenden Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) den FC Bayern München, Hertha, in der Tabelle zwei Punkte hinter Köln, spielt gegen 1899 Hoffenheim.

Der kommende Gegner der Kölner, der FC Bayern, nahm den Schwung aus der Champions League mit und besiegte den VfB Stuttgart 2:0. Meister Dortmund setzte beim 5:2 in Kaiserslautern seine Siegesserie fort. Der FC Augsburg hat durch ein 0:0 in Mönchengladbach den Klassenerhalt gesichert. Bayer Leverkusen besiegte Hannover 96 im direkten Duell um die Europa-League-Plätze 1:0. Der VfL Wolfsburg schlug Werder Bremen 3:1. Der Hamburger SV enttäuschte seine Fans auch im letzten Heimspiel gegen Mainz 05 beim 0:0. Hoffenheim unterlag dem 1. FC Nürnberg 2:3.

In Berlin haben sie jetzt alles ausgeschöpft, was geht. Sie haben drei Trainer verschlissen, sie haben anschließend mit Otto Rehhagel den mit Abstand ältesten Coach der Bundesliga engagiert, sie haben sich vor der Partie in Gelsenkirchen drei Tage im malerischen Castrop-Rauxel im Herzen des Ruhrgebiets verschanzt, sie haben vor dem Match sogar im Kino "American Pie IV" angeschaut. Aber sie haben wenig dafür getan, um spielerisch auf Schalke zu bestehen. In dieser Berliner Hertha vom Samstag steckte kein Leben. Rehhagel hat in Berlin nichts bewirkt.

Schalke dagegen hat beim stimmungsvollen Abschied von Stümerstar Raúl Platz drei in der Tabelle endgültig abgesichert, da Verfolger Mönchengladbach gegen Augsburg Punkte ließ. Es war selbstverständlich Klaas-Jan Huntelaar, der mit seinem 26. Saisontor (35. Minute) die drei Punkte absicherte. Lewis Holtby machte in der 72. Spielminute alles klar. Hertha war am Ende so höflich, in der 84. Minute auch noch Raúl einen Torerfolg zu gestatten. Huntelaar setzte in der 88. Minute den Schlusspunkt. Die Königsblauen konnten sich mit einer durchschnittlichen Leistung zufriedengeben. Für Hertha war das immer noch mehr als ausreichend.

Köln stemmte sich kurz gegen die Niederlage

Der 1. FC Köln hingegen zuckte in Freiburg zumindest zwischenzeitlich noch. Nach dem 0:1-Pausenrückstand durch Mensur Mujzda (36.) raffte sich der FC nach dem Seitenwechsel zunächst auf und sorgte durch eine schöne Einzelaktion von Lukas Podolski in der 47. Minute für den Ausgleich. Der allerdings nur sechs Minuten Bestand hatte, dann stellte Karim Guédé den alten Abstand zugunsten der Freiburger wieder her. Sechs Minuten vor dem Abpfiff sorgte Daniel Caligiuri für die endgültige Entscheidung. Der Ex-Kölner Sebastian Freis setzte in der Nachspielzeit noch eins drauf.

Köln drängte zwischenzeitlich, hatte durch Milivoje Novakovic und Podolski durchaus Gelegenheiten, um das Resultat auf Remis zu stellen. Dennoch war der Freiburger Erfolg verdient. Der SC hat unter Christian Streich eine formidable Rückrunde gespielt, er ist das fünftbeste Team der Rückrunde, hat genauso viele Punkte geholt wie der FC Schalke.

Einen von zwei Traditionsclubs wird es am kommenden Wochenende demnach erwischen, wobei der FC auf dem Papier die schwerere Aufgabe zu lösen hat. Das Szenario einer Niederlage gegen die Bayern bei einem gleichzeitigen Sieg der Herthaner gegen Hoffenheim löst in der Domstadt eine gewisse Beunruhigung aus: das wäre der Abstieg.

Sich allerdings vorzustellen, dass diese Berliner Hertha in der Lage sein soll, gegen irgendeinen Gegner, egal wie er heißt, einen Sieg zu landen - dazu fehlt derzeit die Phantasie. Hoffenheims Trainer Markus Babbel wird zudem sicher nichts dagegen haben, den Club in die 2. Liga zu befördern, den er in der Hinrunde noch selbst trainiert hat - bevor es zur hässlichen Trennung kam.

Für Köln in seiner gegenwärtigen Verfassung wäre der Abstieg allerdings möglicherweise nur hinausgeschoben. In der Relegation wäre wohl der Zweitligist Favorit.

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