Hinrunden-Historie: Herbstmeister! Na und?

33 Punkte zwischen Platz eins und Platz 18! Selten lagen der Herbstmeister und das Schlusslicht der Bundesliga so weit auseinander wie Bayern und Fürth. Doch ein Statistikblick in die Historie wird zur Warnung für die souveränen Münchner - und zum Mutmacher für das Schlusslicht.

Rekordmeister Bayern: Tabellenerster vor der Winterpause Zur Großansicht
AFP

Rekordmeister Bayern: Tabellenerster vor der Winterpause

Hamburg - Angeblich ist die Meisterschaft ja schon entschieden. Den FC Bayern, diesen Hinrunden-Überflieger und Tabellenführer (42 Punkte), werde niemand mehr vom ersten Platz stoßen, prognostizieren viele Beobachter, auch SPIEGEL-ONLINE-Statistikexperte Andreas Heuer. Und Greuther Fürth, der abgeschlagene Tabellenletzte (9), steht für die meisten eigentlich bereits jetzt als Absteiger fest.

Doch vergleicht man die Herbstmeister und -schlusslichter der vergangenen vier Spielzeiten, ergibt sich ein erstaunliches Bild (siehe Grafik): Nur ein Team, das seit 2008 an der Tabellenspitze überwinterte, wurde tatsächlich auch Deutscher Meister; und nur ein Team, das nach der Hinrunde auf dem 18. Tabellenplatz lag, stieg seitdem am Ende der Saison ab.

So führte Borussia Dortmund die Bundesliga bereits Mitte Dezember 2010 mit 43 Punkten an - und wurde im Mai 2011 mit 75 Zählern Meister. Hertha BSC hatte eine Saison zuvor bereits vor der Winterpause mit historisch schlechten sechs Punkten den Grundstein für den späteren Abstieg (24) gelegt.

Herbstmeister-Grafik seit 2008: Nur Dortmund wurde Meister Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Herbstmeister-Grafik seit 2008: Nur Dortmund wurde Meister

Ein Aspekt unterstützt diejenigen, die die Bayern schon jetzt als Champions feiern: Einen so deutlichen Abstand zwischen dem Tabellenersten und -letzten gab es seit 2008 nur einmal. 2010 führte der spätere Meister BVB im Winter 2010 die Tabelle mit 43 Punkten an, Mönchengladbach hatte zu der Zeit lediglich zehn Zähler auf dem Konto. Doch, und das könnte ein Trost für die Fürther sein: Gladbach beendete die Saison damals auf dem Relegationsplatz.

Und noch etwas ist in dieser Spielzeit anders: Seit 2008 schaffte es vor den Bayern kein Team, den ersten Platz die komplette Hinrunde über zu halten. So startete Dortmund in seinem Meisterjahr 2010 zum Beispiel auf dem 16. Rang und brauchte acht Spieltage bis an die Spitze.

Den tiefsten Fall der vergangenen vier Herbstmeister erlebte übrigens Hoffenheim 2008: Die TSG beendete die Saison auf dem siebten Platz. Den größten Kampfgeist bewies hingegen der SC Freiburg 2011/2011, als er sich aus dem tiefen Tabellenkeller bis auf Rang zwölf vorschob.

Es spricht sehr viel dafür, dass Herbstmeister Bayern auch Deutscher Meister wird. Aber - die Floskel sei erlaubt - abgerechnet wird am Schluss.

psk

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
kinap 19.12.2012
Also, wieso wurden denn jetzt nur die letzten 4 Spielzeiten verglichen. Schaut man mal auf die Saison 2007 war Bayern München vom ersten bis zum letzten Spieltag auf Platz 1.
2. optional
exilostfriese 19.12.2012
Einen der größten Sprünge hat 10/11 Stuttgart gemacht: 17. Platz mit nur 12 Punkten nach der Hinrunde, um letztendlich 12. mit 42 Punkte zu werden. Um den Rückstand von 9 Punkten gut zu machen, mussten sie von der zweitschlechtesten Mannschaft zur viertbesten Mannschaft der Rückrunde werden, statt 12 Punkte satte 30 Punkte holen. Eine unglaubliche Wandlung. Dazu muss eine Mannschaft schlecht gespielt haben und viel mehr Potential in sich stecken haben. Die Abstände sind viel entscheidender, und die sind dieses Jahr groß. Bayern wird keine 9 Punkte Vorsprung mehr verlieren und Augsburg und Fürth gegenüber dem 15. Platz keine 10 Punkte aufholen. Der Abstieg geht zu 90% an Augsburg, Fürth und Hoffenheim. Minimale Chancen hat Hoffenheim sich noch zu retten. Die spielen weit unter ihren Möglichkeiten. Für die beiden anderen geht es um den Relegationsplatz.
3. was ist das denn für ein artikel?
username987 19.12.2012
zahlreiche ungereimtheiten. was hat z.b. der vorsprung des 1. auf den 18. damit zu tun, wer nachher meister wird? völlig hohles geschreibsel, armselig.
4. Ungereimtheiten
freelucky123 19.12.2012
Warum spricht eigentlich niemand über die zweitbeste Abwehr der Liga, über den SC Freiburg? Warum wird dieser Verein von allen Medien ignoriert? Liegt es daran weil dort weniger Ultrafans und weniger Finanzbosse unterwegs sind und es dort "nur" um guten Fussball geht?
5. Ungereimtheiten
freelucky123 19.12.2012
Warum spricht eigentlich niemand über die zweitbeste Abwehr der Liga, über den SC Freiburg? Warum wird dieser Verein von allen Medien ignoriert? Liegt es daran weil dort weniger Ultrafans und weniger Finanzbosse unterwegs sind und es dort "nur" um guten Fussball geht?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik WM-News
RSS
alles zum Thema Fußball-Bundesliga
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 6 Kommentare

Themenseiten Fußball
Tabellen