Freiburger Doppel-Torschütze "Ihr habt den Kruse nicht verdient"

Max Kruse spielt kommende Saison wohl für Mönchengladbach, nun hat er seinen künftigen Club im Alleingang abgeschossen. Damit beendete Freiburg seine Mini-Krise, zog an der Borussia vorbei - und darf wieder von Europa träumen.

Stürmer Kruse: Zwei Tore gegen Mönchengladbach
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Stürmer Kruse: Zwei Tore gegen Mönchengladbach


Hamburg - Freiburgs Fans wissen, dass wirklich gute Spieler nie lange beim Sportclub bleiben, sie haben gelernt, mit Abschieden zu leben. Max Kruse, erst vor der Saison vom FC St. Pauli gekommen, nun aber mit neun Toren und sieben Vorlagen bereits Top-Scorer, wechselt im Sommer wohl nach Mönchengladbach.

Am Samstag spielte Freiburg gegen die Borussia, Kruse erzielte beim 2:0-(0:0)-Sieg beide Tore und die Anhänger sangen: "Ihr habt den Kruse nicht verdient." Schon zuvor hatten sie den Offensivspieler mit Jubel statt Pfiffen empfangen.

Kruse selbst will den Wechsel noch nicht bestätigen ("Es ist noch nichts unterschrieben"), es gilt aber als sicher, dass er den Verein für eine festgeschriebene Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro verlässt.

Dank seiner beiden Tore hat Freiburg seine Mini-Krise von vier sieglosen Spielen beendet und zog an Gladbach vorbei auf Rang sieben. Allein die Tordifferenz trennt den Club von den fünftplatzierten Mainzern. Gut möglich, dass Freiburg kommende Saison ohne Kruse in der Europa League spielt, Gladbach mit ihm aber nicht.

"Dass er Vollgas gibt, ist aber keine Erwähnung wert."

Kruse selbst versuchte, den ganzen Rummel so klein wie möglich zu halten. "Ich fühle mich nicht als Matchwinner. Ich freue mich aber, dass das Publikum hinter mir und der Mannschaft steht. Ich bin ein Teil davon", sagte er. Sein Trainer Christian Streich sah dies erwartungsgemäß anders: "Max hat super gespielt und sich mit den Toren belohnt. Ich wusste, dass er die Ruhe hat", sagte der 47-Jährige und fügte an: "Dass er Vollgas gibt, ist aber keine Erwähnung wert."

Reden sollte man stattdessen über die von Freiburg offenbar optimal genutzte Länderspielpause. Zuvor hatte das Team zehn Gegentore in zwei Partien (2:5 gegen Wolfsburg, 1:5 in Dortmund) kassiert, Trainer Streich hatte anschließend die Unruhe im Umfeld kritisiert und angeprangert, dass seine Profis "wie auf dem Viehmarkt angeboten" werden.

Denn auch Offensivspieler Jan Rosenthal verlässt den Club, er wechselt zu Eintracht Frankfurt. Zudem wird Daniel Caligiuri als Zugang in Hannover gehandelt, der "kicker" berichtet von einer Ausstiegsklausel in Höhe von deutlich über zwei Millionen Euro. Beide sind Schlüsselspieler in Freiburg, genau wie Kruse.

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl sagte: "Kruse ist ein sehr guter Bundesliga-Spieler. Man kann Freiburg zu einem tollen Spieler gratulieren." Es war auch als Lob für die eigene Arbeit zu verstehen.

SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach 2:0 (0:0)
1:0 Max Kruse (69.)
2:0 Max Kruse (90.+2)
Freiburg: Baumann - Mujdza (86. Santini), Krmas (79. Flum), Diagne, Sorg - Ginter, Schuster - Schmid, Daniel Caligiuri - Rosenthal (62. Terrazzino), Max Kruse
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Marx - Herrmann, Wendt (73. Cigerci) - Younes (67. Mlapa), de Jong (71. Hanke)
Schiedsrichter: Perl
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Daniel Caligiuri (8) - Daems (2), Stranzl (5)

leh/sid/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
romeov 31.03.2013
1. Kruse zu Gladbach
...von einem Kult-Verein zu einem abgehalfterten Bundesligaclub mit sentimentalem "das waren noch Zeiten"-Gejammer - was für eine Karriere.!
erik_p 31.03.2013
2. noch vor einem Jahr
Hätte man gesagt von einem dauerhaften Abstiegs-Aspiranten zu einem der aufsteigenden Euro-Anwärter und Bayernjäger, lieber vorredner.
rehabilitant 31.03.2013
3. Schade
Was will Kruse bei Gladbach, das zur Zeit den unattraktivsten Fußball der gesamten Liga spielt. Kann nur das Geld sein.
rehabilitant 31.03.2013
4. Lachhaft
Zitat von erik_pHätte man gesagt von einem dauerhaften Abstiegs-Aspiranten zu einem der aufsteigenden Euro-Anwärter und Bayernjäger, lieber vorredner.
Diese 'Bayernjäger'-Geschwätz ist lächerlich und peinlich. Selbst Frankfurt wurde so bezeichnet und ist nun 30 Punkte weg vom Tabellenführer.
Andr.e 31.03.2013
5.
Zitat von erik_pHätte man gesagt von einem dauerhaften Abstiegs-Aspiranten zu einem der aufsteigenden Euro-Anwärter und Bayernjäger, lieber vorredner.
Also, mit Verlaub, Bayern-Jäger sind die Gladbacher seit Ende der 70iger nicht mehr.
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